7 Tage undercover auf Dunkelfacebook

Ihr kennt das alle: die Screenshots aus Facebook, in denen Menschen irrsinnige Hasstiraden über Flüchtlinge, Merkel und Co. absondern. In meinem Facebook-Umfeld kommt so etwas nie vor – wo also kann man sich diese Leute anschauen? Wie kommt man in diese Kreise rein, um sich selbst vom Stand der Dinge in Punkto Rassismus und Hatespeech zu überzeugen? Um selbst einen Eindruck davon zu gewinnen, was da los ist, habe ich Anfang der Woche das Fake-Profil Melanie ins Leben gerufen. Melanie ist 54 Jahre alt, wohnt in Sachsen-Anhalt, ist verheiratet, Mutter und hat Angst vor dem Islam. Und Melanie hat sich auf die Suche gemacht, um Gleichgesinnte auf Facebook zu finden – und die hat sie gefunden.

Ich habe mir keine große Mühe bei Melanie gegeben. Erst einmal einfach eine Deutschlandflagge als Headerbild und ein Katzenbild als Profilbild – fertig war mein "besorgtes" Alter Ego. Damit habe ich mir erhofft, in einschlägige Facebookgruppen eintreten zu können. Meine Beitritte wurden bestätigt – das war aber noch nicht alles. In nicht einmal 24 Stunden hatte Melanie 103 neue Facebook-Freunde. Sie wurde angeschrieben, angeflirtet, direkt in den Kreis der Unterstützer mit reingezogen. Beziehungsweise: ich wurde reingezogen. Ich bin Melanie.

Die schweren Zeiten. Der Zusammenhalt. Wir Patrioten. Angst haben sie, Angst haben sie alle. Die Frauen trauen sich ohne ihre Männer nicht mehr aus dem Haus. Alle schaffen sich Hunde an, ich werde gefragt, ob ich auch immer mein Pfefferspray dabei habe. Ja, sage ich, und dass ich mir einen großen Hund anschaffen wolle. Mein Mann sei oft auf Montage, erzähle ich. Daraufhin bekomme ich Tipps zu Hunderassen und auch Hