Wehret den Anfängen? Wir sind schon mittendrin.

Als ich jung war, fragte ich mich immer, wie so etwas Wahnsinniges wie das 3. Reich überhaupt passieren konnte. In mir setzte sich kein Bild zusammen, wie sich ein Alltag derart ändern konnte, dass das alles in Leichenberge und Konzentrationslager ausarten konnte und irgendwie alle okay damit waren. Mittlerweile habe ich da so eine Ahnung.

Mein Abitur habe ich in Frankfurt auf dem Lessing-Gymnasium gemacht. Diese Schule hat eine lange Tradition in der Bekämpfung von Faschismus, Rassismus und insbesondere Antisemitismus. 


Drei ehemalige Abiturienten meiner Schule hatte Anteil am Attentat gegen Hitler am 20. Juli 1944: Stülpnagel, von Hofacker und Klausing. Die Knobloch-Enkelinnen gingen auf meine Schule, genau wie der Nachwuchs vieler anderer angesehener jüdischer Familien. Schon von klein auf setzten wir uns mit Themen wie Rassismus und Diskriminierung auseinander. Im Deutschunterricht lasen meine Freunde an anderen Schulen Coming-of-Age-Bücher und, als wir alle jünger waren, Bücher zum Thema Freundschaft. Das taten wir auch alles – aber immer im Setting des 3. Reichs oder anderer Epochen, die einen rassistischen Background hatten. Wir lasen Der gelbe Vogel, Jakob der Lügner, im Englisch-Unterricht Toni Morrisson. Wir sahen uns Das Leben ist schön an. Manchmal wünschten wir uns tatsächlich, einfach mal ein anderes Thema zu behandeln – aber letztendlich hat es uns doch sehr interessiert, und vor allem: schockiert. 

Das Dritte Reich und die Frage nach dem 'Wieso'

Unser Geschichtslehrer Herr K. sah mit uns die Filmaufnahmen der Befreiung von Auschwitz an. Die Teilnahme war freiwillig – alle waren da. Fassungslos starrten wir die Leichenberge und lebenden Skelette an, die aus den Baracken wankten. Wir hielten uns die Augen zu, saßen mit angezogenen Beinen auf den Stühlen, weinten. Unser Geschichtslehrer fing uns sehr sensibel und empathisch auf, erklärte viel, zeigte aber auch, dass er genauso fassungslos war. Menschlich.

 

Was meine gesamte Schullaufbahn und auch diesen Moment gezeichnet hat, war eine ganz bestimmte Frage. Ein Umstand, den ich damals weder verstehen, noch einzuordnen vermochte. Ein ganz kleines Wort, das immer im Hinterkopf saß und rumpelte:

Wie?

Wie konnte das nur passieren?  Wie konnte so etwas ANFANGEN? Es ging einfach nicht in meinen Kopf rein, wie ein Rassismus von so einer Dimension ein ganzes Volk einnehmen und verdrehen kann. Wie Leute sagen konnten, sie hätten von all dem nichts gewusst. Wie alle meinten, sie hätten doch gar nicht mitgemacht. Das alles nicht gewollt. Hätten Hitler nie gemocht. Wo waren die alle währenddessen, bitte sehr?


Und dann natürlich die ganzen Verbrechen. Wie können Millionen Menschen zu so etwas fähig sein. Zu solchen Grausamkeiten und absolut verabscheuungswürdigen Taten. Wie konnten sie sich alle so verführen lassen, beziehungsweise:

 

Wieso waren alle so empfänglich dafür?

 

Diese Leichenberge. Diese Gewalt. Dieser blinde Hass. Und nicht nur irgendwelcher radikaler Verrückter, nein – "normale" Leute, Eltern, Kinder, Omis, Opis.


Kindergeburtstag und Juden jagen. Alles zeitgleich, in derselben Straße. Total normal.

 

Dann die Geschichte der Sklaverei und des Rassismus gegen dunkelhäutige Menschen in den USA. Wir lasen The Bluest Eye von Toni Morrisson. Meine Mutter wurde 1960 geboren. Für mich als Kind war das also kein dunkles Mittelalter, sondern ein greifbarer und einordenbarer Zeitpunkt in der neueren Geschichte. Dass in den USA Menschen afrikanischer Abstammung auf offener Straße gehetzt und gelyncht wurden, kam mir ungeheuerlich vor. Gänsehaut.


In meinem jungen und naiven Verständnis war das etwas, das hier nicht (mehr) passieren konnte. Hier in Deutschland. Leute, die sich zusammenrotten und gegen Ausländer hetzten? Gewalt gegen Flüchtlinge und andere Migranten? Quatsch. Hallo, wir haben heutzutage, und da macht man so etwas nicht!


Wenn, dann passierte so etwas in den USA. Da trägt man ja auch Waffen und fährt Monster-Trucks. Oder in irgendwelchen kleinen Orten, wo alle sowieso durch den sich durch etliche Generationen ziehenden Inzest verrückt geworden sind. Einzelfälle. Aber unter normalen Leuten, so wie du und ich, also in großen Städten – da gibt es doch so etwas nicht!

 

Dachte ich.

 

(Süß, oder?)

Wehret den Anfängen?

Wir wir jetzt alle hier sitzen und entsetzt und geschockt die Zeitung lesen und Videos brennender Flüchtlingsheimen und von Naziaufmärschen ansehen. Wie wir uns wundern. Wie frustriert und erschrocken wir sind. Kaum eine Talkshow hat noch ein anderes Thema.

 

In meinem jugendlich-naiven Kopf dachte ich früher, dass die Zeit doch quasi stehenbleiben muss, wenn man solche Szenen sähe. Die Reichskristallnacht. Dass die Öffentlichkeit den Atem anhält. Dass das Ausland den Atem anhält. Dass alle aus die Pause-Taste drücken und inne halten und sagen: Okay, so geht das nicht. Das kann man doch nicht machen. Und dass dann jemand kommt (ja, wer eigentlich?) und das Ruder herum reißt. Diese Leute ins Gefängnis kommen, und zwar ALLE. Brandstifter. Die ganzen Mörder. Ohne Ausnahme und Ausreden. Am besten für immer. Oder raus aus Deutschland, ganz egal. Hauptsache: Weg!, wie auch immer sowas funktioniert, dachte ich mit 12. Wir haben ein Grundgesetz. Das wird es schon regeln.

 

Ich glaubte an unsere Zivilisation. ZI-VI-LI-SA-TION. Ein Mantra. Die Menschenrechte? Ein Heilsversprechen. Der Rettungsring in stürmischer See. Ein gottgleiches und selbstverständliches Konstrukt, das über uns allen schwebt. An wenige Dinge glaubte ich so sehr als daran, dass wir hier in Europa ALLES daran setzen würden, dass solches Grauen nie wieder passiert. Dass wir so weit und hoch entwickelt sind, dass es absurd ist, noch einmal in solch dunklen Zeiten zu verfallen. Nie wieder. Es kann nichts passieren. Niemand lässt das zu. Es würde jemand kommen. Es würde jemand kommen. Es würde jemand kommen.

 

Mein Gott, wie naiv ich war. Denn das ist natürlich Quatsch. Wer soll denn kommen? Und was jucken die Eltern, die sich mit jeweils 3 Jobs über Wasser halten, um die Kinder zu ernähren, irgendwelche Spiegel ONLINE-Artikel? Analysen? Orte, die nicht hier, sondern da sind? Können die das wirklich einordnen? Wollen die das überhaupt? Reflektieren die da stundenlang drüber oder denken die sich: Naja, die Polizei kümmert sich schon drum? Oder denken sie, dass die Leute da ja gar nicht so Unrecht haben, mit ihren "Protesten"? 

 

Brennende Flüchtlingsheime im Osten? Das sind die anderen. Ein Nazi-Mob greift einen Bus voller Flüchtlinge an, die Polizei tut nichts. In der Pressekonferenz hinterher sagen sie, dass die Flüchtlinge ja auch irgendwie selbst Schuld seien. Und überhaupt habe da ein Junge dem Mob dann den Mittelfinger gezeigt – gegen ihn wird jetzt ermittelt. Das ist nicht 1933, das ist 2016. Und das ist auch nicht Indien oder sonst ein fernes Land, sondern Ostdeutschland. Genau genommen: Die Bundesrepublik Deutschland.

Brennende Flüchtlingsheime sind die anderen

Viele halten kurz den Atem an. Atmen dann aber wieder aus und müssen dann auch los, zur Arbeit. Der Alltag wartet nicht. Niemand interveniert. Nicht einmal die Polizei interveniert. Während sie linke Demonstranten bei jeder Gelegenheit wegknüppelt, wird bei Karl-Heinz, dem Kumpel aus dem Schützenverein und Ortsvorsteher der ansässigen beliebigen rassistischen Partei, schonmal ein Auge zugedrückt. Meint der doch gar nicht so, und sonst ist der doch auch ganz nett. Macht viel für die alten Leute. Und die Ausländer benehmen sich doch auch immer so komisch, oder? Sind so laut. Und so dreckig. Viel dreckiger als die Deutschen. Mensch. Aber die linken Zecken, die sind doch nur neidisch auf das, was ich mir erarbeitet habe! Die wollen mir das wegnehmen. Von meinem Geld leben. Wie die Ausländer.

 

Mit 15 oder 16 hatte ich keinen blassen Schimmer, wie ein ganzes Land in den Horror stürzen kann. Von Rassismus überzogen wird. Jetzt weiß ich, dass da gar nichts überzogen wird. Dass der Rassismus von innen kommt. Dass er in den Deutschen zu schlummern scheint und auf den Dornröschenkuss wartet. Am Ende der Weimarer Republik küsste Hitler die Deutschen. Jetzt tun es AfD und Co. – Petry und Höcke spitzen ihre Münder, die NPD lässt ja seit Jahren nichts anbrennen und hat sogar schon das Kondom übergezogen, die CSU krault aber auch schonmal im Nacken herum (wer hätte das gedacht?). All I need is Populismus.

 

Aber nicht nur in Deutschland ist Rassismus schwer im Trend. Schauen wir nach Polen. Frankreich. Großbritannien. Dänemark. Schweden. Norwegen. Ungarn. etc. etc. etc. .... Was ist mit Europa eigentlich los? Wo ist dieses Europa, über das ich in der Schule so viel Gutes gelernt habe, und in das ich so viele Hoffnungen gesteckt habe? Das mich nachts ruhig schlafen ließ in dem Gefühl, beschützt zu werden?

 

Wusste ich damals nicht, wie eine Gesellschaft so dermaßen kippen und entgleisen kann, weiß ich es jetzt. Es ist eigentlich ganz einfach:

 

Genau so, wie jetzt. So beginnt es. So fängt es an. 
Dass ich mal live dabei sein würde, hätte ich NIE gedacht. Niemals. Sind die denn nicht zur Schule gegangen, fragt man sich. Ist das kein böser Traum? Ist das ECHT, verdammte Scheiße?


Geschichte wiederholt sich nicht? Bitte. Geschichte wiederholt sich IMMER.

 

Und nein, wir sind nicht mehr bei irgendwelchen Anfängen. Wir sind schon mittendrin. Und es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Politik und die Justiz, aber auch weite Teile der Gesellschaft, ENDLICH mal aufwachen würden. Deutschland hat ein Rassismus-Problem. Und das lässt sich auch nicht wegfuchteln, weil es einem peinlich ist, dass WIR es schon wieder sind. Dass wir voll dabei sind. Nach all dem. Nach damals. Fuck Mann, schon wieder wir. Nur sollten wir doch mittlerweile in der Lage sein, das zu erkennen und etwas dagegen zu tun – oder?


Eine kleine Anmerkung:

Nachdem der Artikel jetzt zehntausende Male gelesen und geteilt wurde und ich viele Nachrichten bekam, in denen Leute mir gestanden, dass sie total mutlos sind: Das müsst ihr nicht sein! Schaut euch um, wieviele Leute mit eurer Meinung übereinstimmen. Ihr sagt mir, dass ihr die Dinge ebenfalls so fühlt. Das ist doch was Gutes! Ihr seid nicht allein, wie ihr seht. Wir sind nicht allein. Also: Nicht verzagen, sondern Mund aufmachen. Sich klar positionieren und sagen: Ne, also ich sehe das nicht so, wie ihr von AfD & Co. 

Mir macht das Mut. Ich hoffe, euch auch. :)

 

(Noch ein kleines PS, weil viele Kommentare so etwas andeuten: Ich bin nicht (mehr) jugendlich. Nicht, dass da Missverständnisse aufkommen. Ahoi!)

 

(PPS: Bitte nutzt diesen Blog-Eintrag nicht, um gegen Ostdeutsche zu hetzen. Das ist Unsinn und sowas entferne ich aus den Kommentaren. Man ist nicht automatisch Nazi, weil man ostdeutsch ist. Auch nicht, weil man deutsch ist. Danke.)


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Jasmin Schreiber

Hurra, Hurra, so nicht!

Illustratorin aus Hamburg | Politisch | Journalismuswelpe bei der Lügenpresse im Auftrag der BRD GmbH | schreibt Geschichten 



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Kommentare: 156
  • #1

    Simeon H. (Sonntag, 21 Februar 2016 18:21)

    Danke für diesen Text! Er spricht mir aus der Seele. Jedes einzelne Wort!

  • #2

    Bastian Allgeier (Sonntag, 21 Februar 2016 21:59)

    Danke für diesen Artikel!

    Meine Schulzeit verlief fast identisch und ich kann mich nur zu deutlich an die vielen Geschichtsstunden, an den Deutsch- und Englischunterricht zum Thema und die Klassenfahrt nach Dachau erinnern. An die unfassbaren Bilder. An die Filme. Irgendwann völlig überfordert zu sein und ehrlicher Weise auch manchmal genervt, wenn das Thema immer und immer wieder zur Sprache kam. Damals war ich pubertierend und nicht immer der hellste und mir war trotzdem zu jedem Zeitpunkt klar, wie wichtig die Sensibilität für uns ist, die uns da mitgegeben wird. Ich hatte das selbe Schutzgefühl durch die Demokratie, Europa und durch die Tatsache, dass ja alle daraus gelernt haben und das so nie wieder vorkommen kann. Wie auch? Unsere Generation ist im Frieden aufgewachsen. In der Illusion, dass sich die Menschen und die Zeiten geändert haben. Das Schutzgefühl ist längst weg. Natürlich ist das im Nachhinein naiv, aber es wäre halt auch zu schön gewesen. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn wir auch irgendwann in der "wir haben es doch damals nicht besser gewusst" Suppe untergehen. Es heißt von manchen gerne, dass man doch drei Generationen danach nicht immer noch für die Schuld unserer Groß- und Urgroßeltern verantwortlich gemacht werden könne. Aber genau in solchen Situationen sind wir dafür verantwortlich aus diesem Wissen und der Sensibilität mehr zu machen. Solche Artikel zu schreiben. Unseren Mund aufzumachen und uns klar dagegen zu stellen.

  • #3

    Axel Schröder (Sonntag, 21 Februar 2016 23:31)

    Merci, Kollegin!

  • #4

    Ligia Liberatori (Montag, 22 Februar 2016 08:43)

    Danke!!!

  • #5

    Klaus-Peter Baumgardt (Montag, 22 Februar 2016 09:37)

    Wir sind schon mittendrin - und damals - da waren (auch) alle einverstanden...

    Nun ja - das ist eine These, auf der kannst Du aufbauen, die kannst Du aber auch überprüfen.
    Ob wir verantwortlich sind, wenn Geschichte sich wiederholt - so eine Frage ist hier zunächst nicht hilfreich.
    Mittendrin in einem Umbruch - sind wir wahrscheinlich. Aber sei versichert: Es waren nicht alle einverstanden. Teile des Widerstands sind aus dem öffentlichen Bewusstsein ausgeblendet worden, da gab es mehr, als die offizielle Geschichtsshreibung erzählt. Und es gab keine Meinungsfreiheit; Witze, Tatsachen erzählen konnte lebensbedrohlich sein.

    Der Lehrplan Deiner Schule in Frankfurt am Main - in Frankfurt an der Oder hätte der ganz anders ausgesehen, auch das wäre mal interessant, und eine Rosa-Luxemburg-Schule in Berlin hat mal "den großen Diktator" von Chaplin als "Stoff" gehabt - war dann doch sehr speziell.

    Der Herr K. kommt mir vor wie ein Busfahrer, der, selbst angeschnallt, eine Böschung hinunterfährt und sich anschließend sensibel um die Blessuren der Passagiere kümmert.
    Ein eher unverantwortliches Vorgehen, aber so sind auch die Medien: Immer, immer wieder konfrontieren sie einen mit den "Schatten der Vergangenheit"...
    Dann wurde noch erzählt, dass "Das" passiert war, war die Schuld dieser Generation, auch meiner Eltern, weil sie ja, sofern nicht aktiv beteiligt, Mitläufer waren. Kommt hinzu die Idee von der Erbschuld.

    Es gibt auch Massengräber in Südamerika, in Asien, vielleicht im Nahen Osten, das Mittelmeer ist auch eines. Was ist ein Bombenteppich? Wir sind da vielleicht traumatisiert und desensibilisiert - gleichzeitig. Zum Wegschauen erzogen, weil die Bilder nicht auszuhalten sind. Aber zumutbar? Du hast ja selbst so ein Stadt-in-Schutt-und-Asche-Bild gepostet...

    Die überlebt haben, kommen/kamen über die Erlebnisse auch nur schwer hinweg, wenn überhaupt. Verfolge die Spur zurück, bis zu den Großeltern, Urgroßeltern, wenn möglich...

    Welche Traumata sind dann überliefert worden?


    Der Lehrer hätte auch einen Film über die Milgram-Experimente zeigen können - Menschen sind anpassungsfähig, gehorsam. Böse, wenn es gefordert wird. Außerdem: Sie hatten einen Vertrag unterschrieben.
    Unsere "Mitläufer" hatten einen Eid geleistet - freudig? Ich weiß wirklich nicht... Bestimmt nicht alle...

    Beeinflussbar. Laufen Idealen hinterher, und sind dabei innerlich leer - wie viele betrifft das?

    Vielleicht träumen viele lieber, als die (gemeinsame) Situation zu verbessern. Da liefert die Unterhaltungsindustrie mit ihren Traumfabriken den Stoff. Disney verhunzt jedes Märchen, schlachtet Mythen aus, und Barbie ist der Star im Kinderzimmer. Als Leitbild. Das musste ich mal sagen, wegen der "Leitkultur", der deutschen. Unsere Jugendlichen zocken übrigens wie die Weltmeister, aber was nur?

    Insofern kann unser System auch krank machen, oder zu merkwürdigen Erscheinungen führen. "Man sieht nur die im Lichte..."

    Klar kannst Du dagegen anschreiben. Keine tausend BloggerInnen außer uns tun das auch.

  • #6

    La Vie Vagabonde (Montag, 22 Februar 2016 09:58)

    Moin Klaus-Peter,

    vielen Dank für deinen Beitrag!

    Ein paar Punkte greife ich auf:

    >>> "Ob wir verantwortlich sind, wenn Geschichte sich wiederholt"

    Von Verantwortung ja oder nein schrieb ich eigentlich nicht. Jedoch, jetzt wo du es sagst, finde ich schon, dass wir verantwortlich sein können (!), wenn wir das so hinnehmen. Es gibt viel Ressentiments, die können aber gern lauter werden. In meiner Filter-Bubble, bestehend aus Journalisten, Philosophen, Literaten und Politikern, ist der Widerstand gegen rechts sehr hoch, aber für viele Otto-Normal-Leute sind das immer noch Einzelfälle und "wird ja nicht so schlimm sein". Die haben eben auch andere Sorgen, genau so, wie die Leute damals.

    >>> "Der Lehrer hätte auch einen Film über die Milgram-Experimente zeigen können"

    Die Filme haben wir auch alle gesehen. Auch den großen Diktator, by the way. Wir haben ja nicht nur die Auschwitz-Befreiung gesehen ;) In 9 Jahren Gymnasium kommt da einiges zusammen.

    Die Auschwitz-Filme kamen ja nicht aus heiterem Himmel. Er hat sich nicht hingesetzt und gesagt "so, jetzt machen wir denen mal richtig Angst". Das war schon sinnvoll – und auch gut, dass wir das gesehen haben. Der sehr abstrakte Schrecken wurde dadurch sehr greifbar und auf einmal konnten wir mit den Buchstaben in den Lehrbüchern etwas anfangen, hatten eine Hausnummer, an der wir das alles ausmachen und messen und uns orientieren konnten.

    >>> "Dann wurde noch erzählt, dass "Das" passiert war, war die Schuld dieser Generation, auch meiner Eltern, weil sie ja, sofern nicht aktiv beteiligt, Mitläufer waren."

    Finde ich zu einfach gedacht, wie du vermutlich auch. So einfach kann man das nicht sagen. Man muss schauen, was damals los war. Hitler kam mit Lösungen für real bestehende Probleme, was er da noch im Gepäck hatte, war vielen sehr lange nicht klar. Vor allem, da ein "milder" Antisemitismus ja schon immer in Europa trendete. Ich glaube mit Propaganda, wie er sie betrieb, konnte man schon viel umdeuten und erreichen.


    >>> "Vielleicht träumen viele lieber, als die (gemeinsame) Situation zu verbessern."

    Ja, das ist es ja. Das meinte ich ja mit dem Beispiel Eltern mit 3 Jobs. Viele sind so geschlaucht von ihrem Leben, da ist das Verständnis und auch die Kraft gar nicht da. Und die kriegen das auch nicht richtig mit, nur durch einen Nebel. Wenn ich mit Menschen im dörflichen Umfeld spreche, für die sind das alles News. Und das ist das Problem. Nicht, dass die dann alle wieder aufwachen, wenn es schon lange zu spät ist....

    Liebe Grüße!

  • #7

    Alice (Montag, 22 Februar 2016 10:46)

    Hallo!
    Auch ich war auf einem Gymnasium, in dem dieselben Bücher gelesen wurden, auch wir haben im Polen-Austausch Auschwitz besucht und uns in Anbetracht der Grausamkeit die Augen ausgeheult. Meine These ist allerdings, dass sehr viele nie in dieser Art mit der Vergangenheitsbewältigung Deutschlands konfrontiert wurden.
    Was ist, wenn du in einem strukturschwachen Dorf aufwächst, deine Eltern sich durchbeißen, damit du dir auch mal ein Paar neue Schuhe kaufen kannst und die beste Zukunftsperspektive darin besteht, eine Lehre bei einem lokalen Betrieb zu machen?
    Ich glaube gar nicht so sehr, dass es den Menschen egal ist, was gerade passiert - einem gewissen Teil schon, aber die ganzen Nazis, AfD- und Pegida-Anhänger sind ja mobilisiert, weil sie gegen das etablierte politische System sind. Es sind diese tief reaktionären Gedanken, die besorgniserregend sind, weil sie viel bewusster ablaufen. Allerdings muss man auch einfach sehen, dass es Menschen in diesem Land gibt, die abgehängt wurden - seelenlose Dörfer, wachsende Kinderarmut, Altersarmut, Lohndumping. Auch das ist Deutschland. Diese Menschen haben die Schnauze voll und das ihre Art, Gerechtigkeit zu empfinden - auf einen vermeintlichen Sündenbock zu zeigen.
    Ich glaube so war es auch in den 30-ern. Eine erschöpfte Bevölkerung, deren Wahrnehmung von Bedrohung bestimmt war.

  • #8

    Peter (Montag, 22 Februar 2016 11:56)

    Ich finde es gut das du nicht die deutschen sind böse Keule rausgeholt hast.

    Das schlimme ist die Kriesen und Kriege dieser Welt machen Angst. Hinzu kommt diese "Völkerwanderung" und das Gefühl das die BRD der einzige Staat in Europa ist der alle aufnimmt.

    Niemand vertraut der EU mehr das zu managen.

    Ich rede oft und viel mit Kollegen, Freunde und Bekannten. Alle sind verunsichert und suchen antworten. Selbst die selbst einen Migrationshintergrund haben sind mehr als skeptisch.

    Und ja es beginnt wieder. Angst Hass Abscheu und Verachtung treiben die Gewaltspirale an.

  • #9

    Anett Gläsel-Maslov (Montag, 22 Februar 2016 12:05)

    Danke für deinen Artikel!

  • #10

    La Vie Vagabonde (Montag, 22 Februar 2016 12:44)

    @ Alice >>> "Ich glaube so war es auch in den 30-ern. Eine erschöpfte Bevölkerung, deren Wahrnehmung von Bedrohung bestimmt war."

    Ganz genau so sehe ich das auch...!

    @ Peter >>> "Ich finde es gut das du nicht die deutschen sind böse Keule rausgeholt hast."

    Ja, das wäre ja auch zu kurz gedacht und nicht zielführend.

    Lg

  • #11

    Nicole (Montag, 22 Februar 2016 13:20)

    Es spricht mir aus der Seele. Ich war letztes Jahr am Obersalzberg in Berchtesgaden und habe dort mal wieder einige fassungslose Stunden verbracht und mir einfach keinen Reim auf die Frage des "Warums", des "Wies" und des "Wers" machen können. Und viel gerätselt: "was hätte ich getan?" Man muss unglaubliche Angst und einen riesen Respekt haben vor dem Moment, in dem die letzte Frage real wird und man sich diese nicht mehr nur noch hypothetisch stellen muss. Das Schlimme ist, aktuell kenne ich die Antwort bzw. die Lösung nicht und das macht mir noch viel mehr Angst.

  • #12

    Helga Reusser (Montag, 22 Februar 2016 13:24)

    Ich bin fast 8O Jahre alt, habe Krieg und Flucht durchgemacht und bin sprachlos und entsetzt und entmutigt ob des Zustandes unserer Welt nach einem Jahrhundert der fürchterlichsten Kriege und deren physischen und materiellen Opfern. Andererseits, was habe ich erwartet? Die Dummheit und Verweigerung, der Egoismus und die Intoleranz eines Grossteils der Menschen - Politiker fast samt und sonders eingeschlossen - ist eine Tatsache, und ich kann nur einen kleinen Teil dazu beitragen, - in Form von Hilfe und Aufklärung um mich herum - dass ein gewisses Mass an "Zivilisation" aufrechterhalten bleibt.

  • #13

    Astrid (Montag, 22 Februar 2016)

    Vielen Dank für den Artikel, er spricht mir aus der Seele. Nur eins. Auch als alleinerziehende Mutter mit 3 Jobs, die auch nochehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe arbeitet, hat und muss man Zeit haben sich dem Thema zu beschäftigen. Ich jedenfalls tue das und sehe das als meine Pflicht als Mensch an :)

  • #14

    Axel Possiel (Montag, 22 Februar 2016 13:31)

    Danke! Du sprichst aus, was ich auch denke. Wohne inDK, dort ist es auch nicht besser....

  • #15

    Michael (Montag, 22 Februar 2016 13:32)

    Guter. lesenswerter und wichtiger Artikel - Respekt!
    Meine Bitte: Nochfalls sorgfältig durchlesen und die Orthografiefehler beseitigen.

  • #16

    Dagger (Montag, 22 Februar 2016 13:51)

    Genau so. Danke.

  • #17

    Sandra (Montag, 22 Februar 2016 14:12)

    ... hat sich in Deinen sonst hinreissend schönen und wahren Artikel eingeschlichen: Es sind leider BEI WEITEM nicht nur die Rechten, die wieder mit der Menschenhatz anfangen. Beim Ausländerhass, beim Antisemitismus, bei der Israelfeindlichkeit, bei der Angst vor Veränderung - bei all dem geht es nicht um Rechts oder Links. Beide Seiten (die sich sowieso in ihren jeweiligen Extremen wieder treffen) sind gleich viel davon befallen. Und das ist mit ein Grund, dass so wenig dagegen getan wird: man sieht den Splitter im eigenen Auge so ungern....

  • #18

    snadra (ps) (Montag, 22 Februar 2016 14:12)

    sorry, es fehlt der Anfang des Postings: "ein kleiner Denkfehler" sollte da noch stehen.

  • #19

    palindrom89 (Montag, 22 Februar 2016 14:22)

    Danke für diesen tollen Kommentar
    Ich stelle mir genau die gleichen Fragen und weiß manchmal gar nicht was bei der momentanen Situation überwiegt. Meine Wut oder meine Enttäuschung? Ich bin tatsächlich beides - wütend und enttäuscht - denn ich bin in einem freien, grenzenlosen Europa aufgewachsen welches seit seiner Entstehung mehr voneinander profitiert als voneinander Schaden genommen hat. MulitKulti ist heute überall und bereichert meiner Meinung nach unser aller Leben. Es ist klar, dass es immer rechtes Gedankengut geben wird, und mir war auch klar, dass dieses nicht einfach mit Ende des Krieges aus Deutschland bzw. Europa verschwunden ist. Aber was momentan geschieht, kann und will ich nicht akzeptieren. Diese neue Form des salonfähig gewordenen Rassismus durch Parteien wie beispielsweise die AfD, ist eine Missbilligung und somit Bedrohung der Demokratie, die viele Leute einfach nicht genug zu schätzen wissen. Wer also aus "Überzeugung" oder noch schlimmer, aus "Protest" (z.B. gegen Merkel) Parteien wie die AfD in Deutschland unterstützt, der spricht sich offen gegen die Grundsätze der Demokratie aus und nimmt billigend in Kauf, dass wir die Geschichte des 3.Reichs kommentarlos wiederholen.

  • #20

    Klaus-Bärbel (Montag, 22 Februar 2016 14:58)

    Ein Minister der einen Kampf gegen "Rechts" bezahlt und damit nicht exklusiv Rechtsextremisten meint. Vom linken Extremismus ganz zu schweigen. Eine Zensureinrichtung für soziale Medien, geleitet von einer Stasi Mitarbeiterin, die in ihren Reihen volksverhetzende Äußerungen duldet (Bomber Harris do it again, etc.), eine Bundeskanzlerin, die sich selbst ermächtigt, Grundgesetz und Parlament übergeht. Gegendemonstraten, die Gewalt anwenden und das als ganz OK definieren. Medien, bei denen der unschöne Eindruck der Gleichschaltung herüberkommt, weil sie meinen sie hätten einen Schutz- und Erziehungsauftrag.
    Ja, es macht die Schilderungen meiner Familie über den Beginn des unsäglichen Dritten Reiches erheblich plausibler. Die Schlägertrupps von damals, die den Normalbürger verschreckten heißen heute Hools und Antifa statt Saalschutz und Rotfrontkämpferbund. Auch damals gab es eine schweigede Mehrheit, die sich lieber herausgehalten hat, bis es zu spät war. Bisher haben wir zum Glück keine Toten, wie eine vom Endsieg träumende Rosa Luxemburg, beklagen müssen. Auch damals war die SPD federführend. In diesem Lichte ist ein Herr Maas untragbar.
    Bedauerlich, dass in Deutschland das Pendel immer erst in die Extreme ausschlagen muß. Also A.. hoch. Friedlich & demokratisch.

  • #21

    Claudia (Montag, 22 Februar 2016 15:11)

    ganz recht - Deutschland hat das Problem, nicht Ostdeutschland.

  • #22

    cervo (Montag, 22 Februar 2016 15:13)

    Danke. Und weiter so. Ich persönlich war schon "eingeschlafen", mache jetzt aber wieder den Mund auf. Kein Fußbreit den Neonazis. Liebe Pegidisten, AFDler und alle anderen Rechtsnationale und Rassisten die vielleicht hier auch mitlesen, ihr seid nicht das Volk!

  • #23

    balkenimauge (Montag, 22 Februar 2016 15:25)

    > Und dass dann jemand kommt (ja, wer eigentlich?) und das Ruder herum reißt. Diese Leute ins Gefängnis kommen, und zwar ALLE. Am besten für immer. Oder raus aus Deutschland, ganz egal. Hauptsache: Weg! Wir haben ein Grundgesetz. Das wird es schon regeln.

    Da glaubt eine, dass ihre eigenen Führerphantasien und "hart durchgreifen" besser sind als die, die sie anprangert.

  • #24

    Patrick Schönbach (Montag, 22 Februar 2016 15:31)

    Aus meiner Sicht sind die Vorgänge wesentlich komplexer und vielschichtiger als sie gemeinhin, so auch in diesem Artikel, dargestellt werden.

    Wir sind jetzt seit gut 70 Jahren konsequent darauf trainiert worden, höchst sensibel auf faschistische Tendenzen von rechts zu reagieren und alles Nationale suspekt zu finden. Und ja, Gewalt ist definitiv keine Lösung, Asylunterkünfte anzünden auch nicht. Faschismus per se ist aber unabhängig von politischer Orientierung.

    Nach rechts schauen wir, darauf sind wir trainiert, aber schauen wir auch nach links (und dazu muß man auch Frau Merkels Politik zählen, auch wenn sie einer rechten Partei angehört - ein Blick in ihre Biographie macht diese auf den ersten Blick verwunderliche Tatsache weit weniger verwunderlich)? Die sogenannte Willkommenskultur ist dem deutschen Volk von oben verordnet worden. Ja, viele sind schnell darauf angesprungen, dennoch hat Frau Merkel im Alleingang Entscheidungen getroffen, die verfassungsmäßig im höchsten Maße bedenklich sind, eine Tatsache, die mehrere renommierte Verfassungsrechtler mit Nachdruck bestätigt haben. Bekommen wir mit, daß in Deutschland der Rechtsstaat immer bedenklicher ausgehöhlt wird? Merken wir, daß in Deutschland eine geradezu fanatisch betriebene Gleichmacherei um sich greift, die propagandistisch höchst geschickt als "Diversity" verkauft wird? Nehmen wir wahr, daß in Deutschland sowohl die öffentliche Meinung als auch die Empörung des Volkes über die Medien sehr geschickt gesteuert wird? Man beschäftige sich z.B. mit den Erkenntnissen des Kieler Psychiatrieprofessors Prof. Dr. Rainer Mausfeld. Bekommen wir noch mit, daß Begriffe wie "Menschlichkeit" und "Nächstenliebe", gegen die natürlich niemand etwas haben kann, längst zu Werkzeugen subtiler Propaganda geworden sind? Auch auf der linken Seite gibt es das Feinbild der "Anderen". Das sind nämlich all jene, die sich, durchaus mit Berechtigung. Sorgen um unser Land machen und denen der Fortbestand unseres Landes in der jetzigen Form, am Herzen liegt, was durchaus legitim ist. Diese Leute werden aber sofort reflexhaft mit der Nazikeule erschlagen. Dies alles ist ebenfalls im höchsten Grade faschistisch und auch da haben wir längst verpaßt, den Anfängen zu währen.

    Die weitreichenden Folgen einer ideologisch gesteuerten Willkommenskultur lassen sich in dramatischer Weise in Schweden beobachten. Dort steht der Rechtsstaat kurz vor dem totalen Kollaps, was von den dortigen Sicherheitsbehörden auch unumwunden zugegeben wird. Warum sind wir völlig blind gegen diese ebenfalls faschistischen Tendenzen?

    Fragen wir uns warum ausgerechnet Frau Merkel im Jahre 2010 von der Europagesellschaft Coudenhove-Kalergi den Europapreis verliehen bekam? Wissen wir wer Richard Coudenhove-Kalergi war? Kennen wir seine Ideologien und Schriften? Fragen wir uns, warum sein Plan jetzt nach gut 90 Jahren sehr offensichtlich zu Umsetzung gelangt? Nur soviel sei gesagt: Couldenhove-Kalergis Schriften stehen Hitlers „Mein Kampf“ an Brutalität und Menschenverachtung in absolut nichts nach!

  • #25

    Sabine (Montag, 22 Februar 2016 16:04)

    Toller Artikel - danke.
    Auch ich bin genauso fassungslos, dass die Geschichte in unserem Land zu keiner nachhaltigen Änderung der Gesinnung geführt hat.

  • #26

    Christine T. (Montag, 22 Februar 2016 16:36)

    Danke - mir aus der Seele gesprochen!

  • #27

    Ebenfalls Besorgte (Montag, 22 Februar 2016)

    Danke. Das ist mir aus der Seele geschrieben. Und ich frage mich täglich, was ich gegen diese Entwicklung tun kann. An Demos gegen Rechts teilnehmen - selbstverständlich. Seine Meinung deutlich äußern - natürlich. All dies passiert ja schon seit Jahren und ich bin da nicht alleine und dennoch nimmt diese lawinenartige Bewegung, die durch unser Land rollt, immer mehr Fahrt auf und es gibt immer mehr Mitläufer, die zum großen Teil von den etablierten Parteien einfach nur nicht ernst genug genommen werden mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass viele von denen die etablierten Parteien gar nicht mehr ernst nehmen (können). Sie sind also gar nicht zugänglich. Müssen sie tatsächlich erst von ihren neuen "Heilsbringern" so sehr enttäuscht werden, dass sie den Blick in die andere Richtung wieder bekommen? Und wenn ja, was heißt das? Ein Drittes Reich 2.0? Mit allem was dazu gehört? Mir macht das Angst!

  • #28

    Micha (Montag, 22 Februar 2016 16:48)

    Wow, danke für diesen wunderschönen Artikel. Die Frage, wie das alles passieren konnte, stelle ich mir auch schon seit langem. Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich habe echt Angst, wohin das alles noch führen wird. Hoffentlich werden wir diesem Wahnsinn noch Einhalt gebieten können.

  • #29

    Anna (Montag, 22 Februar 2016 16:59)

    Ich muss, leider, sagen, dass Rassismus immer da war. Es hatte nicht aufgehört, es hat sich nur “besser“ versteckt gehabt. Oder viele wollt es es nicht wahr haben dass das noch existiert.. eben weil es so schrecklich war, und noch immer ist.

    Ich “durfte“ es selbst erleben. Von Deutschen als “scheiß Ausländer“ bezeichnet, von gleichaltrigen und älteren Kindern verschlagen, körperlich und verbal missbraucht, weil ich ein “scheiß Ausländer“ bin (haben sie ganz toll von ihren Eltern gelernt das meine Familie nichts wert ist, und verachtenswert).
    Und was machten die Kinder mit Wurzeln außerhalb Deutschlands? Haben mich als “scheiß Nazi“ beschimpft und genau so behandelt wie die Kinder mit Wurzeln in Deutschland. Und alles nur, weil ich in und außerhalb Deutschlands meine Wurzeln habe. Schon im Kindergarten, und dass ohne auch nur irgendeinem Kind was getan zu haben, nur weil ich zu dieser (für mich wunderbaren und liebevollen) Familie gehöre. Seit meinem dritten Lebensjahr.
    Seit ich mit 17 weg gezogen bin wurde es besser, Albträume hatte ich noch lange. Und so wie es jetzt in Deutschland steht kommen sie wieder. Man weiß gar nicht was man da machen soll.. Beim Betrachten vieler wahlplakate wird mir nur noch schlecht.. Und auf Demos traue ich mich nicht, so gerne ich mich gerne selbst dafür einsetzen würde gegen das Grauen, die Angst ist einfach zu groß ._.

  • #30

    cervo (Montag, 22 Februar 2016 17:18)

    Kleiner Nachtrag, genau heute vor 73 Jahren haben die Nazis die Geschwister Scholl hingerichtet.

  • #31

    Marianne (Montag, 22 Februar 2016 17:21)

    Du sprichst mir aus der Seele! Aber warum kippt es gerade jetzt und hier - ich denke, dafür gibt viele Gründe.

    Einer der wichtigsten: alle Menschen haben einen kleinen Dämon namens *Gier* in sich. Jeder will konsumieren und Haus/Auto/Urlaubsreise haben. Aber wenn das Geld knapp ist und/oder Perspektiven sowie Arbeit fehlen, dauert es nicht lange, und die Neid-Dämonen kriechen aus der Kiste. "Die da (mit Finger auf Flüchtlinge zeig) kriegen es hinten und vorne reingeschoben, nehmen uns Wohnungen und Jobs weg und was ist mit mir? Mir gehts auch schlecht, aber ich krieg nix...* Und schon hebt der Haß-Dämon sein Haupt und brüllt: "Aber nicht mit mir! Ich habe die nicht bestellt, sollen sie doch bleiben, wo der Pfeffer wächst!"

    Und schon werden *brave Bürger* zu mörderischen Bestien, die nicht darüber nachdenken, was sie da eigentlich von sich geben bzw. tun. Aus dieser Mentalität wurden alle Kriege, die die Menschheit je geführt hat, geboren! Diese Stimmung sorgte dafür, das Hitler seine kruden Ideen, die er während seiner Festungshaft in Landsberg zu Papier brachte, wenig später mit Gleichgesinnten umsetzen und so einen mörderischen Weltkrieg auslösen konnte...

    Und als alles in Trümmern lag und die Menschen langsam begriffen, was sie indoktriniert und verblendet in ihrem Wahn getan hatten, tja - da hätten sie Weichen für eine gerechtere und bessere Welt stellen können. Wurde aber nicht... stattdessen alles einfach weggedrückt und totgeschwiegen. Die Erziehungsmethoden der Nazizeit (die darauf ausgelegt waren, linientreue, gehorsame und vor allem nichts hinterfragende Befehlsempfänger zu generieren) wurden etwas überarbeitet, aber bis Ende der 1980er Jahre in Schulen und Betrieben munter weiter angewandt. Und zwar in beiden deutschen Staaten gleichermaßen... im östlichen Teil offen und für jeden sichtbar, im westlichen unterschwellig, aber nicht weniger wirksam.

    Auch jetzt - 25 Jahre nach der Wiedervereinigung - sind wir noch weit davon entfernt "ein Volk" zu sein. Vielleicht schaffen wir es, wenn wir uns daran erinnern, das wir alle Menschen sind, die im Grunde genommen alle die gleichen Ziele haben: ein anständiges Leben ohne Mangel, eine bezahlbare Wohnung, ein befriedigender Arbeitsplatz und nette Nachbarn. Und das die Farbe unserer Haut oder der Ort, wo wir herkommen, absolut unwichtig sind.

  • #32

    Mike (Montag, 22 Februar 2016 18:27)

    Vielen dank für den Artikel. Das kann ich so unterschreiben!

  • #33

    Franz (Montag, 22 Februar 2016 18:31)

    danke für den artikel. bin zufällig - glaub über facebook - hier gelandet und hab deinen bericht jetzt gleich zweimal gelesen.

    du bringst meine fassungslosigkeit - aber auch sprachlosigkeit - auf den punkt. bin glaub ich ca. doppelt so alt wie du, ziehe aber meinen hut vor soviel reflexion und kluger beobachtung.

    schön dass es menschen wie dich gibt. und nochmal - danke für den artikel.

  • #34

    Bob (Montag, 22 Februar 2016 18:32)

    "In der Pressekonferenz hinterher sagen sie, dass die Flüchtlinge ja auch irgendwie selbst Schuld seien. Und überhaupt habe da ein Junge dem Mob dann den Mittelfinger gezeigt – gegen ihn wird jetzt ermittelt."

    Täter-Opfer-Umkehr par excellence.

    Korpsgeist bei den Behörden. Die sächsische Polizei auf der PK:

    "Es gab für uns weder vom Staatsschutz, noch vom Revier, noch von sonstigen Beteiligten, äh ja, gewichtige, nachhaltige Informationen, dass es über diesen allgemeinen, äh, verbalen Widerspruch zu solchen Aktionen kommen kann. (…) Mit 20 Beamten können Sie eine Größenordnung von 80-100 Personen nicht beherrschen. (…) Der Junge, der da so arg provoziert hat, augenscheinlich ein Kind, wir schätzen so um die zehn, zehn Jahre alt."

    ARG PROVOZIERT. Da muss man erst mal drauf kommen! Warum gibt es in den Medien keinen kollektiven Aufschrei?

    Innenminister und NSU-Vertuscher Thomas de Maizière:

    "Nun das war nicht, äh, offenbar nicht vorhersehbar für die Polizei, wenn, äh Menschen in Deutschland Schutz begehren. Auch wenn der Schutz im Ergebnis nicht um sich, nicht greift, wenn sie unser Land wieder verlassen müssen. (…) Deswegen hat die Polizei meines Erachtens auch richtig gehandelt, die Menschen aus dem Bus zu bringen. In der Unterkunft waren sie sicher untergebracht. Ich kann Kritik an diesem Polizeieinsatz nicht erkennen. (...) Ob das jetzt Provokationen der Asylbewerber gab oder nicht, das kann ich nicht im Einzelnen beurteilen. Aber es war richtig auch diesen jungen Menschen aus dem Bus zu bringen in die Asylbewerberunterkunft. Stellen Sie sich mal vor der Bus wäre zurück gefahren dann hätten ja diese, äh, grölenden Leute noch Recht bekommen. Nein das war in Ordnung."

    https://machtelite.wordpress.com/2016/02/19/clausnitz-die-parolen-der-rassisten-und-die-reaktion-der-polizei/

    Den jungen Menschen aus dem Bus zu BRINGEN. Bitte? Das war alles nicht vorhersehbar?? In welchem Zauberwald lebt der Innenminister? Freie Kameradschaften, Pegida, Afd, diverse Anschläge, Blockaden, "Bürgerproteste" und dann war das nicht vorhersehbar?

    Hier sind rassistische Strukturen gewachsen unter den Augen der Behörden und leider muss man davon ausgehen, dass es im Staatsapparat Sympathisanten gibt:

    "Der Leipziger NPD sind interne Dokumente der Polizei zugespielt worden, die auch Klarnamen von Tatverdächtigen enthalten. Das bestätigten die Beamten am Montagnachmittag. Nun werde wegen Geheimnisverrats ermittelt, sagte Polizeisprecher Andreas Loepki gegenüber LVZ.de. Am Montag war auf dem Twitter-Account der rechtsextremen NPD ein Foto aufgetaucht, das offenbar einen Computerbildschirm der Polizei zeigt. Darauf ist der Bericht zu einer Verkehrskontrolle zu sehen, bei der am Montag mutmaßlich Linksextreme auf dem Weg nach Leipzig gestellt wurden. Die Polizei bestätigte mittlerweile die Echtheit des Dokuments."

    https://machtelite.wordpress.com/2016/01/11/polizeisprecher-der-polizei-sachsen-es-liegt-ein-brauner-schatten-ueber-der-polizeidirektion-leipzig/

  • #35

    Friedrich (Montag, 22 Februar 2016 19:15)

    Danke für diesen Artikel. Ich teile jedes Wort. Das was Du (be)schreibst trifft es. So abscheulich es auch gerade ist, deine Zeilen machen mir doch auch Mut: es gibt noch Menschen denen es geht auch nicht egal ist was gerade passiert.

  • #36

    Onkel Rübe (Montag, 22 Februar 2016)

    Hallo,
    auch bei uns wurde sich bis zum Abitur viel mit Weimar, dem NS und seinen Verbrechen beschäftigt. Ich war aber mit der Art und Weise spätestens in der Oberstufe nicht mehr zufrieden und möchte kurz schildern, weshalb – und später einen Bogen zu den aktuellen Ereignissen schlagen. Vielleicht ergibt sich daraus auch eine Antwort auf deine Fragen. Vielleicht variiert es deine Antwort auch nur ein wenig.
    Unsere Behandlung dieser Themen wurde mir irgendwann einfach zu oberflächlich, zu historisch, zu bestimmt: irgendwann hatte jeder, fast gelangweilt, begriffen, dass der Nationalsozialismus etwas schlechtes, mörderisches gewesen ist, das großes Leid über die Welt gebracht hat und Milionen ermordet hat. Wie könnte man verhindern, fragte ich mich damals, dass so etwas wiederkehrt? In meiner Schule wurde der Nationalsozialismus als Produkt elitärer und nationalistischer Elementen der Zwischenkriegszeit interpretiert. Wenn man also den zweiten NS verhindern wolle, dann müsste man nicht nur gegen "Leute in braunen Uniformen mit roten Armbinden und Hakenkreuzen" vorgehen, sondern auch gegen solche, die nationalistisches, antisemitisches und elitäres Gedankengut in der Gesellschaft verbreitet. Diese Leute würden erst den Boden bereiten für weiteren Rassismus und einen möglichen zweiten NS. An unserer Schule waren viele Bekannte deshalb bei der Antifa. "Keine Toleranz den Feinden der Toleranz!" hieß es da oft. Über diese linken Kontakte kamen andere Bausteine hinzu, wie Feminismus und LGBT-Aktivismus. Hatte nicht auch Hitler sich die Frau als Heimchen gewünscht und LGBT verfolgen lassen?
    Dieser theoretischen Begeisterung stellte sich eine Abneigung gegen die antifaschistische Praxis entgegen: CDU-nahe Schüler wurden persönlich geschnitten, "rechte Einrichtungen" bis hin zur Polizei angegriffen (ich rede hier nicht von der NPD o.ä.), man fuhr in Bussen in entlegene Dörfer um NPD-Zentren mit Demos zu verhindern und hatte nicht den kleinsten Gegenentwurf für die strukturschwache Region. Rassistisches Mobbing von migrantischen Schülern durch Deutsche war ein Problem, aber nicht umgekehrt. Obwohl man meinte, dass die eigenen Argumente besser sind, wurden gegensätzliche Meinungen (z.B. gegen Gewalt gegen die Polizei) ziemlich rasch aus Diskussionen ausgeschlossen. Man wollte einer "gewalttätigen" Polizei und uniformierten Rechten entgegentreten und kam mit Stöcken und im schwarzen Block zur Demo. All das, Mobbing gegen Andere, Angriffe gegen politische Gegner, Ausblenden von einer Art von Rassismus, Ausschließen von Kritik, erinnerte mich genauso an die Weimarer Probleme, wie es die Aktionen von Rechts tuen. Ich war daher unzufrieden mit der Deutung, die im Umfeld "Schule" durch Lehrer und Mitschüler vermittelt wurde: auch "Links" hat das Potenzial, grausam zu werden. Das hat die Schule verpasst zu vermitteln.
    Was hat das damit zu tun, dass Flüchtlingsheime angezündet und Asylbewerber bedroht werden? Die Situation heute ist gottseidank noch nicht die der 1930er, aber bestimmt vergleichbar mit den 1990ern. Gleichzeitig fühlt es sich so an, als wäre die Unterstützung in der Bevölkerung größer. Es sind nicht "nur" die knapp 5% die früher vlt. NPD und DVU gewählt hätten, sondern gefühlt mehr Leute. Im Hintergrund gibt es z.B. Seiten wie PI-News, die rassistisch und islamophob den Boden dafür bereitet haben. Soweit stimmen wir bestimmt in der Lagebestimmung überein. Diese Seite (als Beipiel) nun argumentiert, nimmt man den Pathos, den Stil, die Hetze raus, eigentlich sehr aufklärerisch und liberal: "Gruppe X gehört nicht zu uns, weil sie Frauen missachten, weil sie andere Meinungen unterdrücken, weil sie rassistisch sind, weil sie ausbeuterische Strukturen unterstützen." und sie sagen: "die Medien kümmern sich um diese Probleme auf der rechten Seite, aber z.B. nicht bei Gruppe X". Für "Gruppe X" kann man etwa Migranten, Muslime, linke Gruppierungen setzen. WÄRE diese Kritik richtig, dann wäre es ein ähnliches Problem wie in der Schule: man versucht, aufklärerisch gegen die Rechte zu kämpfen, aber vergäße, dass die Aufklärung eine Herausforderung für alle darstellt.
    (Teil 1)

  • #37

    Onkel Rübe (Montag, 22 Februar 2016 19:22)

    (Teil 2)
    Nun, PI-News usw. sind, ich habe es schon geschrieben, voller schäumender Wut, Pathos, Hetze, Stillosigkeit und anderer Schwächen. Weshalb also verlassen jemanden Anstand, Geschmack, Rechtsverständnis? Ob wahr oder nicht, ich denke, diese Person fühlt sich mit seinen Problemen nicht ernstgenommen und stößt in den Medien auf den verengten Diskurs, an dem man schon in der Schule verzweifeln konnte: jemand erlebt z.B. ständig Probleme von "Migranten", seien es nun sexuelle Übergriffe oder Diebstahl oder Gewalt oder rassistische Pöbeleien. Oder er/sie hat Angst, weil man in den normalen Medien von diesen Dingen hört. Wenn er/sie das so gegenüber der Politik äußert, fühlt er sich aber oft nicht ernstgenommen - oder gerät unter den Verdacht, eigentlich grundsätzlich gegen alles Fremde zu sein und eine Brücke nach Rechts zu schlagen. An der Stelle können Seiten wie PI-News behaupten, sie seien die eigentlichen Liberalen, eigentlichen Aufklärer: "Seht her, wir sprechen über Misshandlung im Islam." oder "Sehr her, wir zeigen, wie sehr die Antifa gegenaufklärerisch ist." - und viele Leute nehmen dafür in Kauf, ein schlechteres Medium zu konsumieren. Auch andere "alternative Medien" wie Russia Today werden so für viele Leute interessanter. Liest man z.B. bei der FAZ oder ZEIT die Kommentarspalte, dann überbieten sich die Leute in ätzender Kritik. Migrationskritische Artikel sind ihnen nicht hart genug, Migrationsfreundliche Artikel blenden angeblich ihre Weltsicht aus. Berichtetes und Wahrnehmung stimmen nicht mehr überein - und bald kommt "Lügenpresse" über ihre Lippen.

    Was kann man dagegen tuen? Ich denke, eine aufklärerische Position sollte nicht dichtmachen. Ich weiß, das klingt schwer, aber viele dieser Menschen, die jetzt ihr hässliches Gesicht zeigen, sind einerseits verunsichert und andererseits fast taub. Man sollte esauf der aufgeklärten Position lieber lassen, mit linken oder liberalen Deutungen Front zu machen und "den Anfängen zu wehren", bevor man es nicht universell einlösen kann. Denn daran verzweifeln diese Leute ja jetzt schon: es gibt (folgt man den Presseberichten) offenbar eine Überrepräsentation von Straftätern aus dem Migranten- und Flüchtlingsmillieu. Das sagt ja nicht, dass das nicht an sozialen Umständen, Entfremdung, Traumata usw. liegt, wie die Linke sagt. Es sagt nicht, dass die Rechten recht haben. Aufklärerische Politik muss in diesen Millieus arbeiten: Flüchtlingsfrauen und -kinder in den Heimen schützen, Frauen und Kinder überall schützen, kriminelle Migranten und Asylbewerber konsequent und sinnvoll bestrafen, Ursachen in Umwelt, Sozialisation und Kultur bekämpfen. Dadurch drückt man aus, dass "sie" zu "uns" gehören. Lässt man das schleifen, dann verfestigt sich das Bild vom kriminellen Ausländer weiter, Begegnung und Kennenlernen werden erschwert. Begegnet man weiter mit Unverständnis und festen Weltbildern den Sorgen der Menschen, dann kommen die immer mehr zu dem Schluss, dass ihre Sorgen von Presse und Politik nicht ernstgenommen werden - und dass das einzige, was ihre Welt vor Gewalt und Übergriffen schützt, ihr Volkszorn ist, vielleicht sogar eigene Gewalt und Übergriffe. Deshalb halte ich "wehret den Anfängen" oder "wir sind mitten in einem Rassismusproblem" für keine richtigen Ansätze, sondern für solche, die die Dinge weiter hochschaukeln. Wer "Rassismus" sagt und nicht glaubhaft vermittelt, dass alle rassistische, sexistische, homophobe, ökonomische Gewalt gleichermaßen geahndet wird, beweist so nur, ein auf NS-1933-Bekämpfung beschränktes Weltbild zu haben und die eigentlichen Anliegen von Aufklärung und Humanismus nicht verstanden zu haben.

  • #38

    Matthias (Montag, 22 Februar 2016)

    Ich fand vor allem die Frage interessant, wer das Ruder rumreißen soll. Wenn wir aufgewacht sind, was kann der einzelne dann tun?

  • #39

    Daniel (Montag, 22 Februar 2016 20:07)

    Vielen Dank für diesen tollen Text!

    Als ich damals in den 90ern Schüler war, ist mir das Thema Hitler, 3. Reich und Nationalsozialismus zu den Ohren rausgewachsen, so ehrlich muss ich sein. Im Geschichts- und Deutschunterricht schien es kein anderes Thema zu geben. Zudem kamen die ganzen Dokumentationen von Guido Knopp ins Fernsehen, die ich einerseits unheimlich interessant fand, aber andererseits, so schien es mir, gab es eine regelrechte Obsession mit dem Thema Hitler.

    Aber damals war ich jung und dumm. Ich bin in dem Glauben aufgewachsen, dass so etwas wie das 3. Reich nie wieder passieren könnte, nicht im Ansatz - trotz Rostock-Lichtenhagen. Dafür gingen wir ja in den Geschichtsunterricht, dafür gab es doch diese ganzen Dokus. Heute bin ich der pessimistischen Überzeugung, dass sich so etwas wiederholen könnte - anders aber gleich. In Deutschland, in Europa, überall auf der Welt. Jeder Mensch ist im Grunde zu solchen Gräueln fähig. Faschisten, Nazis - das sind alles keine Monster, sondern leider Menschen, wie du und ich. Genauso wie deren Opfer, die von deren Peinigern wiederum als Monster gesehen werden, denen man doch zuvorkommen müsse.

    In meinem Studium hatte ich das erweiterte Nebenfach Sozialpsychologie. Ich weiß nicht, wie heute in den Schulen über das dritte Reich gelehrt wird. Ich kann nur hoffen, dass man Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie im Geschichtsunterricht vermittelt, z.B. zum Thema Stereotype oder Gruppenprozesse oder Normen. In meiner Schulzeit hatte man sowas fast komplett versäumt. Zwar stand bei uns damals natürlich auch die Frage im Raum, wie es zu all dem nur kommen konnte, aber meist war die Antwort letztendlich nur Ratlosigkeit. Und diese Leere wurde dann mit geschichtlichen Daten und unzähligen Hitler-Dokus gefüllt. Aber das hilft alles nichts, da kann es noch so viel "Bildung" und Bildungsoffensiven geben. Nicht ohne, dass man die Fähigkeit zur Introspektion und Selbsterkenntnis erlernt hat. Nicht ohne Wissen über Stereotypisierung und Gruppendynamik und Normen. Nicht ohne das Wissen z.B. über "In-Groups" und "Out-Groups". Die Tendenz zum Bulimielernen und die Förderung des Konkurrenzdenkens tun ihr Übriges.

    Das Problem ist ganz offensichtlich. Gerade wer viel über Hitler und das 3. Reich gelesen und gelernt hat, glaubt dagegen immun zu sein. Und dass man die "Flüchtlingswelle" und die "Rapefugees" stoppen müsse ("jetzt schnell bevor es zu spät ist!") wird mit einer "aktuellen Notwendigkeit" begründet, die ja bestimmt nichts mit den Dynamiken z.B. des Nationalsozialismus zu tun hätten. Denn schließlich trüge man ja Schwarzrotgold durch die Straßen und nicht das Hakenkreuz. Der Zweck heiligt für diese Leute die Mittel... der Zweck-Nationalismus, der Zweck-Faschismus, das sei ja alles gar nicht echter Nationalismus oder Faschismus, das sei doch nur Besorgnis. So rechtfertigt man sich selbst.

  • #40

    kati (Montag, 22 Februar 2016 20:24)

    Danke dafür

  • #41

    Petra (Montag, 22 Februar 2016 20:30)

    Danke Felice, habe ich sehr gerne gelesen!

  • #42

    Álvaro (Montag, 22 Februar 2016 20:41)

    Auch wenn uns viele Jahre trennen - Du sprichst mir mit jedem Wort aus der Seele...und es ist schmerzhaft zu sehen, dass meine Wahrnehmung nicht verkehrt ist...und es ist schön zu wissen, dass diese Wahrnehmung nicht nur meine ist.

    Danke für diese Hoffnung!

  • #43

    Nicole (Montag, 22 Februar 2016 20:46)

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Viele dieser Fragen stelle ich mir auch oft und kann nicht verstehen, warum die Leute so reagieren und lieber weggucken als zu handeln ...

  • #44

    Thomas Gruß (Montag, 22 Februar 2016 20:55)

    Du bist Klasse...viele in deinem Alter interessieren sich herzlich wenig für das Geschehen oder, schlimmer noch, plappern die Stammtischparolen nach. Es ist gut zu sehen ,dass es auch kluge und menschliche Jugendliche gibt die den Mund aufmachen:)

  • #45

    Hong Patong (Montag, 22 Februar 2016 20:57)

    Hm, wie konnte es damals so weit kommen?
    Die Parallele sehen wir doch zur Zeit. Die Linken und Grünen habe überall in Deutschland Schlüsselpositionen besetzt. In den Schulen wird ein Geschichtsbild vermittelt, welches mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Die Presse ist Links-Grün gleichgeschaltet. Wir holen uns zigtausende Demokratieverächter, Judenhasser und Frauenunterdrücker mit einem gehörigen Gewaltpotential in s Land.
    Die GEZ finanzierten Medien berichten nur noch ideologisch motiviert und größtenteils mit vorauseilendem Gehorsam. Gelangweilte Jugendliche aus so genanntem guten Hause marschieren wie die SA vom Adolf durch die Straßen und nennen sich auch noch Antifa, schlagen Leute zusammen, fackeln Autos ab, überfallen Polizeistationen oder brechen in Büros ein und verwüsten die.
    Demokratie wurde durch eine Diktatur ersetzt. Die Bundesregierung bricht seit Jahren recht. Eine Oposition gibt es nicht mehr. Die Presse als vierte Gewalt versagt völlig.
    Die Jusos arbeiten eng mit den Antifaschlägern zusammen und der Exjusovorsitzende Maas ist Justizminister und schreit den Kampf gegen Räääächts heraus.
    Junge Leute, von ihren Lehrern völlig verblödet indoktriniert bejubeln Anarchi und Schwachsinn. Deutschland schafft sich gerade ab und Irre rennen durch die Straßen, begleitet von Bundestagsabgeordneten und brüllen, Deutschland ist scheiße.
    Das nenne ich mal eine gelungene komplette Gehirnwäsche.
    Intelligente Menschen verlassen Deutschland in Schaaren. 700 000 im Jahr. Wir holen uns in Massen im Mittelalter verharrende Analphabeten ins Land.
    Menschen, die sich auf die Straße trauen und die Folgen dieser irren Politik sehen werden als Pack diffamiert. Deutschland ist zum Paradies für internationale kriminelle Banden degeneriert.
    Und die, welche dem Wahnsinn in der Zukunft ausgeliefert sein werden jammern über die einzigen ihrer Landsleute, die den Irrsinn stoppen wollen.
    Ihr die hier so viel Unsinn und Unvernuft von euch gebt seit im Grunde genommen die Hitlerjungen und Mädchen der heutigen Zeit. Durch Gehirnwäsche bar jeder objektiven Sichtweise beraubt. Ihr werdet den Selben Preis bezahlen müssen wie eure Großeltern. Was für eine Tragik.

  • #46

    Papalapapi (Montag, 22 Februar 2016 21:20)

    Guter Beitrag.

    Ich denke jedoch, dass diese braune Kacke in jedem Land, unter jeder Volksgruppe existiert. Bei uns waren diese gestörten Leute schon immer da, sie hatten nur kein echten Thema, wo sie gesehen und gehört wurden. Das ist nun anders.

    Demokratie fällt nicht vom Himmel, sie muss sich ständig bewehren. Wir, die Demokraten, sind in der Mehrheit, so viel ist sicher.

  • #47

    Luca (Montag, 22 Februar 2016 21:26)

    Wie Recht du hast. Es ist kaum in Worte zu fassen wenn selbst eigene Freunde anfangen mit solch Parolen um sich zu werfen. Wo bleibt unser innerer Drang nach Freiheit? Ist in manchen Köpfen die Angst wirklich so gewaltig, dass sie für ihren Hass alles Gute in sich aufgeben? Fragen auf die ich keine Antwort habe und die mich nachts nicht schlafen lassen.

    Mach weiter so, du bist nicht allein.

  • #48

    bettyblue (Montag, 22 Februar 2016 21:38)

    Gelesen, für gut befunden, geteilt, sollen ja noch viele Menschen lesen

  • #49

    Paprika 1995 (Montag, 22 Februar 2016 21:43)

    Meine Schulzeit liegt jetzt 3 Jahre zurrück. Gymnasium in Sachsen-Anhalt. Wenn ich hier höre was ihr in der Schule hattet bin ich traurig. Ich beneide euch. All das, was ihr hattet kam bei uns nie vor. Hauptthema Industrialisierung. Ein klein wenig 3. Reich, ca ein halbes Jahr. Filme? Matrix im Ethikunterricht. In Deutsch haben wir Verfilmungen vom Trojanischen Krieg geschaut und von Effi Briest. Nicht zu vergessen Krabat. Wie haben mich damals alle blöd angeschaut als ich im Unterricht das Buch eine Ziffer über dem Herzen vorgestellt hab. Ich hab meine Lehrer oft damit geschockt, dass ich gelesen habe. Das ich auch mal historisches gelesen habe. Im Unterricht war ja keine Zeit für uns. Das 13. Schuljahr war weg gefallen. Zu Beginn der 11. Klasse gab es folgende Ansage der Geschichtslehrerin. Alles was ander Tafel steht sind Themen für die 11. und 12. Klasse. Sie wischt die Hälfte weg. Alles was jetzt noch dasteht ist auf dem aktuellen Lehrplan noch zu finden. Sie wischt die Hälfte des verblieben weg. Und das ist der Stoff den wir mit etwas Glück in der Zeit schaffen. Dann können wir aber keine Rücksicht auf unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten nehmen. Öhm ja. Super Vorbereitung. Solche Themen wie ihr sie hattet wurden bei uns nie behandelt. Keine Zeit dafür. Ich fand es echt traurig. Aber deshalb wundere ich mich auch nicht, dass die Jugend jetzt langsam so radikal wird. Eine meiner Klassenkameradinnen fragte in der 12. Klasse, warum Hitler sich umgebracht habe. Er habe doch nix schlimmes gemacht. Das er für das Massensterben verantwortlich war wusste sie nicht.

  • #50

    Florian Wolf (Montag, 22 Februar 2016 22:10)

    Danke.

  • #51

    Ingo (Montag, 22 Februar 2016 23:49)

    Respekt! Sehr gut geschrieben bzw. beschrieben. Einige Gedanken hatte ich ganz ähnlich...

  • #52

    Gisela Kirschstein (Dienstag, 23 Februar 2016 00:02)

    Zunächst einmal: Tausend Dank für Deinen Text! Wie gut das tut zu sehen: es gibt Jüngere da draußen, die sehen die Zusammenhänge, verstehen, ziehen Parallelen - und machen den Mund dagegen auf, dass sich die Geschichte wiederholt.

    Nur Mut.

    Denn: das ist nicht das erste Mal. Vor 25 Jahren jagten Bürger in Eberswalde in Brandenburg "Neger durch die Straßen", "klatschten" die auf - und prügelten Amadeo Antonio zu Tode.

    https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/11/25-jahre-anschlag-auf-amadeu-antonio-eberswalde.html

    Und die Eberswalder waren nicht allein: In Hoyerswerda (1991) und in Rostock-Lichtenhage (1992) zündeten Rechte Schläger Flüchtlingsheime an - und 3.000 Menschen standen auf der Straße und applaudierten.

    Ich studierte damals an der Uni Mainz, und wir haben nicht einfach zugesehen. Wir sind auf die Straße gegangen, wir haben Artikel geschrieben und wir haben Lesungen gegen Rassismus gehalten. Mitten in Studentenstreiks. Das Wichtigste: Wir waren laut. Immer wieder. Und ich glaube: Wir haben dadurch aufgerüttelt. Natürlich nicht wir allein, die Medien haben eine entscheidende Rolle beim Aufrütteln. Aber genau das passiert jetzt ja gerade wieder, von wegen es gäbe keinen Aufschrei: Der Aufschrei in den Medien läuft, sehr hin!!! Lest es! Teilt es!!!

    Und vor allem: SEIT LAUT! Resigniert NICHT! Sagt, was Ihr denkt und überlasst nicht das Feld den rechten Hetzern, denn dann nicken die "besorgten Bürger" mit dem Kopf und sagen, ja die haben doch Recht. Soll ich Euch was sagen? Das sagen die auch - wenn jemand die Gegenseite darstellt. Sehr oft. Denn die meisten Menschen wollen mit der Mehrheit sein, auf der Seite der Gewinner - weil sie sich nur dann sicher fühlen.

    Also zeigt es Ihnen - die Mehrheit verabscheut diese Übergriffe, die Haltung, den Rassismus dahinter!

    Lasst uns aufstehen und es beweisen.

    Einige Jahre nach 1992 war es dann völlig undenkbar für junge Menschen, dass je wieder so etwas passieren könnte ;-)

  • #53

    DeadlyDrums (Dienstag, 23 Februar 2016 00:22)

    Cooles Bild ;)
    www.facebook.de/deadlypast

  • #54

    La Vie Vagabonde (Dienstag, 23 Februar 2016 00:36)

    @deadlydrums: Ja oder? ;) Ist seit Jahren unter CC0 Lizenz in allen internationalen Bild- und Pressedatenbanken verfügbar ;) Wo euer Designer das vermutlich auch her hat.

    https://www.pexels.com/photo/woman-person-forest-hiking-7347/

    Nacht ;)

  • #55

    Dave (Dienstag, 23 Februar 2016 00:39)

    @deadlydrums: oh gott seid ihr doof. das bild kennt doch jeder, das war auch schon bei der VICE usw.

    euer designer verarscht euch, wenn ihr denkt, das bild sei exklusiv für euch gemacht.

    das foto wurde von jordan sanchez gemacht und steht unter CC0 lizenz.

    wie owned ihr seid.

  • #56

    La Vie Vagabonde (Dienstag, 23 Februar 2016 00:41)

    @Dave: Pssst, jetzt lass ihn doch und mach ihm das nicht kaputt ;)

  • #57

    Ina (Dienstag, 23 Februar 2016 02:51)

    DANKE für diesen Artikel! Du sprichst mir aus der Seele. Genau diese Gedanken gehen mir auch ständig im Kopf herum. Es macht mir schon ein bisschen Mut, dass ich nicht alleine damit stehe. Auch wenn es alles sehr frustrierend ist - wir sind Viele!

  • #58

    Nia (Dienstag, 23 Februar 2016 06:30)

    Ich wohne in einem kleinen Dorf in Österreich. Die Sonne scheint, aber ich mag mit den Kindern nicht auf die Straße gehen. Wir bleiben im Garten. Den rassistischen Schmarrn, den die Nachbarn sich erzählen, halte ich nicht mehr aus. Vor ein paar Jahren war es "harmlos" und ich hab dagegengehalten wo ich nur konnte. Nun ist der scherzhafte Ton verschwunden.

    Der Rassismus hat in mein Dorf, in meine Strasse - und wie ich mit Erschrecken feststellen musste - in meine Familie Einzug gehalten.

    Ich bin oft wie gelähmt.

  • #59

    Thomas (Dienstag, 23 Februar 2016 07:32)

    Das ganze Problem ist Hausgemacht.
    Die ganzen Gelder die in der Vergangenheit "veruntreut" wurden, die Lügen die von der Regierung verbreitet werden hat seine Spuren hinterlassen.
    Das Problem, wir sind nicht Frankreich, wir gehen nicht auf die Straße und lassen Berlin brennen wie damals in Paris.

    Ich bin immer im Leistungskurs Geschichte gewesen, habe meine Abschlussarbeit in Geschichte gemacht und erstaunliches gelernt.

    Ihr wollt wissen wie und warum?!
    Kein Problem...
    Ich ziehe jetzt mal ein paar vergleiche.

    Am Anfang stand der Neid, Missgunst gegenüber dem Juden. Der Jude hatte alles, Fabrikgebäude, Geld und Wohlstand, während es dem "eigenen Volk" sehr sehr schlecht ging.
    Heute ist es die Regierung, dauernd steigen die Diäten während hier alte Menschen hungern müssen die immer gearbeitet haben, Preise werden so extrem angehoben, das Ganztagsschule und Kitas niemanden mehr unterbringen können, weil beide Elternteile aufeinmal arbeiten müssen.

    Der nächste Schritt: Leere Versprechungen!
    Ja, okay, Hitler hatte seine Version von Wahrheit. Jeder der ihn entlarven könnte wurde kurzerhand umgebracht, wie die Tuhlegesellschaft.
    Merkels erste Amptshandlung, Lügen.
    Wir senken die Steuern!! Drei Monate später, Naja...

    Als nächstes: Kontrolle der Staatsorgane.
    Hitler hatte da so seine ganz eigene Methode.
    "Ach du willst nicht?!" --peng--
    Unter Merkel ist es ähnlich, da wird so lange gegraben, bis irgendjemand irgendwann irgendwas findet. Dann ab an die Presse und...
    Ja okay, da sind wir wieder bei der Pistole auf der Brust...

    So es wird jetzt interessant.
    Manipulation und Zensur der öffentlichen Medien!
    Hitler-propaganda mehr brauch ich hier nicht zu sagen.
    Merkel geht das viel geschickter an.
    Es werden nur Szenen gezeigt, Szenen die uns und Merkel gut dastehen lassen. Der Rest wird nicht gesendet, geschnitten oder manipuliert.

    Jetzt kommt der Punkt mit dem wie und den Flüchtlingen!!

    Wenn du den vorherigen Text kontrolliert hast und mit erschrecken feststellst, das meine Argumentation Hand und Fuß hat, solltest du vielleicht nicht weiterlesen...

    Die Hitlerjugend hat noch drei Tage nach der Kapitulation mit Messern und Klappsparten unter dem Reichstag gekämpft. Reine Ideologi und Überzeugung. Blind vor der Realität und dem Umfeld.

    Heute ist es genau so!
    Ihr, die Leute, die allen und jeden Nazi schimpfen, der bedenken an der jetzigen Situation haben, ihr seid die HJ.
    Ihr glaubt sogar noch an die Regierung wenn sie seid 2004 die Bandenkriminalität, Vergewaltigungen, Körperverletzungen und Morde vertuscht die von illegalen Migranten und neuen Flüchtlinge begangen werden.
    Die groß angelegte vertuschungsaktion, bei der alle Behörden anschreiben bekommen, in denen steht was und wie dementiert und verläugnet wird.

    WIR WERDEN VON VORNE BIS HINTEN VERARSCHT.

    Den Menschen fällt jetzt auf was los ist, wie die Flüchtlinge "bevorzugt" werden.
    Keiner muss arbeiten, bekommt dafür 1800 Euro ect.
    Dazu kann man nur sagen:
    Hallo, ändert mal Gesetze oder klärt das Volk auf!!!

    Meiner Meinung nach, sind die Flüchtlinge nur ein Katalysator. Das Volk ist extrem unzufrieden über unsere Politik und immer immer mehr kommt ans Licht, was die Regierung !unter Merkel! für Sch... baut.

    Die Quittung kommt jetzt und wenn sich hier nichts ändert, finden wir uns in drei Jahren in einem Bürgerkrieg wieder.
    Überzogen?! Nein!! Irgendwann entlädt sich die Wut und Frustration und dann... Alle man in Deckung!

    Gruß Thomas Langen

    Wer diskutieren will, ich bin auf Facebook zu finden.
    Ich verbiete mir aber Rechte und vorallem Linke Hetze! Objektiv und Sachlich argumentieren bitte.

  • #60

    Gerhard Kicker (Dienstag, 23 Februar 2016 08:20)

    Es ist Abend in der Stadt!!!
    ("Aufbruch")

  • #61

    Hagen (Dienstag, 23 Februar 2016 08:34)

    Was heist hier, nur in den deutschen schlummert Rassismus? Wieso passiert das alles jetzt angeblich ausgerechnet hier in Deutschland? So kann man das nicht sehen. Wenn man die anderen Länder in Europe betrachtet, dann passiert in denen das Gleiche. Da werden Zäune gebaut, Flüchtlinge gar nicht erst reingelassen. Da wird offen von den jeweiligen Regierungen gesagt, dass sie nicht bereit sind, so viele Flüchtlinge aufzunehmen.
    Deutschland dagegen macht die Grenzen auf und lässt jeden unkontrolliert hinein.
    Erst durch diese Masse an Flüchtlingen bekommen die Menschen Angst und wenden sich der Rechten Szene zu. Ich glaube nicht, dass es derart ausgeufert wäre, wenn Deutschland nicht zehntausende Flüchtlinge pro Tag aufgenommen hätte. Die anderen Länder winken die Flüchtlinge einfach durch und sind froh, wenn sie wieder weg sind, aber Deutschland, das die meisten Flüchtlinge aufnimmt, und sich den Arsch aufreisst, dass diese Menschen menschenwürdig untergebracht werden, Deutschland, das von allen anderen Ländern wegen seiner offenen Flüchlingspolitik den Vogel gezeigt bekommt und sich anhören muss, dass es unverantwortlich gegenüber Europa handelt, dieses Deutschland wird jetzt als 3. Reich 2.0 betitelt weil eine Minderheit ausflippt?
    Es wird immer gesagt, dass man die Flüchtlinge nicht pauschalisieren darf. Dass nur ein Bruchteil kriminell, extremistisch oder gefährlich sei. Aber wenn von 60 Millionen Deutschen 30 Individuen einen Busumringen oder ein halbes Dutzend Individuen einen Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim verüben, dann darf man gern pauschalisieren, und alle Deutschen als rechtes Pack titulieren und befürchten, dass sich alle Deutschen zusammentun und ein 4. Reich gründen werden?
    Bitte mal auf dem Teppich bleiben. Es sollte weder in die eine noch in die andere Richtung pauschalisiert werden. Wegen Einzelfällen sind nicht alle Ausländer gleich Terrorristen und wegen Einzelfällen sind auch nicht alle Deutschen Nazis!

  • #62

    Köhn Botho (Dienstag, 23 Februar 2016 08:43)

    Sie sprechen das aus was ich auch denke.
    Ist aber sehr oberflächlich , weil es mal wieder nur in eine Richtung geht. So urteilt man ein Volk ab ?
    Ich vermisse aber die klare Ursache/Wirkung Beziehung.
    Die Ursache ist doch unsere Regierung ,speziell Frau Merkel , die mit ihrer Politik der Willkommenskultur , jeden Tag das Futter für die Kanonen der Rechten und Linken liefert. Für die Presse ein gefundenes Fressen.
    Dazwischen steh ich und viele die so denken wie ich, die sich Sorgen machen und so langsam den Glauben an Recht und Gerechtigkeit und Demokratie verlieren. Ich steh kurz davor , die Rente mit 63 zu bekommen , und höre ständig, daß das nicht mehr finanzierbar ist. Ich soll für die Fehler der Politik bezahlen und dann vielleicht bis 67 oder 70 arbeiten?
    Auf der anderen Seite seh ich aber wie ganz locker Milliarden für Migranten ausgegeben werden ohne große Diskussion. Andere Bürger haben andere Sorgen. Kita, Schule , bezahlbarer Wohnraum usw usw.
    Da soll ich ruhig bleiben und bloß nicht meinen Unmut publik machen?
    Diese Unsicherheit , von der Regierung in Stich gelassen zu werden , treibt viele vielleicht in die verkehrte Richtung.
    Logischerweise muss die Ursache bekämpft werden , damit diese Wirkung ausbleibt. Deutschland war doch nicht rassistisch vor dieser Völkerwanderung und und ist es danach auch nicht.
    Das wäre eine Unterstellung.
    Deutschland hat kein Rassismus Problem. Es wird ein Problem herbeigeredet.
    Und immer mit dem Finger gen Osten zeigen, meinen sie davon wird irgendetwas besser?
    Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.
    Wenn diese sogenannte europäische Gemeinschaft eine wirkliche Gemeinschaft wäre , würden wir über sowas kaum diskutieren. In der Not kocht jeder sein eigenes Süppchen und man brauch dann nur noch mit den Finger auf Deutschland zu zeigen, speziell auf Ostdeutschland, und schon ist man fein raus. So geht das aber nicht. Das läßt sich auf Dauer niemand gefallen; das hinterlässt Wirkung.
    Wer ständig als Nazi, als Rechts, als Mob, als sonstwas bezeichnet wird, man kann diese ganzen Beschimpfungen aus Presse und Politik gar nicht alle aufzählen, der wehrt sich mit den für sich möglichen Mitteln.
    Diese Politik ,am Volk vorbei zu regieren, hat erst die Saat bereitet für das was jetzt passiert. Wie arrogant von unseren Politikern die Augen und Ohren zu verschließen für die Sorgen der Bürger dieses Landes.

  • #63

    Dagmar (Dienstag, 23 Februar 2016 08:46)

    Wunderbar geschrieben und so furchtbar wahr! Kann man gar nicht oft genug teilen! Danke!!!

  • #64

    Michael Seelmann (Dienstag, 23 Februar 2016 08:53)

    Danke !

  • #65

    Suzanne (Dienstag, 23 Februar 2016 09:04)

    Merci für diesen Text!

  • #66

    STAUB explosion (Dienstag, 23 Februar 2016 09:07)

    Diese Leute ins Gefängnis kommen, und zwar ALLE. Am besten für immer. Oder raus aus Deutschland, ganz egal. Hauptsache: Weg! Wir haben ein Grundgesetz. Das wird es schon regeln.


    Tut mir leid, aber so funktioniert das Grundgesetz nicht

  • #67

    Michael H (Dienstag, 23 Februar 2016 10:06)

    Toller Kommentar. Aber wenn Du gegen eine pauschalisierung von Ostdeutschland bist, dann schreibe das Problem auch bitte nicht den ostdeutschen zu. Der braune mob ist ein deutsches und europäisches Problem. Kein ostdeutsches oder sächsisches Problem

  • #68

    Frederik (Dienstag, 23 Februar 2016 10:29)

    So schlimm die aktuellen Zustände hier teilweise im Land sind, finde ich die zahlreichen 3rd-Reich-Vergleiche doch etwas zynisch für die Menschen, die damals in KZs gesteckt wurden oder deren Kirchen angezündet wurden oder die auf offener Straße erschossen wurden. Zudem nutzen sich diese Vergleiche, dermaßen inflationär gebraucht, sehr schnell ab. Ich will hier nichts relativieren oder gutreden, aber die Kirche sollten wir doch mal im Dorf lassen, Godwin's law zuliebe schon.

  • #69

    McMaddis1 (Dienstag, 23 Februar 2016 10:38)

    Also in mir ruft es einfach ein sehr demoralisierendes Gefühl gegenüber dem Staat und speziell meinem Heimatland Sachsen auf. Ich bin gebürtiger Leipziger, weswegen es mich noch mal mehr trifft, dass jene mangelhaft partizipierte Gestalten auch jene Parolen missbrauchen, durch die 1989 Großes bezweckt würde.
    Ich würde mir wünschen, dass deinem Aufruf gefolgt wird. Ob jemand was gegen Ausländer hat oder nicht ist mir auch egal - solls jedes eigene Sache und Sozialisation bleiben. Aber unter keinem politisch-idiologischen Dach ist es gestattet sich wie eine Sau zu benehmen. Und wenn das laut 'Besorgter Bürger' auf die Geflüchteten zutrifft, verstehe ich nicht, warum sie selbst 'auf unserem Guten Stück Deutschland' den Größten Dreck verursachen (sowie materiell, als auch geistig). Es ist mir peinlich deutsch zu sein. Und mit Demut schaue ich gen Heimat. So auch die Worte an einen super Freund aus Syrien.

  • #70

    Matthias Baumann (Dienstag, 23 Februar 2016 11:00)

    Mir macht momentan noch viel mehr die allgemeine Entwicklung außerhalb Deutschlands Angst und gibt mir zu denken. Ich finde, wir sind noch am weitesten von einem echten Rechtsruck entfernt, auch wenn wir bereits mittendrin sind. Viele andere Länder um uns herum sind da leider schon politisch einen ganzen Schritt weiter. Da sind rechtsextreme Parteien nicht nur eine Einzelerscheinung und versuchen Propaganda zu machen, nein, da sind rechtsextreme Parteien bereits in der Politik maßgeblich etabliert und wirken bereits an Gesetzen und Rechtsvorschriften mit. DAS macht mir wirklich Angst, denn wenn erst einmal die Gesetze und dadurch auch die Justiz maßgeblich rechtsradikal verändert wird oder verändert werden kann, dann ist die braune Suppe wirklich zurück und man hat den Kampf gegen die eigenen Liberalen und linken des eigenen Landes legitimiert und legalisiert. Damit macht man dann die Oppositionen mundtot. Durch Sanktionen die die Meinungsfreiheit und alle anderen Grundrechte kippt.

    Dazu kommt diese sinnlose Lage in Syrien. Die Türkei führt in Nordsyrien Krieg gegen die Kurden. Diese werden von den USA unterstützt. Gleichzeitig hat die Türkei eine Fede mit Russland laufen, die wiederum das Assad-Regime unterstützen. So haben wir im Moment eine Situation wie auf dem Balkan vor über 100 Jahren....damals das Ergebnis: Beginn des 1. Weltkrieges.....ich glaube die IS lacht sich mittlerweile ins Fäustchen, weil wir uns alle gegenseitig an die Gurgel gehen und es nur noch einen kleinen Funken braucht, damit das Sprengstofffass explodiert......

  • #71

    Chris (Dienstag, 23 Februar 2016 11:26)

    Ich befürchte, das nimmt alles kein gutes Ende. Vielleicht sehe ich es etwas düster, aber wahrscheinlich ist das der Clash der Kulturen und der Anfang im Kampf um geringer werdende Ressourcen bei steigender Bevölkerungszahl (für die der Planet nicht ausgelegt ist). Das führt zu Massenflucht bei den einen, weil die lokalen Gegebenheiten ein halbwegs komfortables Leben nicht ermöglichken, bei den anderen möchte man den Status Quo verteidigen. Da trifft viel Frust aufeinander.
    On top schwindet die staatliche Ordnung und der Glaube daran. Ob nun linke Randale in Frankfurt oder Berlin, Übergriffe am Kölner Domplatz oder rechte Angriffe auf Busse und Flüchtlingsheime. Die Polizei hat es nicht im Griff, sondern steht verloren daneben. Änderung ist nicht in Sicht, politisch beschränkt es sich auf Vorratsdatenspeicherung (wer soll die Daten denn auswerten?) und mehr Überwachungskameras (ok, dann werden Straftaten nicht verhindert, sondern gefilmt).
    Spielt man dieses gedanklich weiter: Mehr Flüchtlinge aus Nordafrika mit anderer kultureller Prägung, die ihren Teil vom Kuchen abhaben wollen. Dazu fehlender Bereitschaft der Heimatländer, kriminelle Landsleute zurück zu nehmen. Hier steigende Frustration der sozial Abgehängten. Das wird dazu führen, dass die Küstenwachen irgendwann Boote nicht mehr ans Land leiten, sondern versenken. Wer es sich leisten kann, zieht in gated Communities. Und bei einer steigenden Zahl nicht abschiebbarer straffällig gewordener Flüchtlinge plus sinkender Steuereinnahmen durch Demografie, wird man ggf. über Gefängnisstädte a la Palmasola auch innerhalb Europas nachdenken.
    Ist ein Worst Case Szenario, aber der Mensch ist nur friedlich, wenn er satt ist, es warm hat und sich wertgeschätzt fühlt. Das allerdings bröselt weltweit gerade auseinander und führt wahrscheinlich zu nichts Gutem, sondern langfristig zu "Survival of the fittest"

  • #72

    Jette (Dienstag, 23 Februar 2016 11:30)

    Großartig geschrieben! Und dazu fällt mir nur ein, dass es genug Leute gibt, die den Holocaust als Lüge bezeichnen. Den HOLOCAUST! Der belegt ist mit Videos, Fotos und so vielen anderen Quellen. Angeblich alles ausgedacht und gefälscht. Und dann steht man als aufgeklärter, intelligenter Mensch daneben und fragt sich, ob das ein Witz sein soll. Aber nein, diese Menschen glauben das wirklich. Genauso wie an Chemtrails und eingepflanzte Chips zur Totalüberwachung. Ich bin mal weinen... LG Jette

  • #73

    Joyce (Dienstag, 23 Februar 2016 11:39)

    Schöner Text, der meine eigene Fassungslosigkeit und frühere Naivität genau wiederspiegelt. Zwei Dinge sind mir allerdings - negativ - aufgefallen. Die Begriffe "dunkelhäutig" und "Reichskristallnacht". Ersetze die lieber mit schwarz/POC und Progrom.

    Liebe Grüße

  • #74

    Tim (Dienstag, 23 Februar 2016 11:54)

    Dagegen halten und Mund aufmachen ist glaube ich der Falsche weg.

    Dagegen halten hat etwas von einer Feindschaft und genau diese gilt es zu zerstören und nicht weiter zu schüren.

    Das Heilmittel gegen fast alle Probleme dieser Welt heißt Bildung und Aufklärung.

    Wenn wir alle rechten, alle linken und alle religiösen Menschen dieser Welt aufklären und sie bilden, dann gäbe es keinen Hass und keinen Dschihad. Wenn wir eine Bombe der Bildung über Nordkorea zünden würden, gäbe es auch keinen Kim Jong-un.

  • #75

    Lügenpresse (Dienstag, 23 Februar 2016 12:13)

    Was für eine verzerrte Wahrnehmung..... linke Demonstranten werden weggeknüppelt...ich lach mich weg...der linke bezahte Mob wird doch toleriert!!!

  • #76

    Sarah Beth Schulz (Dienstag, 23 Februar 2016 12:17)

    Erst mal danke für diesen tollen Beitrag! Nicht nur rein inhaltlich, sondern auch die Art und Weise finde ich sehr gut. Besonders wenn man sich die Kommentare durchliest!

    @ Frau Kirschstein: Ja lasst uns laut sein! Mit viel Empathie, Herz und Verstand!
    @ Papalapapi: "Demokratie fällt nicht vom Himmel, sie muss sich ständig bewehren. Wir die Demokraten, sind in der Mehrheit, so viel ist sicher!" Dem stimme ich zu, Demokratie ist Arbeit und nichts entwickelt sich ohne Arbeit weiter.

    @ Onkel Rübe: Deinen Beitrag finde ich ganz wunderbar! Er untermauert meine persönliche Einstellung und zeigt auf, dass die Welt nicht schwarz/weiß ist! Vorurteile, gesellschaftlicher Ausschluss, Verallgemeinerungen, Ungerechtigkeiten all dies sind Dinge, die Menschen auf einen Weg führen können den sie nicht gehen wollten.
    Ich habe in meinem Beruf täglich mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun. Hier habe ich festgestellt, dass man nichts ändern, verbessern oder voran bringen kann, wenn man die Menschen die beteiligt sind nicht mitnimmt!
    Das selbe spiegelt sich in meiner Ehrenamtlichen Arbeit in Sport und Flüchtlings Hilfe wieder. Die Menschen die zu uns kommen und Hilfe benötigen, müssen auch unsere Regeln lernen und diese befolgen. Ganz wichtig finde ich persönlich das man jedem vermittelt, dass wir zwar in einem sozial Staat leben, aber jeder arbeiten muss. Als Beispiel: ich helfe Menschen bei finanziellen Problemen: Mannschaftsfahrt, Trainingskleidung, Schuhe, Möbel etc. ich mache ihnen aber mein Moto klar " Ich helfe Dir, Du hilfst bei Bedarf mir!".
    Dieses lebe ich bei uns und zwar immer und bei jedem. Es gibt ja auch sozial schwache deutsche Familien. Wenn also die nächste Aufräumaktion, das nächste Turnier, Unkraut kratzen oder was auch immer ansteht, werden diese Menschen angesprochen und müssen helfen.
    Lasst uns alle im Gespräch bleiben, auch wenn es unangenehm oder anstrengend wird. Jeder kann Einfluss auf sein Umfeld, Dorf, Stadt oder Nachbarschaft nehmen und diese positiv mitgestalten.

  • #77

    Eva (Dienstag, 23 Februar 2016 12:23)

    Dieser Text bin ich. Es ist exakt das, was ich schon so oft zu meinen Freunden / Kollegen gesagt habe. Ich saß wie du fassungslos im Geschichtsunterricht, und ich bin heute noch viel fassungsloser, wenn ich die Zeitung lese.

    Aber ich werde definitiv kein Teil davon sein. Ich werde nicht zuschauen. Ich gehe raus und bin laut und protestiere. Ich verbringe meine Freizeit damit, die Fremdenen kennen zu lernen, ihnen unsere Sprache, unsere Kultur zu zeigen.

    Und ich habe ein kleines bisschen Hoffnung, dass es zumindest noch ein paar andere gibt, die sind wie ich.

  • #78

    Sebastian (Dienstag, 23 Februar 2016 12:36)

    Damit die Juden solches Leid erfahren konnten wurden sie systematisch entmenschlicht. Ich sehe diese Strategie kaum bei den Flüchtlingen. Für mich liegen die Ursachen für die Gewalt also etwas anders verteilt. Nicht desto trotz bis auf diesen einen Punkt eine gute und treffende Analyse. Um den Artikel genial zu machen hättest du aber auch kurz die andere Seite anreißen können. Es geht nicht um Verständnis - sondern um verstehen. Denn letztendlich reißt die Flüchtlingskrise ja auch die derzeit deutsche Bevölkerung auseinander.

  • #79

    Susann (Dienstag, 23 Februar 2016 13:15)

    Danke für deine Worte, ich bin Ostdeutsche und schäme mich zutiefst für das, was das passiert! Ich komme aus Nauen (kennt man auch leider aus den Schlagzeilen) und habe mit einigen liebenswerten Menschen die initiative "Nauen für Menschlichkeit" eröffnet! Auch bei uns gibt es Menschen, die Asylsuchende mit offenen Armen und Herzen empfangen!

  • #80

    ich (Dienstag, 23 Februar 2016 13:28)

    Guter Text. Deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen...
    ALERTA!

  • #81

    Dominique (Dienstag, 23 Februar 2016 13:56)

    So ist es, genau die Gedanken hatte ich auch: WANN ist der Moment gekommen, an dem man sagt: JETZT ist Schluß? Die AfD nimmt an demokratischen Wahlen teil, sie wird vorr. in verschiedene Landesparlamente einziehen. Sollte sie irgendwann vielleicht auch Gesetze verabschieden können, wird dies auch auf demokratische Art und Weise geschehen. Wenn sie anfangen, Freiheiten einzuschränken: WANN ist der Zeitpunkt gekommen, dagegen anzugehen? Und vor allem WIE?

    "Wehret den Anfängen" kann gar nicht funktionieren, weil es hat nach dem Krieg nicht "angefangen" mit den Nazis - es hatte niemals aufgehört. Ende der 1960er Jahre hatten wir Ministerpräsidenten (Filbinger) und einen Bundeskanzler (Kiesinger), die mit dem Nazi-Deutschland verstrickt waren!!

    Urteile gegen Nazi-Kriegsverbrecher waren in der Regel sanft und wenn welche ins Gefängnis mussten, wurden sie oft vorzeitig entlassen. Eine Verfolgung war unbeliebt und wurde nicht vollzogen.

    Während wegen ein paar durchgeknallter RAF-Terroristen, die es lediglich auf ein paar Wirtschaftsbosse abgesehen hatten, die ganze Republik Kopf stand, konnten Nazi-Massenmörder in der Bundesrepublik weitgehend unbehelligt leben, bis sie eines natürlichen Todes starben.

    Es ist ein Trauerspiel.

  • #82

    Oliver Paul (Dienstag, 23 Februar 2016 13:59)

    Danke!

  • #83

    Andreas M. (Dienstag, 23 Februar 2016 14:03)

    Danke für diesen Beitrag mit echtem Tiefgang.
    Auch die Kommentare finde ich größtenteils wertvoll.

    Die Ursachen sind so komplex und vielfältig - wie es auch die Lösungen sein werden!
    Die historische Chance, die sich einem Land wie Deutschland in Zeiten des größten demografischen Wandels, in der Zuwanderung von Zufluchtsuchenden aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten ergibt, muss mMn genutzt werden. Wir profitieren in hohem Maße, vom positiven Bild der Deutschen in der Welt, zusätzlichen Arbeitskräften, Bevölkerungszuwachs bis hin zu einem regelrechten Konjunkturprogramm das sich aus der zusätzlichen Nachfrage nach Wohn- und Lebensmöglichkeiten ergibt:

    'Flüchtlinge helfen deutscher Konjunktur

    Auch die Milliardenausgaben von Bund, Ländern und Kommunen zur Bewältigung der Flüchtlingszuwanderung stützen die Konjunktur: Im vierten Quartal erhöhten sich die Konsumausgaben des Staates kräftig. Viele Volkswirte werten die Zuwanderung von Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan als Konjunkturprogramm - auch für 2016.'


    Wer soll in 50 Jahren unsere tolle und wertvolle Infrastruktur nutzen, wenn die Nachfrage aufgrund des Bevölkerungsrückgangs halbiert ist? Dann ist auch das schönste EFH nicht mehr viel wert.
    Ohne Zuwanderung geht es nicht - wer das nicht wahrhaben will, sollte anfangen, unser aktuelles Familienbild mit 1,3 Kindern nach oben zu korrigieren.

  • #84

    Frieder (Dienstag, 23 Februar 2016 14:05)

    Toller Beitrag!!! Ich hätte es nicht besser und leider auch nicht anders schreiben können.
    Es ist so beschämend, was zur Zeit tagtäglich in Deutschland passiert. Auch ich hätte nie daran gedacht, dass unsere Geschichte so schnell wieder so real werden würde. Hat mir mein Geschichtsstudium doch immer wieder vor Augen geführt, welch fürchterlicher Verbrechen wir uns schuldig gemacht hatten. Da gibt es nichts zu verharmlosen! Dennoch war auch ich jemand, der oftmals gesagt hatte, dass meine Generation (bin 30) sich auch mal frei machen muss von dem Gefühl Schuldiger durch das Vergangene zu sein. Niemals vergessen!!!, aber auch nicht immer diesen Makel zu tragen. Wie einfältig das doch war! Leider müssen wir uns nun eingestehen, dass wir dieses unglaublich widerliche Potential scheinbar in uns tragen. Zum Glück nicht alle, aber erschreckend viele. Doch solange ich noch reden kann und darf, werde ich dies tun und nicht tatenlos mit ansehen, wie sich unsere Geschichte anfängt zu wiederholen.
    Ich hoffe, dass mittlerweile auch der letzte kapiert hat, wie wichtig es ist zur Wahl zu gehen und mit einer hohen Wahlbeteiligung zu zeigen, dass es einem nicht egal ist, was in diesem Land passiert und damit ein deutliches Zeichen gegen Parolenschreier wie AFD, NPD und Co. zu setzen.
    Um es mit Heinrich Heine zu sagen: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht."

  • #85

    uwe (Dienstag, 23 Februar 2016 14:10)

    Schon mittendrin? Das - hoffe ich - immer noch nicht. Aber es fällt in der Tat auf, dass sich etwas verändert hat im Land. Und das ist nicht die Tatsache, dass es nicht wenige Menschen gibt, die menschenverachtendes Gedankengut scheinbar mit der Muttermilch zu sich genommen haben.
    Was sich verändert hat, und das ist durchaus ein Verdienst des "Ostens", ist die rechtliche und politische Würdigung rassistischer und entmenschlichter Vorgänge als solche. In Woche Zwei nach der Wiedervereinigung unernahm ich eine Recherchereise vom damals westlichsten zum östlichsten Ort der neuen Bundesrepublik. Dabei erlebte ich in Halle und Dresden etwas, was sich in den Folgejahren in verschiedener Form wiederholen sollte. Statt selbst zu handeln, überlassen Politik und Justiz der Straße das Gewaltmonopol. Hier, in Halle, waren es braune Horden, die sich im Schutz der Dunkelheit regelrechte Kriege mit dem Rotlichtmilieu lieferten. Nachfragen bei der zuständigen Dresdner Staatsanwaltschaft ließen kaum verhohlene Sympathie für die bis zur Lynchjustiz reichenden Aktivitäten der Neonazis erkennen. Auf das m.M. nach merkwürdige Rechtsverständnis angesprochen, zeigte sich ein Kollege der Sächsischen Volkszeitung nicht verwundert... Im Gegenteil: Er bestätigte das.

  • #86

    Markus Schmidt (Dienstag, 23 Februar 2016 14:17)

    Liebes Fräulein(Ja ich habe ihr kleines PS gelesen)
    Sie müssen sich nicht um ihre Naivität mit 15/16 sorgen, denn diese haben sie gut konserviert und sogar noch weiter kultiviert.

    Beste Grüße

    PS: Wenn sie eine tiefergehende, argumentative Auseinandersetzung mit ihrem Text wünschen sagen sie bitte Bescheid.

  • #87

    La Vie Vagabonde (Dienstag, 23 Februar 2016 14:32)

    Moin Markus!

    Nein, das ist nicht nötig. Vielen Dank der Nachfrage!

    Liebe Grüße

  • #88

    Sab. (Dienstag, 23 Februar 2016 14:37)

    Ich kann dazu nur eins sagen. Danke!

  • #89

    Axel (Dienstag, 23 Februar 2016 14:55)

    Sie reflektiert sich selbst schon ganz treffen. Siehe das "(Süß, oder?)"

    Ihr scheint bis vor ein paar Monaten nicht aufgefallen zu sein, dass der gleich Mist wie im Moment schon vor 20 jahren nochmal ablief... Komische Verdraengungstat ihres "jugendlich-naiven Kopf[s]"...

    Ich finde das alles leider weniger ueberraschend...
    Aber das liegt vll auch daran, dass ich nicht in einer Grossstadt aufgewachsen bin, sondern in einem "erzkonservativen" Dorf. Dort wird der latente Rassismus der Masse schon recht offen ausgesprochen - wenn auch bisher nicht ausgelebt.

    Bitten von Nachbarn das Haus der Oma "nicht an den Tuerken" zu verkaufen oder iwelchen Minderheiten das "Totschlagen - aber langsam mit Knueppel damit es richtig schlimm ist" zu wuenschen waren dort vor Jahren voellige Alltaeglichkeit.

    Dass dieses dort zu sehende Potential bei dem Aufkommen solcher Massenbewegungen (hinlaenglich bekannt welche ich meine) mit "eingezogen" wird ist voellig vorhersehbar.

  • #90

    Stephan A. (Dienstag, 23 Februar 2016 15:05)

    Brennende Flüchtlingsheime sind wohl kaum allein ein ostdeutsches Problem. Dieses Fokussieren auf "Ostdeutsche" ärgert mich. Ein sehr gern bemühtes Argument der Öffentlichkeit. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, dass sei doch eher ein ostdeutsches Problem. Aus meiner Sicht, ein Feigenblatt, dass so mancher sich vorhält, um sich zu schützen. Jeder sollte sich die Frage stellen: Wie anfällig bin ich denn selbst für den Populismus, für die propagierten Vorurteile, dieses Anknüpfen an Ängste, an Furcht und Unsicherheit? Vielleicht sind aus verschiedenen Gründen Menschen in den neuen Bundesländern anfälliger dafür. Zugleich ist es ein gesamtgesellschaftliches Problem, das alle "Schichten" umfasst.

    Dein Artikel ist eine Wucht und beschreibt ein Gefühl, dass auch ich in mir trage.
    So könnte es sich damals wohl auch angefüllt haben. Eine Gesellschaft gleitet ab in die Unmenschlichkeit. Es muss nicht wieder so kommen. Aber es kann und dessen müssen wir uns bewusst sein.
    Wer nichts aus der Geschichte lernt, ist gezwungen sie zu wiederholen.

  • #91

    Barbara (Dienstag, 23 Februar 2016 15:13)

    vielen Dank für diesen Artikel

  • #92

    David (Dienstag, 23 Februar 2016 15:56)

    "Ihr scheint bis vor ein paar Monaten nicht aufgefallen zu sein, dass der gleich Mist wie im Moment schon vor 20 jahren nochmal ablief... Komische Verdraengungstat ihres "jugendlich-naiven
    Kopf[s]"..."

    Dann solltest du vielleicht mal oben ins Menü scrollen und ihre etlichen anderen Blogbeiträge lesen um zu sehen, dass du sowas von falsch liegst.

    Scheuklappen mal beiseite legen. Dann wird's auch was mit der Richtigkeit deiner Aussagen.
    Recherche und Faktencheck tun nicht weh.
    Grüße

  • #93

    Dennis (Dienstag, 23 Februar 2016 15:58)

    Hallo,
    auch mir sprichst du da aus der Seele. Ganz so eindrückliche Erlebnisse wie du, hatte ich zwar nicht in meiner Jugend, aber die gleichen Erwartungen an Europa, an Deutschland und an unsere Regierung. Derzeit frage ich mich ständig:

    Was kann man denn dagegen tun?

    Das Widersprechen in meinem Bekanntenkreis habe ich schon vor längerem aufgegeben, da eine argumentative Diskussion zumeist nicht möglich war und man schlussendlich an sich wahren Aussagen zustimmen muss, welche dann aber zur falschen Schlussfolgerung führen. Diese Diskussionen ermüden mich nur und machen mich wütend, so dass ich dem Thema mittlerweile bei diesen Bekannten ausweiche. Zudem hat man den Eindruck, all sein dagegen argumentieren und auch mal dagegen schreien, hat keinerlei Effekt.

    Was kann man also tun? Kann ich alleine überhaupt etwas ändern? Natürlich kenne ich viele Leute, die so denken wie ich, gerade im engeren Freundeskreis. Aber nur wenige sind der Meinung: Wir müssen jetzt etwas tun! Und diejenigen sind dann ratlos, was man machen kann.
    Es scheint fast, dass das laute Geschrei von populistischen Gruppen einen lähmt, man fixiert sich auf seine Arbeit, seine anderen Probleme, etc.

    Von daher, stimme ich dir voll zu, so oder ähnlich muss es sich auf im 3. Reich abgespielt haben. Und trotzdem bin ich noch ratlos:
    Was kann man oder was kann ich denn eigentlich tun?

    Grüße Dennis

  • #94

    Ingrid Lommer (Dienstag, 23 Februar 2016 17:04)

    Grandios geschrieben - spricht mir direkt aus dem Herzen. Ich bin 1978 geboren und ähnlich sozialisiert wie Du: Tiefgreifende Aufklärung zum III. Reich (in meinem Fall noch kombiniert mit Konfrontation mit der eigenen Familiengeschichte), absolutes Unverständnis darüber, wie es soweit kommen konnte, in der Jugend absoluter Glaube an die Europäische Idee als Heils- und dauerhaften Friedensbringer - und jetzt die aktuelle Situation. Überall in Europa kommen die dumpfen Irren aus ihren Löchern gekrochen - und, was mich besonders besorgt, in diversen Ländern stehen sie auch schon in Entscheider-Positionen. Orban, Katchinszky, Putin, Assad, zu Teilen auch Obama... die Liste an weltpolitisch relevanten Voll-Irren ließe sich aktuell beliebig fortsetzen. Das in Kombination mit der braunen Suppe aus dem Volk macht mich wirklich unruhig in Bezug auf die Zukunft...

  • #95

    Nur ein Bürger (Dienstag, 23 Februar 2016 17:30)

    Recht gut geschrieben und doch etwas verfremdend. Ich kann hier nicht mit allem übereinstimmen. Ich war auch nicht auf dem Gymnasium.
    Doch befasse ich mit dem Thema, mein Opa war im 2 Weltkrieg an der Front und ein herzensguter Mensch. Nur über das was war wollte und konnte Er wohl nicht sprechen. Deshalb meine Neugierde was da los war.
    Wenn schon soweit ausgeholt wird sollte man auch an die Azteken denken die Menschen und Kinder opferten für Ihre Götter.Die so heilige Kirche die Hexenjagd, Folter , Lebendige Verbrennungen, oder Menschen am lebendigen Leibe ertrinken lassen haben..bedenken.

    Wenn nun von den wiederkehrenden nicht daraus gelernten Extremismus und Hass und Grausamkeit gesprochen wird wie es durch die Schule durch Beiträge gelehrt wurde?
    Dann vermisse ich etwas, AFD und Pegida zu nennen mag in diesem Zusammenhang wohl genannt werden doch zur Entstehung damals war schon die SPD anwesend und hat wohl auch nicht dazu gelernt.
    Es gibt auch Berichte nachdem die KZ Häftlinge befreit wurden das die umliegenden Anwohner durch das Lager und an den Toten vorbeigeführt wurden weil dieses Grauen nie in die Öffentlichkeit gelang und durch die Nazis damals geheim gehalten wurde.
    Wer auch mal die KZ inhaftierten in Reportagen verfolgt hat, dem wird schnell klar das die schlimmsten nicht die waren die befehlen befolgt sind, sondern die die es an den Tischen und auf dem Papier beschlossen haben.
    Ein solches Kapitel darf sich nicht wiederholen. Das an Tischen und auf dem Papier menschenunwürdige Dinge beschlossen werden. Doch es geht wohl doch, Sigmar Gabriel liefert immer noch Waffen. .. weil er die Lieferung nicht stoppen kann. Märkel ist Menschenfreundlich und doch verstößt sie gegen Gesetze und Abkommen.
    Die Presse heute ist teilweise Entmündigt sowie die Sprecher der Polizei. Auch dieses spricht nicht für einen mündigen Bürger.
    Flüchtlinge zu helfen ist Ehrensache die in Not sind zu unterstützen nur Menschlich. Doch wird diese Politik wieder auf dem Papier gemacht von einer Person und nicht von allen Parteien und von allen EU Ländern.
    Weshalb das so ist? Sollte sich jeder selbst einmal fragen. Ob hier nicht auch etwas falsch läuft und vielleicht falsche Signale gesetzt werden. Wie gesagt ich bin kein Politik Wissenschaftler keiner mit Abitur.Doch frage ich mich weshalb niemand auf die Idee kommt das gemeinsam zu schaffen mit der EU in Syrien neutrale Zonen zu errichten mit Hilfen von allen diese zu schützen zu versorgen und auch den Ärmsten Zuflucht zu gewähren. Damit etwas bewegt wird und auch die Menschen ihre Heimat behalten können. Damit auch ein Assad eine IS sieht das sich etwas ändert und Krieg nicht zum Frieden führt. Sondern Humanität und Einigung.
    Aber wie gesagt... sollte ich das lieber löschen überlege gerade ob ich auf den Button senden drücken sollte.

  • #96

    Andreas Z (Dienstag, 23 Februar 2016 17:34)

    hallo,
    sehr schöner Text, allerdings vermisse ich die Details die zu solchem rassistischem Verhalten führen.Es wäre sehr schön wenn man nicht nur darüber schreiben würde wie verabscheulichend
    sich diverse Gruppen sich benehmen sondern auch wie es dazu überhaupt kommen kann/ist.

    mfg

    andras

  • #97

    Delinix (Dienstag, 23 Februar 2016 18:43)

    Von Ursache und Wirkung – eine Antwort auf „Wehret den Anfängen - wir sind schon mittendrin“

    Teil 1

    Werte Frau Reschke,

    wir alle, jedenfalls die, die in West-Deutschland oder in Berlin und ab 1990 in ganz Deutschland zur Schule gingen, haben das ganz ähnlich erlebt. Wen nehmen die Bilder aus Auschwitz nicht mit? Ich bin ein paar Jahre älter als Sie und habe Anfang der 60er Jahre als etwa 9jähriges Kind die mehrteilige Reihe „Das Dritte Reich“ gesehen. Das hat mich damals fertig gemacht. Ich träumte davon; das Bewusstsein, dazu zu gehören zu einem Volk, das zu derartigen Verbrechen in der Lage war, hat mich ein Leben lang Schuld fühlen lassen, obwohl weder ich noch meine Eltern je solche Schuld auf uns geladen hatten – mein Vater wurde 1944 wegen Wehrkraftzersetzung gesucht, er hatte gegen das Regime agitiert. “Glücklicherweise“ befand er sich da schon in russischer Kriegsgefangenschaft.

    Warum schreibe ich Ihnen das?

    Ich habe Ihr Essay gelesen und mir ist aufgefallen, dass Sie zwar ständig darüber schreiben, Sie wüssten nun, wie „es anfängt“, aber an keiner Stelle finde ich tatsächlich eine Information darüber.
    Was SIE beschreiben, sind ZUSTÄNDE. Was fehlt, ist die Analyse, WARUM dies geschieht. Die bloße Tatsache, dass Sie etwas ERLEBEN, bedeutet doch noch nicht, das Sie es ERKLÄREN. Sie zielen mit Ihrem sehr emotionalen Essay eher darauf ab, den Lesern ein Gefühl zu geben, das ihre Solidarität weckt. „Genauso habe ich das auch erlebt“ ist die offenbar gewollte Reaktion Ihrer Leser.
    Dabei kann durchaus auch jemand, der eine ähnliche Sozialisation durchlaufen hat wie Sie – ich z.B. - zu einem vollständig anderen Ergebnis kommen.
    Ende Teil 1

  • #98

    Delinix (Dienstag, 23 Februar 2016 18:43)

    Teil 2
    Auch ich beobachte, auch ich höre, lese und sammle Eindrücke.
    Ich komme allerdings zu einem sehr abweichenden Ergebnis.

    Mein Ergebnis lässt sich so zusammen fassen:
    Was SIE als URSACHE bezeichnen, nämlich die Brandanschläge (z.B.), die die Ursache sein sollen für den Zustand „mitten drin“, wie Sie ihn nennen,
    also das, was SIE als Ursache bezeichnen ist bei MIR die Wirkung.

    Bei MIR heißt die Ursache dagegen: Ausgrenzung von Bürgern, die eine von den gewünschten politischen Zielen abweichende Meinung haben.

    Man braucht dies nur lange genug, intensiv genug und unfair genug zu tun, dann erreicht man genau den Zustand, den wir jetzt haben. Denn welche Mittel haben denn eigentlich die Bürger, die nicht vertreten werden, die an den Rand gestellt wurden, als „Pack“, als „Dumpfbacken“, als „Bodensatz“ oder einfach nur als Rechte, als Nazis oder zumindest als Rechtspopulisten diffamiert werden? Es ist doch längst ganz egal, WAS sie tun: ob Spaziergänge oder Demos, ob Blogs oder Kommentare... ALLE diese friedlichen und demokratischen Mittel wurden sofort von der politischen Klasse diffamiert, mit Hohn und Spott überzogen, in TV-Beiträgen wurden die intelligenteren Äußerungen von Pegida-Spaziergängern nicht verwendet, dafür aber die O-Töne von Schwachköpfen – mitunter waren es sogar noch provozierte Äußerungen durch vom ZDF bezahlte „Clowns“. Es wurde in einer konzertierten Aktion von Politik und Medien alles dafür getan, diese Leute als rechte Idioten dastehen zu lassen.

    Wen wundert es da, dass sich die Hemmschwelle nach unten bewegt, dorthin, wo man ja ohnehin schon die ganze Person mitsamt ihrer unpassenden Meinung gestellt hat?

    DAS, werte Frau Reschke, ist die Ursache.
    Die Brandanschläge sind nur die Wirkung.
    Ende Teil 2

  • #99

    Delinix (Dienstag, 23 Februar 2016 18:45)

    Teil 3
    Es wird NICHTS besser durch Ihren emotionalen Erguss.
    Nötig wäre vielmehr der RESPEKT vor dem Andersdenkenden. Das würde eine Aufwertung unserer Demokratie bedeuten, die dank dieser oben beschriebenen konzertierten Aktion in einem bemitleidenswerten Zustand ist.

    SIE gießen nur Öl ins Feuer, denn Sie suggerieren Ihren Lesern – zumindest den naiveren unter ihnen -, Sie seien die Guten und die Anderen die Bösen. Sie vergrößern mit solchen Beiträgen nur die Kluft zwischen den verschiedenen politischen Kontrahenten, anstatt sie zu verringern und unser Land wieder zu einem liebenswerten Land zu machen, in dem man sich mit demokratischer TOLERANZ begegnet anstatt mit diktatorischen Ambitionen.

    WARUM konnte man den Menschen von Anfang an nicht zuhören, als sie ihre Forderungen nannten? Die Forderungen waren, wie man heute weiß, gar nicht so abwegig... die Spaziergänger von Pegida trugen z.B. Transparente, auf denen „keine Sanktionen für Russland“ stand oder „Keine Kriege in deutschem Namen“ oder „Für ein Einwanderungsgesetz“.

    WAS war an diesen Forderungen so schlimm, dass man die Pegida-Leute in den Medien monatelang so schlecht darstellte?

    Ich bin kein Pegida-Spaziergänger, aber ich mache mir natürlich, wie viele andere auch, meine Gedanken darüber, was falsch läuft in diesem Land, das auch MEINES ist und nicht nur den Medien und der Politik gehört.
    Ende Teil 3

  • #100

    Delinix (Dienstag, 23 Februar 2016 18:46)

    Teil 4
    Auch ich habe Angst vor einem Rechtsruck. Allerdings bin ich inzwischen davon überzeugt, dass die Gefahr nicht von dort kommt, wo SIE sie verorten.
    Die neuen „Faschisten“ kommen vielmehr mitten aus unserer Gesellschaft. Medien und Politiker haben sie dazu gemacht. Es sind die Mitläufer, die in den vergangenen Jahrzehnten gelernt haben, das links prinzipiell gut sei und rechts prinzipiell böse, jahrzehntelang wurden alle wichtigen Stellen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern mit Parteileuten besetzt, die Festanstellung von Journalisten bei allen Medien praktisch abgeschafft und durch „freie“ Mitarbeiter ersetzt - das zahlt sich jetzt für die Parteien aus, sie können auf ein Heer von freiwilligen Auftragsschreibern zurück greifen.
    Die Leute „mitten in unserer Gesellschaft, die vielen JA-Sager und Abnicker, sie sind eine Gefahr, denn sie lassen sich als willige Verschiebemasse jederzeit für die Interessen der Parteien instrumentalisieren.

    Ja, Sie haben Recht: wir sind schon mittendrin.
    Mittendrin in einer Entwicklung zu einer neuen Diktatur.
    Sie hat schon begonnen:

    • Man zensiert bereits wieder unliebsame Meinungen (übrigens mithilfe von Ex-Stasi-Mitarbeitern, nett, nicht wahr?) und anders als behauptet werden NICHT nur Hassmails weg gelöscht,

    • man manipuliert bereits wieder die Massen (und verwendet dabei exakt die Methoden eines Herrn J.G., keine Sendung, kein Krimi, keine Serie mehr ohne Flüchtling, Schwulen o.ä. und IMMER ist es die Sichtweise der Parteien, die vermittelt wird und IMMER wird der Andersdenkende als tumber Schwachkopf dargestellt),

    • und man hat bereits festgelegt, was richtig ist und was falsch ist.
    Ende Teil 4

  • #101

    Delinix (Dienstag, 23 Februar 2016 18:47)

    Teil 5
    DAS ist die Gefahr, Frau Reschke.
    Nicht jene Bürger sind die Gefahr, die total frustriert und verärgert sind, weil die komplette Medienlandschaft sie seit Monaten heruntermacht und diffamiert und sich dann noch darüber mokiert, wenn die derart unfair behandelten Bürger diese Medien als „Lügenpresse“ titulieren. Nicht die Bürger, die in den 1-Euro-Läden einkaufen gehen und die nicht wissen was mit ihrer Rente wird, sind eine Gefahr,
    sondern diejenigen, die die Manipulation in den Händen halten, die sich die Hoheitsrechte über „gut“ und „böse“, über „falsch“ und „richtig“ angeeignet haben, die über unser Einkommen entscheiden, ohne uns zu fragen, die unsere Renten in anderen Ländern verpulvern, die Waffenexporte zulassen und sich dann über die Flüchtlingsströme wundern, DIESE sind die Gefahr.

    Diese sind die URSACHE.
    Alles andere ist die WIRKUNG.

  • #102

    1234 (Dienstag, 23 Februar 2016 18:50)

    Faschismus jeglicher Art ist ein riesiges Problem.
    Aber der Vergleich mit dem Judenhass ist etwas problematisch.
    Gerade in den islamischen Ländern ist der Hass auf Juden enorm, sodass die Jüdischen Verbände hochgradig besorgt sind, - und zwar nicht wegen der Nazis.

    An beiden Enden des Flüchtlingsstroms bilden hasserfüllte Faschisten das Problem.
    IS auf der einen Seite, Nazis auf der anderen Seite.
    So verschieden Sie sein mögen, so sind sie sich doch unfreiwillig enorm ähnlich.

    Leider auch die Ideologie dieser Gruppen: "Mein Kampf" und der Koran haben (leider!!) eine große Gemeinsamkeit. Und ich bitte darum diesen Kommentar nicht zu löschen: Es sind Bücher die an vielen Stellen, ohne Umschweife mehrfach und unmissverständlich klar zum Völkermord aufrufen. Und nein, das ist nicht etwas, das symbolisch gemeint ist. Ich wünschte es wäre so. Die unmissverständliche Klarheit BEIDER Bücher ist unverkennbar.

    Kann man den Koran/Islam friedlich leben? Ja, indem man zu einem großen Teil ignoriert was drinsteht. Wenn man WÖRTLICH tut was drinsteht ist das in keiner Weise mit unserem Gesetz vereinbar.

    Beide Ideologien (in der radikalen, wörtlichen Ausübung) sehe ich als ganz große Gefahr.

    Mein Statement: Wir müssen a) den Hass GEGEN Flüchtlinge bekämpfen und b) den Hass DER Flüchtlinge bekämpfen (gegen andere Religionsströmungen, Bevölkerungsgruppen, ggf. Frauen).







  • #103

    Vamperl (Dienstag, 23 Februar 2016 18:55)

    Und ich gebe die Hoffnung nicht auf... ich habe eben beim Einkaufen mit einem gesprochen, der sagt: "Ich bin kein Nazi, aber..." (ich glaube ihm, dass er das glaubt!)
    Intellektuell werden wir uns nie begegnen, uns eint das gemeinsam Hobby der Hühnerzucht. Ich: Oberstudienrätin, Akademikerin, Mutter - Er: Arbeiter, Hauptschulabschluss, Vater. Nicht, dass das eine schlechter wäre als das andere.
    Er hat mir zugehört, mitten im Netto, zwischen Gurken und Papaya und unseren Kindern. Ich habe ihm zugehört - er hat Angst, neulich wollten zwei Ausländer einbrechen bei ihm (dachte er eben). Er hat mich beobachtet, wenn ich seine Argumente anhörte und ihm sagte: "Okay, M. da hast Du eine andere Ansicht - ich sehe das so.... "- und erzählte von der syrischen Familie in der Nachbarschaft, die ich gestern besucht habe, weil ich ihnen Deutsch beibringen werde.
    Ich habe ihm zugehört - er mir. Und wir haben uns beim Abschied auf die Schulter geklopft.
    Ich sagte: "Wir müssen über unsere Ansichten reden!" - Er sagte: "Mit mir redet ja keiner mehr, weil alle sagen, dass ich ein Nazi bin..."
    Seine Erkenntnis: nicht alle Asylanten sind Verbrecher, nicht alle Linken (ich!) doof... meine Erkenntnis: ohne Diskurs auch in unangenehmen Gesprächen passiert GAR nichts!

  • #104

    David (Dienstag, 23 Februar 2016 19:16)

    Dass ich so was mal erleben würde, das wusste ich. Ich wusste nur nicht in welcher Form.

  • #105

    S.O. (Dienstag, 23 Februar 2016 19:37)

    Sehr gut geschrieben. Schlimm nur, daß wir Wie die vielen Millionen Deutsche früher unseren Mund aufmachen und es passiert trotzdem nichts. Ich glaube das sehr viele früher darüber gesprochen haben und ihren Unmut auch gesagt haben, wie wir jetzt, aber wir haben nix zusagen. Heute nicht und früher auch nicht. Die Obrigkeiten machen das unter sich aus. Wieviel Demos gegen Rechts oder die Regierung werden öffentlich gezeigt? Sehr sehr wenige. Ich glaube damit wir immer das Gefühl behalten, mit unserer Meinung alleine dazustehen und der rest des Volkes die derzeitige Politik gut findet.

  • #106

    Eva Markert (Dienstag, 23 Februar 2016 19:39)

    Ich kann jetzt auch viel besser nachvollziehen, wie es möglich war, dass Hitler und die Nazis an die Macht kamen und vor allem an der Macht blieben und niemand etwas dagegen unternahm. Einfach deshalb, weil niemand etwas tun konnte. Genauso wenig wie die vielen Deutschen, die gegen Merkel und die linksgrüne Einheitspartei sind, etwas tun können, außer mit hängenden Schultern zuzusehen, wie das Land in der Welt isoliert und vor die Wand gefahren wird. Und trotzdem gibt es wie damals immer noch Zeitgenossen, die frenetisch Beifall klatschen und die staatlich erwünschte Position aggressiv vertreten.

  • #107

    Franziska (Dienstag, 23 Februar 2016 19:52)

    ich bin in ostdeutschland aufgewachsen, Mecklenburg vorpommern, meine mitschueler waren in springerstiefeln und bomber jacke bis wir das 3.reich in der 9.Klasse dran hatten.
    dann war mein vater im Schul elternrat vorsitz und hat Springerstiefel und Bomberjacken verboten in der schule.
    jetzt arbeitet er schon seit einigen Jahren mit Fluechtlingen.
    Ich bin nach Berlin gezogen und habe einen Afrikaner geheiratet und wir leben jetzt seit fast 10 Jahren in Amerika und haben 3 Kinder.
    wir leben in einer nicht rasistischen gegend. wuerden wir sicher sein wenn wir wieder zurueck nach Deutschland kommen wuerden?

  • #108

    Tesa (Dienstag, 23 Februar 2016 20:16)

    Danke für den Artikel. So ziemlich genau diese Gedanken gingen mir heute auf dem Heimweg durch den Kopf und ich kam mit dem Entschluss nach Hause, das mal in Worte zu fassen. Bevor ich dazu kam, hatte jemand bei Facebook diesen Artikel geteilt. Gut aufgeschrieben.

  • #109

    PatSchlü (Dienstag, 23 Februar 2016 20:30)

    Viel wahres hab ich hier zu lesen, doch wo liegen die Ursachen.

    Haben die Menschen Angst vor kriminellen Ausländern oder nur allgemein vor Ausländern.
    Stört sie die andere Kultur der anderen, besonders derer, die sich nicht anpassen wollen. Parallelwelten in den Großstädten, die eine Integration unmöglich machen?

    Die Justiz ist stehen geblieben in der libereralen Welt der 90iger Jahre.
    Freiheit über alles, Polizei und Verwaltung brauchen wir nicht.

    Diese gewonnenen Freiheiten und der Abbau der Verwaltung blockieren nun die Durchführung von schnellen Lösungen. Werden Freiheiten wieder genommen um Sicherheit zu schaffen, stößt dies auf Unverständnis.

    Das Vorurteil, auf Linke wird geknüppelt und die Rechten werden gedultet ist falsch und für mich beschämend. Ich kenne den Einzelfall nicht, woran es in Sachsen lag, zu wenig Personal bei der Polizei, eine überforderte Einsatzführung der Provinzpolizei oder vielleicht auch eine Duldung der Rechten?

    Das war dort, betrifft aber bestimmt nicht DIE POLIZEI.

    Populisten sprechen leider Notwendigkeiten aus, die vielleicht sein müssen, CDU, SPD und Grüne aber nicht aussprechen wollen. Die CSU trifft da wohl eher in die Kerbe, die die Menschen hören wollen.

    Angst macht mir das, was afd und co nicht oder noch nicht aussprechen.

    Nrw nimmt keine jungen Marokkaner mehr auf, weil 1/3 oder 2/3 (Spiegel online) kriminell geworden sind, der Silvesteraufschrei in Köln oder Hamburg kommt nicht von ungefähr. Das wurde nur medial mehr aufgearbeitet und zeichnete sich viel früher ab. Luden auf dem Kiez verprügeln junge Nordafrikaner, weil sie Freiher beklauen und das Geschäft schädigen. Das war schon 2014/2015 in der Mopo zu lesen.

    Gesetze müssen mal angewandt werden. Sofern die Verwaltung dazu auch in der Lage ist.

    Der Staat scheint in vielen Bereichen überfordert zu sein und muss die Kontrolle zurückgewinnen. Dann werden die Einzeller der afd verstummen, kein Wind mehr in den Segeln haben.

    Es sind bestimmt nicht alles Nazis die nun aus sorge der afd die Türen ein rennen.

    Es sind bestimmt viele besorgte Bürger, die Angst haben vor Veränderung und eine Überforderung. Es sind aber auch die, die hinterher mitgelaufen sind und nicht Teil des Bösen gewesen sein wollen.

    Meiner Meinung nach muss das freie Europa mit ihren Errungenschaften verteidigt werden, schutzsuchenden muss geholfen werden. Aber: es muss auch erlaubt sein, Kriminelle abzuschieben und sagen zu dürfen, dass wir nicht 1.000.000.000 Flüchtlinge (ganz schön viele Nullen) dieser Welt aufnehmen können.

    Ich habe Fertig.

  • #110

    hallo (Dienstag, 23 Februar 2016 20:35)

    Erstmal: ich finde es sehr wichtig, sich über politischen Aktivismus und gesellschaftliche Probleme kritisch Gedanken zu machen. Ich finde es auch wichtig, diese transparent und mit Emotionen vorzutragen- so viel dazu.
    Ich hätte mir gewünscht, dass wenn du in deinem Artikel schon über (deutschen) Rassismus sprichst, du Rassismen (wie "braun", "Zivilisation"....) in deiner Sprache vermeidest. Rassismus ist schließlich ein gesamtgesellschaftliches Problem und sitzt somit, wie ich das sehe, ganz heimtückisch in unserem alltäglichen Tun und Handeln, in unserem Blick auf die Welt...in unserer Sprache. Was ich damit sagen will: nicht nur brennende Flüchtlingsheime sind eine Form von Rassismus, sondern auch die Machtstrukturen in unserer Gesellschaft, die es ermöglichen (was du ja soweit ich dich verstanden habe, angeschnitten hast). Denn wer hat hier die Macht wen wie zu nennen? Benennungen sind entmündigend und setzten eine rassistische Kultur fort, benutz doch lieber empowernde Selbstbezeichnungen. Natürlich ist es wichtig gegen Rassismus vorzugehen, da stimme ich dir zu! Leider ist mir der Rassismusbegriff etwas zu eindimensional in deinem Beitrag gedacht (oder jedenfalls habe ich ihn so gelesen) und das finde ich ziemlich gefährlich. Wichtig oder noch wichtiger sogar, erachte ich, dass wir uns alle Gedanken machen in was für einer Gesellschaft wir überhaupt aufgewachsen sind und welche impliziten Normen, "Wahrheiten" etc wir damit einfach kritiklos übernommen haben- den*die Rassist*in in uns selbst erkennen und entlarven und dann vor allem dekonstruieren und versuchen dieses rassifizierte Bewusstsein zu bekämpfen! Dann würden die "Ich bin kein*e Rassist*in, aber..."- Sprüche hoffentlich weniger werden und wir könnten uns solidarisch und voller Schahm zusammensetzten und vielleicht mal über Nationalstaatlichkeit reden! Ein weiterer Punkt, den ich gerne in deinem Beitrag gesehen hätte ;)

  • #111

    Kate (Dienstag, 23 Februar 2016 21:37)

    Ich bin 40, ostdeutsch und fassungslos. Ich bin wütend, weil gerade meine Heimat zerstört wird. Nein, weil WIR gerade selbst unsere Heimat zerstören. Ich liebe Dresden. Ich habe vor Jahren meinen Traumjob im Rheinland aufgegeben für diese Stadt. Ich habe meinen Liebsten aus fernen Landen hierher gelockt. Ich habe zwei knuffige Kinder, die hier zu Hause sind. Ich habe keine Zeit zum demonstrieren. Ich habe ein schlechtes Gewissen deswegen, denn damit bin ich ein Teil des Problems.

    Was ich nicht verstehe: Warum tun uns unsere Eltern das an? (Nein, es sind nicht nur Nazis, die Montags auf die Strasse gehen.) Warum zerstören gerade die Menschen diese Stadt, die sie nach der Wende zu dem gemacht haben, was sie noch vor einem Jahr war? Warum stürzen uns die Menschen, die doch eigentlich nur unser Bestes wollen sollten, in eine wirtschaftliche Missere und vielleicht bald in die Arbeitslosigkeit? Firmen ziehen sich aus Dresden zurück. Besucherzahlen sinken. Gerade, als es anfing aufwärts zu gehen.

    Auf der anderen Seite waren die Menschen seit der Wende hier nie mehr so politisch engagiert wie jetzt. Die Politikverdrossenheit scheint wie weggeblasen. Die Menschen teilen ihren Unmut, sie tun was dagegen. Und wenn es nur eine Diskussion mit der Sekretärin im fast-Rentenalter auf dem Flur ist.

    Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen für unsere Demokratie? Vielleicht ja eine Chance für unsere Stadt, die übrigens trotzdem noch wunderbar und lebenswert ist. Denn die Mehrheit ist nicht so. Selbst wenn 5.000 Leute zu PEGIDA rennen und sie kommen alle aus Dresden, sind das nur 1% der Bevölkerung!

  • #112

    Joachim aus Benz (Dienstag, 23 Februar 2016 23:08)

    Ich teile voll und ganz ihre Darlegungen, Fragestellungen und Erkenntnisse. Dazu zählte auch meines Unverständnis zum Umgang mit Fritz Behn. Dreimal habe ich Auschwitz besucht um dem Ausmaß der Menschenverachtung und des Mordens näher zu kommen. Ich habe auch Lublin und Ravensbrück besucht. Doch am Ende der DDR ist mir hautnah bewusst geworden wie nah ein normales Miteinander in ein Gegenteil kippen kann. Seit diesen Tagen, am Ende des Jahres 1989, weiß iCh, das auch die Menschen mit denen man täglich Umgang hat von einem Augenblick zum anderen zu allen Schandtaten fähig sind. GLÜCKLICHERWEISE ist es "nur" zum Ausgraben der Urne eines Widerstandskämpfer gegen die Greultaten der Faschisten im zweiten grossen Krieg gekommen. Jetzt stehen wir erneut an der Schwelle eines neuen grossen Krieges. Nach diesem, wird man nichts mehr finden um Erkenntnisse über die Vergangenheit zu erhalten.

  • #113

    Gregor (Mittwoch, 24 Februar 2016 00:12)

    Bitte auch erwähnen:
    Gleichgeschaltete Presse
    Kriegstreiberei
    Kriegsführung
    Zensur
    Gängelung und Berufsverbot für Andersdenkende

  • #114

    Iris Day (Mittwoch, 24 Februar 2016 00:27)

    Hallo Felice,
    ich finde schade, dass Du einerseits so überlegt gegen Rassismus schreibst aber andererseits eine ganze Berufsgruppe über einen Kamm scherst. Ich war 24 Jahre Polizeibeamtin und habe sowohl links- als auch rechtsextreme Gewalt gesehen. Ich finde beides schlimm. ...Und Nein: Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Der Vorwurf, Polizeibeamte seien auf dem rechten Auge blind, ist ja nicht neu - er wird aber auch nicht durch häufigeres Postulieren wahr. Ich mache mir auch Sorgen. Und ich denke gleichzeitig, gegenseitige Vorwürfe fördern nur ohnehin schon bestehende gesellschaftliche Zerwürfnisse.
    Viele Grüße aus der Nähe von Frankfurt am Main
    Iris

  • #115

    La Vie Vagabonde (Mittwoch, 24 Februar 2016 00:33)

    Moin Iris!

    Es tut mir leid, dass du dich da angegriffen wirst. Jedoch schreibe ich nirgends, dass Polizisten generell rechts seien. Ich schere nirgends diese Berufsgruppe über einen Kamm. Und ich sage auch nicht, dass die Polizei auf dem rechten Auge blind sei.

    Das interpretierst du da alles nur rein. Vielleicht, weil du solche Angriffe gewohnt bist. Das ist natürlich schade.

    Ich berichte da ganz konkret von einem Vorfall in Sachsen, wo sich die dortige Polizei in meinen Augen falsch und übergriffig verhalten hat. Und generell gibt es eine Häufung solcher Fälle in ostdeutschen Bundesstaaten findet. Jedoch schreibe ich auch nicht, dass alle ostdeutschen Beamten rechtsgesinng seien, und auch nicht, dass alle Ostdeutschen rechts seien.

    Liebe Grüße in meine Heimatstadt & Gute Nacht

  • #116

    Iris Day (Mittwoch, 24 Februar 2016 01:31)

    Hi Felice,
    es mag sein, dass ich mit den Jahren etwas sensibler auf das Thema reagiere, denn es stimmt, dass ich solche Angriffe gewohnt bin. Ich bitte ich trotzdem, Deine Worte zu reflektieren - ich meinte nämlich nicht die Passage über den konkreten Fall in #Clausnitz, sondern diese hier:

    "Nicht einmal die Polizei interveniert. Während sie linke Demonstranten bei jeder Gelegenheit wegknüppelt, wird bei Karl-Heinz, dem Kumpel aus dem Schützenverein und Ortsvorsteher der ansässigen beliebigen rassistischen Partei, schonmal ein Auge zugedrückt. Meint der doch gar nicht so, und sonst ist der doch auch ganz nett. Macht viel für die alten Leute."

    Das war schon alles. Dir auch eine gute Nacht in das schöne Hamburg!
    Iris

  • #117

    Billi (Mittwoch, 24 Februar 2016 02:21)

    Jaja, und wir Schweizer denken uns eine grosse Distanz zu "den Deutschen". Wir sind nicht so, weder denken noch handeln wir so...
    Deibel noch mal - eines auf die Finger sollten wir bekommen. Denn keinen Deut besser sind wir. Bloss weil bei uns noch kein Asylantenheim brennt, sind wir nicht sauberer. Vor Jahren noch, als im östlichen Nachbarland Herr Haider in die Regierung kam, da haben wir empört und kopfschüttelnd mit dem Finger 'gen Wien gezeigt. Heute sind viele im Land stolz auf ähnliches Gebaren. Ach Gott, was schäme ich mich!
    Und mein Umfeld staunt dann etwas, wenn ich mich entsprechend äussere, meine Ängste ausspreche. Mit Jahrgang 1963 kannte ich als Kind noch einige Menschen, die den Krieg erlebt haben - nicht nur als Soldaten, nicht nur als Schweizer. Wie blöd ist die Menschheit denn, dass wir nicht erkennen, wie wir mal wieder mit offenen Augen in die Messer laufen?
    Hach, da ist jemand, der mir aus der Seele schreibt! Ich habe zwar noch keine schlaflosen Nächte deswegen, aber besorgt bin ich sehr (und das nicht nur nebenbei).
    Auch wenn es sich "nicht gehört", den Mund müssen wir halt schon im Kleinen auftun: Der alltägliche, manchmal ja sooo witzige Rassismus ist omnipräsent. Klar, laut und deutlich aussprechen, dass ich das nicht akzeptiere ist eine Daueraufgabe. Besonders wichtig erscheint mir auch, die Sache beim Namen zu nennen.
    Das haben Sie hier getan und dafür danke ich Ihnen - und dafür, dass Sie mir Mut gemacht haben, nicht aufzugeben.
    Schlaflose Nächte habe ich noch nicht

  • #118

    Helma Uebele-Chudek (Mittwoch, 24 Februar 2016 03:20)

    Kompliment, selten so einen differenziert guten Text gelesen. Ja, wir sind mittendrin. Ich gehöre der Generation an, 1954, bei der der Geschichtsunterricht noch sehr "differenziert" war. Wir hatten einen mutigen Geschichstslehrer. Seinetwegen habe ich Geschichte, Schwerpunkt NS-Zeit, studiert. Ich habe nie begriffen, wie diese Menschen, Hasstiraden, mit sich überschlagender Stimme, zujubeln konnten. Ich habe mir die Originalaufnehmen notgedrungen anhören müssen, mir ist schlecht geworden. Heute schalte ich die Nachrichten ein und mir wird wieder schlecht. Und sie werden immer unverfrorener. Sie haben überhaupt keine Selbstkontrolle mehr. Und niemand geht gegen sie vor. Wieviele Täer sind denn ermittelt und verurteilt worden?! Wann wird denn endlich ein Zeichen von der Justiz gesetzt?
    Ja, wir sind mittendrin!!!

  • #119

    Susanne (Mittwoch, 24 Februar 2016 05:39)

    Danke für diesen Artikel. Ich wälze ähnliche Gedanken und die Besorgnis wächst von Tag zu Tag. Wir dürfen nicht selbst ungerecht werden angesichts von Ungerechtigkeit. Man muss sehr vorsichtig sein, dass man nicht seine Werte über Bord wirft, um diese zu schützen. Darum habe ich mich in diesem Beitrag wiedergefunden.

    Ich habe die Vision von friedlichem Widerstand. Von Menschen, die sich als lebendes Bollwerk zwischen Angreifer und Angegriffene stellen. Schweigend, oder vielleicht singend, wenn man das gehässige Skandieren dumpfer Parolen übertönen möchte. Zum Beispiel die Ode an die Freude, oder etwas Ähnliches. Widerstand unbedingt. Entschlossen, aber friedlich.

    Gleichzeitig müssen aber auch die Mittel des Rechtsstaates endlich ausgeschöpft werden. Hetzer und Zündler müssen zur Verantwortung gezogen werden. Wir müssen Politik, Staatsanwaltschaft, Polizei in die Pflicht nehmen. Die Aufklärungsquote rechter Gewalttaten muss dringend ansteigen, Täter müssen angeklagt werden.

    Nicht zuletzt braucht es Blogs wie diesen, die sich klar positionieren und Mut machen. Danke.

  • #120

    S. H. (Mittwoch, 24 Februar 2016 06:57)

    Seit ermutigt! Bildet Banden und erzählt euch, wie ihr euch die Zukunft in Deutschland vorstellt. Kommt dabei zurück auf euch, auf das was ihr erlebt (auch wenn es schmerzlich ist) und was ihr tun könnt, um es verändern. Rassismus ist ein hässliche Fratze, hinter der sich allerlei Schmerz, Ohnmacht und Ungeliebtes verbirgt. Wenn wir es schaffen, bei einzelnen Menschen den Blick dahinter zu werfen, ist dieser Mensch schon nicht mehr "der Rassist" der er kurz vorher war. Vertraut auf die Menschlichkeit in jedem von uns, wie sie sich uns jeden Tag in vielen Facetten zeigt, wie sie in unserem Alltag versteckt auf die Gelegenheit wartet, zum Vorschein zu kommen. Manchmal braucht es dafür nur eine kleine Ermutigung und etwas menschliche Wärme.
    S.

  • #121

    Judith (Mittwoch, 24 Februar 2016 07:25)

    Wenn es nicht gegen Ostdeutsche sein soll, sollte man vielleicht diesen Satz umformulieren, der stieß mir beim Lesen nämlich auch sauer auf - ganz ohne gegen Ostdeutsche zu sein: "Und das ist auch nicht Indien oder sonst ein fernes Land, sondern Ostdeutschland."

    Ansonsten guter Artikel.

  • #122

    Erika Hänseroth (Mittwoch, 24 Februar 2016 09:05)

    Auch ich kenne das Geschehen von damals aus dem Geschichtsuntericht und den Erzählungen meiner Eltern. Ich habe mich manchmal ein bisschen für meine Eltern geschämt, weil sie zu
    wenig getan haben gegen die Faschisten, aber sie waren naiv und haben die dumpfen Parolen geglaubt. Heute sind wir durch die Geschichte vorgewarnt, aber in den Schulen auch den Volkshochschulen wird dieser Gefahr zu wenig Aufmerksamkeitgeschenkt. Ein fataler Fehler , der uns wieder an den Rand des Abgrundes bringt. DANKE ANJA FÜR DEINEN MUT, denn es ist leider auch heute gar nicht so sebstverständlich den Mund auf zu machen, Gesicht zu zeigen gegen die braune Saat, die leider schon die häßlichsten Triebe hervor bringt.
    Die Diagnose steht, lasst uns unverzglich mit der Therapie beginnen, sonst ist der Patient dem Tode geweiht.

  • #123

    Alexander Kappen (Mittwoch, 24 Februar 2016 09:56)

    Danke!!!

  • #124

    Markus Bender (Mittwoch, 24 Februar 2016 11:16)

    Sehr gut!
    …und eine Erkenntnis die sich hoffentlich nicht Bewahrheitet: Geschichte wiederholt sich nicht? Bitte. Geschichte wiederholt sich IMMER.

    Das gefährliche sind nicht mal die Leute welche der aufgebrachte Mob sind, sonder diejenigen welche dem insgeheim zustimmen, welche die Zuhause still und leise dazu klatschen. Leute die dazu schweigen, egal aus welcher Ecke. Sie machen es sehr gefährlich.

    Man sollte nicht unterschätzen was der 2. Weltkrieg mit Europa gemacht hat. Wo Mio. von Leuten Traumatisiert - und dann damit alleine gelassen wurden. Diese Traumata in Form von Verhaltensstörungen gehen sehr schnell auf nächste Generationen über.

    Leider muß man an der Stelle auch sagen:
    Bedenklich wie man das in Berlin so unterschätzen konnte und wie weit man darüber von den Leuten abgerückt ist! Es hat eben nicht jeder Abitur bzw. versteht die Rethorik von Politik. Es ist auch nicht jeder weltoffen und versteht die Zusammenhänge. Wer die Leute damit alleine lässt und nicht alles auf den Tisch legt, weil das taktische Gründe verbieten, der macht es genauso gefährlich, wie diejenigen welche insgeheim dem Mob zustimmen.
    TIPP läuft fast ausschließlich in den Hinterzimmern. Lobbyisten nehmen zunehmend Einfluss. Geheimniskrämerei von der Kommunalebene bis in den Bundestag. Die Leute fühlen sich an vielen Stellen Verschaukelt. Es ist nicht gut nur den Weg der Bildung im Blick zu haben, denn das hat bzw. kann nicht jeder. Nicht jeder strebt den Akademiker an, nicht jeder will Kariere machen, nicht jeder will ein Bankkonto mit fünf- bis sechsstelligen Zahlen haben, nicht jeder hält nur ein erfolgreiches Berufsleben für ein gutes Leben. Was ist mit diesen Leuten die das nicht wollen und dann schnell auf dem Abstellgleis landen? Die meisten sind ganz einfache Leute die in einen Wahn der Leistungsgesellschaft versetzt werden. Plötzlich kommen dann da welche die wir jetzt auch noch Finanzieren sollen? Wir sollen die ganze Welt retten? Wir mischen in Kriegen mit und bekommen dafür Terror. Das sind Gedanken die derart weit verbreitet sind, dass man es fast gar nicht glauben kann.

    Die Politik und Presse tun gut dran jetzt sehr schnell Erfolge in Integration, Arbeitsmarkt und den Umgang damit zu zeigen. Leider hat das wie bei der Energiewende den Eindruck, man macht halt mal und löst die Probleme unterwegs, statt einen klaren Plan zu haben und den auch bis ins letzte Detail offen zu legen.

    Die Situation ist ähnlich wie schon einmal mit dem Unterschied, dass man diesmal Angst hat zu verlieren statt nie wider etwas zu gewinnen.

    Haben Sie Bitte Zivilcourage und halten Sie Bitte wo es nur geht dagegen. Diese Leute mit den Ansichten des Mobs haben Angst und Angst erzeugt Wut und Wut erzeugt Hass und Hass erzeugt unsägliches Leit.

    Die Weltoffene Demokratie sagt Danke!

  • #125

    K.Christmann (Mittwoch, 24 Februar 2016 13:43)

    Sehr guter Beitrag! - Hinzufügen möchte ich das die NSDAP "nur" von 1/3 der Bevölkerung gewählt wurde. An die Macht gekommen ist Hitler aber erst als Teile der "Demokratische" Parteien sich Ihm Angedient haben! Wenn heutige Politiker meinen den Rechtsaussen nach dem Mund zu Reden und nicht entschieden dagegen vorgehen, sind das die modernen Totengräber! eines im Großen und Ganzen sehr guten Rechtsstaates. Eine Lösung für das europaweite erstarken von Nationalismus und Fremdenhass ist das mit Sicherheit nicht.

  • #126

    Chris Hennes (Mittwoch, 24 Februar 2016 14:24)

    Genau solche Gedanken gehen mir immer wieder durch den Kopf, doch das ist gut so, nur wer denkt kann auch handeln und etwas gegen das Aufkommen der Neonazis und deren Salonfähigkeit unternehmen.

  • #127

    Vera (Mittwoch, 24 Februar 2016 16:53)

    Warum eigentlich nur Ostdeutschland? Hat im Westen noch kein Flüchtlingsheim gebrannt?

  • #128

    Stephan Cordero Alvarez (Mittwoch, 24 Februar 2016 18:37)

    Wir (Meine Frau & Ich) haben schon recht früh gemerkt in welche Richtung sich Deutschland entwickelt und wie mit Systemkritikern in diese Land umgegangen wird. Aus diesen Grund haben wir das Land schon in der frühen Phase dieser Entwicklung verlassen. Was genau da vorgefallen ist dazu möchte ich mich nicht weiter äussern, vielleicht nur soviel dazu: Wenn ein Deutscher Polizist nach der Kontrolle des Reisepass einer Ausländerin den Pass lieber in die nächste Ecke schmeisst anstatt diesen wie ein anständiger MENSCH in die Hand des Besitzers zu überreichen ... das alleine spricht schon für sich, oder?

  • #129

    Gaby Kappes (Mittwoch, 24 Februar 2016 19:23)

    Danke für diesen Artikel. Es lässt mich hoffen!
    Ich habe letzten Montag ein für mich erschreckendes Gespräch geführt. Ich habe aber meine Ansicht klar dargelegt. Ich bin gegen Rassismus und Rechtspopulismus und das schon seit vielen Jahren. Seit meiner Schulzeit. Papst Franziskus hat dieses Jahr zur Barmherzigkeit aufgerufen. Das schließt auch Flüchtlinge mit ein. Flüchtling kann jeder werden. Z.B. durch Naturkatastrophen oder Umweltkatastrophen. Ausländer bin ich sobald ich mein Heimatland verlasse. Das sollte sich jeder vor Augen führen.

  • #130

    Nick (Mittwoch, 24 Februar 2016 20:11)

    Hi Felice, Du setzt Dich gegen Rassismus ein, das ist gut. Aber Du lässt Dich viel zu sehr von Emotionen leiten. Die Entstehung und Etablierung des nationalsozialistischen Deutschlands ist sehr viel komplexer. Vielleicht staunst Du, aber 95% der deutschen Gesellschaft waren von den Bildern der Befreiung von Auschwitz genauso geschockt wie Du und Deine Klasse. Man darf auf keinen Fall den Fehler machen und eine Kollektivschuld aussprechen. Es gab auch kaum offene Gewalt gegen Juden in Deutschland. Die Bilder, die Du kennst, entstammen polnischen Getthos. Die Ausnahme bildete die Reichspogromnacht, die aber nicht von einfachen Bürgern begangen wurde, sondern von als Zivilisten verkleideten SA-Männern, um einen Volkszorn vorzutäuschen. Es gab auch keine Kindergeburtstage und Judenjagd zugleich in den Straßen. Wie kommst Du auf sowas? Es gab zwar massive Diskriminierungen, aber keine offene Judenjagd. Es lebten damals nicht mehr Juden in Deutschland als heute. Im Durchschnitt 300.000 und 80% davon in großen Städten wie Berlin, Frankfurt, Köln. Die meisten Deutschen kannten nie einen Juden. Und Deportationen fanden sehr ruhig statt. Es gab keinen Widerstand, die Juden in Deutschland sind mit Koffern in den Bahnhof gegangen. Bis zum Schluss hielt es kein Jude für möglich, dass er vergast wurde. Schau Dir mal die Zeitzeugeninterviews der Shoa Foundation an. Das haben die Juden erst in Auschwitz erfahren. So geheim war das .. und daher wusste auch kaum ein Deutscher von diesen Vorgängen. Die deutsche Bevölkerung hätte das nicht mitgemacht, das wussten die Nazis, deswegen so geheim. Auch hieß das Problem im Deutschland des Dritten Reiches nicht Rassismus, sondern Antisemitismus/Antiziganismus, was weitaus mehr ist als Rassismus. Und die Menschen, die das durchgezogen haben, waren Nazis, echte Nazis. Deswegen ist es nicht richtig, dass heute mit dem Wort Nazi nur so umgeschmissen wird.
    Deutschland zeigt sich gerade als das liberalste Land der Welt. Warum sonst wollen alle Flüchtlinge hier her? Vermutlich nicht, weil sie hier gelyncht werden.
    Eine deutsche Schande heraufzubeschwören oder die Situation mit Nazideutschland zu vergleichen, verharmlost nicht nur die Taten der Nazis, sondern ist auch ein Schlag ins Gesicht für die Millionen von Deutschen, die sich den Arsch aufreißen und helfen, wo sie können. Und eben auch ein krasser Vorwurf an die normale Deutschen von damals, die tatsächlich nichts von einem Holocaust hatten ahnen können.

  • #131

    Mario Ramm (Mittwoch, 24 Februar 2016 20:44)

    Was mich mitunter auch erschüttert,dass selbst in Staaten,die unter dem Nazi-Regime gelitten haben,sich der Hass gegen Ausländer,gegen andre Religionen usw. verbreitet hat.Staaten,die zur Zeit des 2 Weltkrieges gegen die Nazis gekämpft haben

  • #132

    Wolfgang Zeutzem (Mittwoch, 24 Februar 2016 21:24)

    Zuerst mal Danke für diesen Artikel, er spricht mir aus der Seele. Aber dieser sich jetzt deutlich zeigende Rassismus überrascht mich nicht wirklich. Ich habe es schon immer erlebt das dunkelhäutige Ausländer mit Verachtung behandelt wurden. Meist von Angehörigen, der immer so genannten bildungsfernen Schichten
    Die weißen Europäer haben sich schon immer anderen Völkern überlegen gefühlt, wenn dann Angehörige dieser Völker sich in grosser Zahl aufmachen nach Europa zu kommen, sind die unteren Bevölkerungsschichten extrem verunsichert. Spätestens dann sehen Gestalten wie Höcke, Storch, Petry und auch Seehofer eine Chance die Unsicherheit dieser Menschen auszunutzen und ihre Macht zu mehren. Eine ähnliche Situation gab es in den 1930er Jahren, einem grossen Teil der Bevölkerung ging es wirtschaftlich schlecht, da wurde Ihnen von den Nazis ein Sündenbock präsentiert und ein ganzes Volk machte mit. Zur Zeit sind die Flüchtlinge dieser Sündenbock und wieder machen immer mehr mit.

  • #133

    Stumm Petra (Mittwoch, 24 Februar 2016 21:53)

    Der Mensch lernt aus der Geschichte, dass der Mensch aus der Geschichte "nichts" gelernt hat!!!
    Es wird immer Weizen "und" Spreu geben!
    Ich und die allermeisten von uns wünschen, was Ihr Kommentar ausdrückt,
    doch leider hat man das Gefühl, man kann die "rennenden Wildpferde" nicht mehr einfangen!

  • #134

    Jan (Mittwoch, 24 Februar 2016 22:43)

    Ich habe in letzter Zeit selten einen Text gelesen, der das, was ich schon seit einer geraumen Zeit denke und fuehle, so gut zusammenfasst. Manchmal denke ich ernsthaft ans Auswandern. Ich habe die letzten zwei Jahre in London gelebt und mich groesstenteils super wohl gefuehlt. Nun bin ich wieder in Deutschland und mir graut es. Ich will mir die grauenhaften Dinge, die ich 1996 im Geschichtsbuch gelesen habe ueber unsere dunkelste Vergangenheit, jetzt nicht live in Deutschland anschauen muessen. Aber wenn jeder auswandert, der so denkt wie wir, dann koennen wir den Rassisten gleich das Feld ueberlassen. So einfach sollen sie es dann doch nicht haben.

    Ich glaube, wenn wir uns fragen, wie es damals dazu kommen konnte und uns heute wieder fragen, wie weit es hier und anderswo moegelicherweise wieder kommen koennte - das ist ein erster Schritt. Aber das muss weiter gehen! Wenn jeder, den das Thema mitnimmt, sich fest vornimmt, etwas zu tun, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen, und das dann auch in die Tat umsetzt, ist schon viel gewonnen. Z.B.:
    - das naechste Mal nicht den Mund halten, wenn der Nachbar oder die Kollegin sich rassistisch oder menschenverachtend aeussern, sondern klar Position beziehen (auch wenn man schuechtern ist);
    - sich an Demos gegen Pegida beteiligen;
    - Geld spenden an Organisationen, die etwas gegen Rassismus unternehmen (Amadeu Antonio Stiftung etc.);
    - sich ehrenamtlich in einer solchen Organsiation engagieren;
    - sich in einer politischen Partei engagieren, die zu diesem Thema eine klare Haltung hat;
    - auf Facebook und anderswo menschenverachtenden Kommentaren etwas entgegensetzen.
    ...
    Und vor allem keine Angst davor haben, dass man von gewissen Leuten als "Gutmensch" abgestempelt wird. Das bringt mich inzwischen bei der ganzen Diskussion am meisten auf die Palme, neben den vielen Unbeteiligten, Desinteressierten und Verharmlosern. Im Jiddischen ist "a giter Mensch" ein Kompliment, im Deutschen ist "Gutmensch" ein Schimpfwort. So viel dazu. Ich bin gerne ein Gutmensch, ist doch besser als jemand, der sich klammheimlich freut, weil mal wieder ein Asylbewerberheim brennt.

    Und ich haette zum Schluss noch eine Anmerkung zu Koehn Botho (Kommentar No. 62):
    Da heisst es unter anderem:
    "Deutschland war doch nicht rassistisch vor dieser Völkerwanderung und und ist es danach auch nicht.
    Das wäre eine Unterstellung.
    Deutschland hat kein Rassismus Problem. Es wird ein Problem herbeigeredet."

    Entschuldigen Sie bitte, aber leben wir im selben Land? Deutschland hat seit Jahrzehnten ein massives Rassismus-Problem, das viel zu haeufig verharmlost und kleingeredet, gar geleugnet wird, von zahlreichen Buergern ebenso wie auf staatlicher Ebene! Waehrend z.B. Grossbritannien seit Beginn der 1990er Jahre kontinuierlich dafuer gesorgt hat, dass menschenverachtende und rassistische Vorkommnisse und Bemerkungen gesellschaftlich geaechtet werden (und das in einem Land, das kein nennenswertes Problem mit einer ueber Jahrzehnte gewachsenen, gewaltbereiten Neonaziszene hat wie etwa Deutschland), wird hierzulande immer noch von Einzelfaellen gesprochen, wird weggesehen, sich geschaemt, wird geschwiegen. Haben Sie den Fall "NSU" schon vergessen? Das war lange vor der Fluechtlingskrise. Ihr Kommentar ist eine Zumutung fuer jeden und jede, die sich seit Jahren fuer eine friedliche und tolerante Gesellschaft einsetzen, in der jeder und jede einen Platz findet, unabhaengig von der Herkunft.

  • #135

    J Holster (Donnerstag, 25 Februar 2016 00:13)

    Vielen Dank für die Zeilen - das wir mittlerweile mittendrin und nicht eben am Anfang sind, dies macht mir auch am meisten Sorgen...

    Der längste Finger für alle Rassisten und die, die sie gewähren lassen!!! ,,I,,

  • #136

    Martina Tollkuehn (Donnerstag, 25 Februar 2016 08:51)

    Ich teile Ihre Meinung voll und ganz! Leider haben nicht mehr viele Jugendliche und ehemals Jugendliche Ihren Bildungsweg durchlaufen, die Chance darauf oder einen familiär stabilen Hintergrund, der eine differenzierte, eigenverantwortliche und verantwortungsbewusste Auseinandersetzung mit diesem Erbe zulässt. Somit ist Raum für "einfache" Erklärungen, Demagogen und extreme Meinungsäußerungen, die mit fatalen Folgen auch die massiven Vernachlässigung und Ausverkauf zugunsten einer kapitalisierten Wirtschaft einer sozialen familienfreundlichen und bildungsfördernden Innenpolitik der letzten Jahrzehnte einhergeht! Was wir jetzt haben, ist auch das Ergebniss krasser Versäumnisse unseres eigenen Staates in Verantwortung für die, die mehr Bildung und Unterstützung brauchen, um nicht in einen solchen charakterlichen und gedanklichen Sumpf abzugleiten. Vergleichen Sie bitte einmal, die soziale Unzufriedenheit war damals ähnlich, immer mehr Familien in ärmlichen Verhältnissen in dem heute noch dazu reichsten Staat Europas! Und die Ausgaben für Soziales und Bildung stagnieren bzw. sollen durch Umbau der Bildungslandschaft noch zurückgefahren werden! DAS macht einen Staat von innen angreifbar und instabil für solch verheerende Parolen und Übergriffe. Keine Frage, dass dieses Verhalten indiskutabel ist. Es gibt aber eben nicht nur intellektuelle Wohlstandsbürger, es gibt auch Leute, die mehr gute! Führung und Unterstützung von außen brauchen! Wir haben hier keine ausgeglichenen Verhältnisse mehr und der soziale Frieden ist nun durch diese Mammutaufgabe von außen mehr gefährdet denn je.

  • #137

    Sandra (Donnerstag, 25 Februar 2016 09:39)

    Was sind Pegida-Spaziergänger? Is das sowas wie ein Gutmensch?

    Ps Danke @vamperl, wir sollten uns alle eine Scheibe von dir abschneiden.

  • #138

    Olfan K (Donnerstag, 25 Februar 2016 11:02)

    Erstens: wir haben kein Problem im Osten, sondern gut verteilt über ganz Deutschland. Kürzlich gab's da einen Spiegel-Artikel mit interaktiver Landkarte zu. Die Karte ist leider nicht mehr da, vielleicht passte ja der Inhalt nicht zur gerade gut verkäuflichen Idee, dass doch bitte nur im Osten alle Nazis sind. Es bleibt trotzdem Fakt: während Sachsen ständig im TV ist, brennt es auch in NRW und sogar in Bayern, wo doch der super christliche und sehr soziale Seehofer kaum Flüchtlinge reinlässt.

    Zweitens frage ich mich ernsthaft, wie man sich ausgerechnet als Journalist über das Verhalten der Bürger wundern kann: wer bringt denn Berichte über kriminelle Ausländerbanden, Terroristen mit falschen syrischen Pässen, ganze Stadtviertel unter Sharia-Herrschafft, Straffälligkeit eines Drittels aller Flüchtlinge aus Nordafrika etc. pp.? Was soll der Bürger denn da bitte denken? "Juhu, genau so welche kommen zu Hunderden in unser kleines Dorf, und kein Integrationshelfer weit und und breit. Aber wir schaffen das!" ist da vielleicht ein kleines bisschen viel verlangt.

    Drittens hilft es wenig, bei jeder Kritik sofort die NaziKeule auszupacken. Die Hilfen für die UN-Flüchtlingslager zurückzuschrauben, damit die Leute gar keine Wahl haben, als direkt hierher zu kommen, war offensichtlich falsch; wer das kritisiert, ist vernünftig und kein Rassist. "Kommt alle her, wir schaffen das!" in die Welt zu posaunen, wenn wir jetzt schon außerstande sind, AsylAnträge in irgendwie menschenwürdiger Zeit zu prüfen, ist objektiv irre, sowas kann man einfach nicht bringen. Erst Kapazitäten schaffen, dann auslasten! Ich sage, dass diese Regierung entweder entsetzlich inkompetent ist oder gezielt und vorsätzlich Spannungen rund um das Thema Flüchtlinge herbeiführt; nicht weil ich ein Regierungsfeind wäre, sondern weil die vorliegenden Indizien keine anderen Schlüsse zulassen.

    Viertens schließlich gebe ich Ihnen recht: genau so fängt sowas an. Der kleine Bürger ist unzufrieden und perspektivlos, aber anstatt auf seine Sorgen einzugehen haben die etablierten Parteien nichts Besseres zu tun, als den protestierenden Teil seiner Bürgerschaft auszulachen, zu beschimpfen und auszugrenzen. Die einzigen, die sich dieser Bürger, die gerade jetzt dringend Halt, Aufklärung und Richtung brauchen, annehmen, sind die Nazis. Das war damals so und so ist es heute. Ihre Frage "ja habt Ihr denn nichts gelernt?" kann ich nur wiederholen, aber in Richtung Parteien und in Richtung Presse. Wer sich unverstanden fühlt und Ängste hat, egal wie falsch und irrational auch immer, der gehört nicht ausgegrenzt, sondern abgeholt. IHR Journalisten MACHT braune Horden, Ihr habt ihre Ägste geschürt und Ihr drückt ihnen den Nazi-Stempel auf. Verantwortlich ist hier nicht der einzelne Bürger, sondern der, der seine Meinung gebildet hat.

    Fazit: auch dieser Artikel hilft nicht beim Aufklären, sondern beim Ausgrenzen. Solidarisiert Euch doch mal mit den Demonstranten, versteht ihre Probleme, sucht nach echten Lösungen! Ihr werdet merken, dass da hinter einem Dutzend dummer Nazis Hunderte ganz normaler Leute stehen, denen nur mal einer auf Augenhöhe begegnen muss statt von oben herab.

  • #139

    Roland (Donnerstag, 25 Februar 2016 12:41)

    Teil 1

    Zunächst einmal 1000 Dank für den ersten Beitrag, den ich gefunden habe, der ein wichtiges Thema in diesem ganzen Problem ohne Polemik und angedeutete oder offene Hasstiraden analysiert. Ich lebe in Sachsen und ich lebe mit diesen Demonstrationen und den Menschen, die dort ihre Ansichten vertreten. Ich bin in Ostdeutschland aufgewachsen und habe die Wendezeit mit den damaligen Demonstrationen als Jugendlicher erlebt. Ich schäme mich jeden Tag, wenn ich den Nachrichten schaue oder Zeitungen lese für dass, was "im Namen des Volkes" propagiert wird und für die Dinge, die hier und überall in Deutschland geschehen. Es ist nicht ok und auch nicht duldbar, dass Häuser angezündet und Menschen offen angegriffen werden, nur weil sie keine deutschstämmigen (irgendwie schon dieses Wort finde ich schwierig) sind. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die schulische Ausbildung im Osten sich sehr intensiv mit Nazideutschland beschäftigt hat. Klassenfahrten wurden nach Auschwitz oder Buchenwald organisiert und nichts, was zu jener Zeit in Deutschland geschah, blieb unbehandelt. Wir haben zwar die Filme nicht gesehen, aber viele Bücher a la Nackt unter Wölfen und über die Scholl Geschwister gelesen. Unsere Straßen wurden nach Rosa Luxemburg oder Ernst Thälmann benannt. Jeder Ostdeutsche (über 40) kennt mehr Namen des Antifaschistische Widerstandes in Deutschland als Politiker der großen Koalition. Ich spreche viel mit Leuten, die sich entscheiden diese Demos zu besuchen und habe eine recht klare Vorstellung davon, was die meisten dazu motiviert. Meiner Ansicht nach, haben viele dieser Leute keinen rassistischen Antrieb. Es geht hier vielen um Angst vor dem Unbekannten und um das Gefühl, dass die Regierung die Probleme, die mit der massenhaften Aufnahme von Flüchtlingen nicht in den Griff kriegen wird. Aber genau dies ist das Problem, was du ansprichst. Es entsteht hier eine Art von Akzeptanz für das Verhalten einiger weniger, die der Meinung sind, dass es dem Schutze Deutschlands dient, wenn sie Unterkünfte anzünden und Busse stoppen in denen Frauen und Kinder sitzen. Ich denke, dass wir alle unbedingt eine transparente Diskussion darüber führen müssen, wie sich unsere Regierung genau vorstellt, Flüchtlinge in diesen Größenordnungen aufzunehmen und zu integrieren. Denn nur mit einer klaren Lösung werden wir den Leuten hier die Angst nehmen und damit die Toleranzgrenze für gewalttätige "Proteste" in der Mitte unserer Gesellschaft wieder zu heben. Unser aktuelles Problem ist doch eher eine überforderte Regierung, die als einzige Lösung eine gesamteuropäische sieht. Genau diese Lösung ist doch aber gerade nicht in Sicht. Wenn wir uns unsere Nachbarn anschauen, so wird schnell klar, dass Frau Merkel hier einem Wunsch hinterher rennt. Dann kommt noch die CSU als Regierungspartei und stellt sich offen gegen den Regierungskurs. Woher soll denn in so einer Situation das nötige Vertrauen kommen, welches nötig ist, um die breite Masse der Bevölkerung zu beruhigen?

    Ich bin komplett bei dir, wenn du deiner Sorge Ausdruck verleihst, dass die Umstände derzeit vergleichbar sind mit denen in der Endzeit der Weimarer Republik. Auch dort war eine handlungsunfähige Regierung nicht in der Lage der breiten Masse die Ängste zu nehmen. Dann kam Herr Hitler und versprach Lösungen, die er auch umsetzte. Damals wurde aus einer anfänglichen Protestwahl danach eine Strömung und hieraus eine Volkspartei, die ganz Europa in ein großes Unglück stürzte. Jeder der bis drei zählen kann muss einräumen, dass ein solcher Vorgang sich auch 70 Jahre später wiederholen kann. Davor habe ich wirklich Angst, denn du hast Recht, wenn du meinst, der gemäßigte Teil der Deutschen ist mit Problemen wie der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie beschäftigt und nimmt diese Entwicklung nicht oder nicht vollständig wahr.

  • #140

    ashyda (Donnerstag, 25 Februar 2016 14:22)

    Danke für den Artikel!
    Ich habe neulich erst wieder "Die Welle" geguckt, nachdem ich das Buch damals auf Deutsch und Englisch in der Schule gelesen habe. Auf imdb trendet der Film stark nach oben - nicht nur ich fühle mich also an Morton Rhues Werk erinnert. Ich kann es nur jedem empfehlen, der (auf dem Papier) erleben will, wie schnell sich eine Art Nazi-Regime bilden kann.
    Leider habe ich das Gefühl, dass wir immer mehr nicht von Flüchtlingen, sondern Rechten und "besorgten Bürgern" überrannt werden …

  • #141

    Westend (Donnerstag, 25 Februar 2016 14:33)

    Ich denke, dass es schon lange nicht mehr um "Rassen" geht sondern einfach nur mehr um einen Krieg zwischen armen und reichen Menschen. Und wer weiterhin im reichen Europa leben will wird dies mittragen müssen.

  • #142

    Martin (Donnerstag, 25 Februar 2016 15:43)

    Danke für diesen Text, er spricht mir aus der Seele. Liebe Grüße aus Salzburg

  • #143

    jose (Donnerstag, 25 Februar 2016 17:43)

    Danke für den Artikel, viel Wahres wurde bereits darin wie auch in den Kommentaren erwähnt, was aber meiner Meinung nach immer als Ursache vergessen wird ist, das ein Teil unserer Gesellschaft von dem immensen Wandel in allen Lebensbereichen extrem verunsichert und überfordert ist.
    Der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier und vielen fällt Veränderung schwer, speziell eher konservativ veranlagten Leuten, die nicht in einer Großstadt wohnen. Die allgemeine Beschleunigung des Alltags und der durch die Globalisierung und Digitalisierung verursachte Lebenswandel sind extrem fordernd, kräftezehrend und verunsichernd. Meiner Meinung nach reagieren die Politik und die Autoritäten überhaupt nicht bzw. höchst unzureichend auf diesen Wandel und sind selbst völlig überfordert von diesen neuen Parametern auf allen Spielfeldern. Der Bürger wird damit alleine gelassen und kommt damit eher schlecht als recht zurecht. Die Folgen dieser Überforderung sind weltweit ersichtlich, wenn auch in unterschiedlicher Art und Weise. In Deutschland u.a. in Form zunehmender Radikalisierung, Egomanie und Verschlossenheit, was dann z.B. in offener Ausländerfeindlichkeit, Kriminalität oder Missachtung der staatlichen Autorität mündet - in der Essenz gesagt "man ist sich selbst der nächste".
    Natürlich sind die Vorgänge in Sachsen etc. absolut inakzeptal und beschämend. Auf der anderen Seite hat man diese verunsicherten Leute offensichtlich nie betreut und sie stattdessen mit Ihren Sorgen und Ängsten alleine gelassen.
    Was mich am meisten sorgt ist allerdings, dass keiner von diesen Leuten jemals diesen Artikel oder all die anderen richtigen und wichtigen Artikel in den ernstzunehmenden Medien oder den Sozialen Medien lesen wird, da sich der Graben durch die Gesellschaft genau hier bei der Informationsbeschaffung etabliert hat. Stattdessen veröffentlichen Massenmedien wie Bild, Spiegel und co. weiterhin nur aufmerksamkeitswirksame Schlagzeilen, Parolen, Propaganda oder Katastrophenmeldungen, statt positiver Nachrichten oder sorgfältig recherchierter Artikel. Auch die Politiker preschen lieber vor, als erstmal nachzudenken, denn der Lauteste gewinnt heutzutage, nicht der Seriöse... und das gilt nicht nur für Wählerstimmen.

  • #144

    jose (Donnerstag, 25 Februar 2016 18:19)

    @ hallo
    Stichwort Rassismus - auch wenn ich inhaltlich mit dem von Dir geschriebenen inhaltlich übereinstimme, benutzt Du (und auch viele andere) das Wort nicht sinngemäß. "Rassismus" bezieht sich rein wissenschaftlich auf eine Rasse, sprich einer Gruppe von Lebewesen, die genetische Merkmale teilen, die visuell wahrnehmbar sind (Kurzform). Die Verwendung des Begriffes im Zusammenhang mit beispielsweise "Machtstrukturen in unserer Gesellschaft" oder auch der Religionszugehörigkeit eines Menschen sind per se erstmal kein Rassismus, da es Menschen unterschiedlicher (genetischer) Herkunft betrifft. Das macht jedweges diskriminierendes Verhalten natürlich nicht besser, ist aber per Definition kein Rassismus!

    "Dann würden die "Ich bin kein*e Rassist*in, aber..."- Sprüche hoffentlich weniger werden und wir könnten uns solidarisch und voller Schahm zusammensetzten und vielleicht mal über Nationalstaatlichkeit reden!"
    Jein, das Problem liegt vielleicht auch ein wenig darin, dass man über gesellschaftliche Probleme dieser Natur in Deutschland nicht kontrovers diskuttieren kann, ohne bei einem evt. nicht politisch korrekte geäusserten Satz, Argument, etc. gleich in eine Schublade gesteckt zu werden und den "Rassismus" Stempel aufgedrückt zu bekommen. Ich bin mir sicher, dass ein Teil der Verwender des Satzes "Ich bin kein*e Rassist*in, aber..." absolut keine Rassisten sind, diese Behauptung aber aufgrund der Stigmatisierung vorsorglich vorausschicken, um eine etwaige Schubladisierung im Vorfeld zu vermeiden... (was die geneigten "Hüter der einzigigen Wahrheit" und "Meinungshoheitler" gleich dankbar verwerten um denjenigen gleich wortgewaltig in die Ecke zu stossen und mundtot zu machen).

    Viel wichtiger wäre eigentlich die Stereotypisierung bzw. diese unsägliche Sippenhaft anzuprangern. Das ist nämlich, was du eigentlich mit dem Begriff "Rassismus" meinst, oder?

  • #145

    Korrektor (Donnerstag, 25 Februar 2016 19:25)

    Die Autorin offenbart ein bedauernswert einfältiges Weltbild. Alles, was nicht in ihr Heile-Welt-Verständnis passt - seien es die Flüchtlingspolitik der osteuropäischen Staaten, die bösen (das Klichee durfte auch keinesfalls fehlen) links prügelnden, rechts blinden Polizisten oder die Debattenbeiträge der CSU -, ist direkt "mittendrin" im Holocaust.
    Natürlich werden viele dieser Proteste von Ressentiments ungebildeter Proleten befeuert und bei einem gewissen Teil ist ein bis zur Gewaltbereitschaft reichender Hass zu erkennen. Doch es ist falsch, dumm und unredlich, zwischen einem Auflauf einiger Halbaffen in einem ostdeutschen Kaff und der Massenvernichtung in Auschwitz und anderswo eine solche Parallale zu ziehen.
    Eine entschlossenes Vorgehen gegen Randalierer (rechte wie übrigens auch linke) und eine vernunftgeleitete Flüchtlingspolitik schaffen Abhilfe.

  • #146

    Hans im Glück (Donnerstag, 25 Februar 2016 20:18)

    Hallo Frau Vagabonde,

    interessiert habe ich Ihren Artikel begonnen zu lesen und doch musste ich sehr früh resignieren, was den Inhalt anbelangt. Sie kritisieren die Vorurteile der Menschen gegenüber Ausländern und sind doch selbst voller Vorurteile. Über Amerikaner und Bewohner vom Lande...


    Wie Sie richtig bemerkten: Geschichte wiederholt sich.

    Und deshalb sollten Sie wissen, dass die Mehrzahl dieser Menschen nichts gegen Ausländer hat und auch nicht gegen Juden hatte. Vielmehr werden die Asylforderer zum Sündenbock gemacht, für wirtschaftliche und politische Verfehlungen der Regierung. Für die zahlreichen Gängelungen und Skandale durch die Behörden und Abgeordneten. Und der letzte aktuelle Skandal ist nun einmal die Flüchtlingspolitik. Verstoß gegen Gesetze, Handlungen ohne jede menschliche Vernunft - die Bürger haben die Schnauze voll. Und da man die da oben nicht packen kann, werden eben andere dafür herhalten müssen. Geschichte wiederholt sich.

  • #147

    La Vie Vagabonde (Donnerstag, 25 Februar 2016 21:30)

    Moin Hans im Glück!

    Ich habe keine Vorurteile Amerikanern gegenüber. Meine Familie stammt selbst aus den USA. Und vom Lande ;)

    Aber: Satire, Zynismus und andere rhetorische Stilmittel sind nicht jedermanns Geschmack. Muss nicht jeder mögen.

    Liebe Grüße!

  • #148

    Norbert (Donnerstag, 25 Februar 2016 23:35)

    Es ist eine Sichtweise auf die Dinge, die viele andere nicht teilen. Ich auch nicht, denn ich darf gegen etwas sein. Zum Beispiel gegen Menschen die unser Umfeld negativ beeinflussen. Dazu zählen heute auch viele Migranten und Asylanwärter. Ich möchte nicht, dass sie zu 10000den unser Land fluten. Bin ich deshalb Rassist? Warum dürfen Menschen un einem Demokratischen Land nicht ihre Meinung kundtun? Warum muss ich fürchten, wenn ich meine Meinung offen ausspreche? Weil wir linksgesteuert sind und die Demokratie einer Art Diktatur gewichen ist. Fremdenhass ist nicht das richtige Wort, denn gehasst werden die Fremden nicht. Sie sind nur nicht willkommen. Aber soetwas darf man in Deutschland seit Ende des 2. Weltkrieges ja nicht sagen. Toleranz muss von allen Seiten gelebt werden.

  • #149

    Petra (Freitag, 26 Februar 2016 22:15)

    Trifft es auf den Punkt.

  • #150

    µ-re (Samstag, 27 Februar 2016 20:19)

    Hallo und danke für den Artikel. Ein Punkt der hier und auch sonst so oft nicht genannt wird, aber für mich ein absoluter Schlüssel zu den heutigen Zuständen ist und ein nahtloser Anschluss bis an die Zustände bis zum Ende des Hitlerfaschismus: Der Umgang mit behinderten Menschen. Ähnlich auch der Umgang mit armen, hilfsbedürftigen etc. Menschen. In vielen juristischen und wissenschaftlichen Themen gab es nie einen Bruch nach dem Krieg. Daher kann ich die Situation nicht als ein "Kippen" empfinden.

  • #151

    Gabriele (Samstag, 27 Februar 2016 21:45)

    Nein, sind wir nicht. Gemäß der Gauß'schen Verteilungskurve hat jede Gesellschaft einen Bodensatz von ca. 10 - 12 % Rechten, ebenso wie Linken. Der Rest dazwischen sind die gemäßigt Denkenden. Das gleiche Ergebnis hat vor sehr vielen Jahren eine weltweite Untersuchung bestätigt, die sich mit dem "Rechts-Phänomen" anlässlich des ersten 10 %-Ergebnisses von Le Pen (dem Vater) in Frankreich beschäftigte. Die Gauß'sche Verteilung gilt übrigens auch für das Verhältnis von den Super-Guten (10 bis 12 %), den Super-A***** (10 bis 12 %) und den "Normalen" (der Rest).

  • #152

    Aktham (Sonntag, 28 Februar 2016 20:59)

    Die Geschichte wiederholt sich nie. Die Menschen wiederholen die Geschichte, und zwar immer.

  • #153

    Tom (Montag, 29 Februar 2016 23:07)

    Weiss eigentlich jemand wieviel Flüchtlinge Israel aus dem Nachbarland Syrien aufgenommen hat ?
    Natürlich müssen wir Deutschen vor der eigenen Tür kehren und ich möchte da sicher nichts verharmlosen. Aber ich frage mich manchmal schon was das leidende Volk von damals aus seiner Geschichte gelernt hat und wer hier das grössere Rassismusproblem hat.

  • #154

    Mocca (Dienstag, 01 März 2016 22:10)

    Das kommt dabei raus, wenn man in 13 Jahre Schule nur 12 Jahre Geschichte unterrichtet...
    Mein Großvater(Pilot) hat das EK I persöhnlich von A.H. verliehen bekommen. Nach ihrer Logik, macht mich(Enkel) das jetzt automatisch zu Amon Göth?
    p.s. "Irgendwann holen Sie ihre Eintrittskarte raus und sagen Ich war im Widerstand."

  • #155

    Klaus-Peter Baumgardt (Donnerstag, 03 März 2016 09:28)

    Hi und Hallo,

    dieser Beitrag hat ja große Resonanz erzeugt - schön. Ich komme auch gar nictht dazu, alle Kommentare zu lesen; mehrheitlich ist da wohl auch die Sorge, das könnte sich ausweiten oder nicht zurückzudrängen sein.
    Was mir kürzlich aufgefallen ist: Das Eingangsmotto
    “Wehret den Anfängen“ hat wohl seinen Ursprung bei Ovid. Witzigerweise kann ich hier aus einem eigenen Artikel zitieren:

    "Und wenn wir jetzt mal schauen, woher denn dieser Spruch kommt, findet sich:
    Diese Aufforderung … geht auf das lateinische „Principiis obsta“ des römischen Dichters Ovid zurück, der in seiner Schrift Remedia amoris (Heilmittel gegen die Liebe) schrieb:

    „Principiis obsta. Sero medicina parata, cum mala per longas convaluere moras.“
    „Wehre den Anfängen!
    Zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind.“ "

    Ich würde mal sagen: Der "Patient" sind wir alle. Die Medizin müssenwir aber auch einnehmen, und nicht nur im Arzneischrank stehen haben. "Menschenrechte anerkennen bis in die Fingerspitzen" sozusagen, zum Beispiel. Vielleicht auch einen Sozialpakt (und keine Weihnachtspäckchen). Integration für die, die eine neue Heimat suchen. Breiteres Engagement an der Basis.

  • #156

    Ralf (Freitag, 04 März 2016 15:55)

    Danke für diesen tollen Text. Ja leider ist der Virus "rechts" schon mitten in uns und die Verlogenheit der Kommentare dieser " Mitbürger" treibt einem die kalte Wut ins Genick. Ja was kann man tun wenn plötzlich der doch so nette Kollege sagt: ich fahr doch das Essen nicht zu denen in die Aufnahmeeinrichtung. Sollen doch hingehen wo sie hergekommen sind.
    Ich bin dann leider auch oft sprachlos über diese Blasphemie den Menschen gegenüber.
    Wer läßt schon freiwillig sein Leben hinter sich und geht in die Fremde um dort angespuckt zu werden wenn er keine Not hat. Ich habe bisher jedenfalls nur nette und freundliche Rückmeldungen dieser Flüchtlinge erfahren können, da könnte dich mancheiner ne Scheibe von abschneiden. Und ob ich dann unbedingt 80 jährigem Frauen glauben soll das der Syrer ihr Füttchen gekrault hat weiß ich nicht so genau.

    Wo bleibt der Aufstand der anständigen? Vor Jahren hieß es mal " Arsch huh Zäng usenander oder so". Lasst uns aufschreien gegen alle Radikalen egal ob rechts oder links. Wehret den Anfängen ist schon zu spät.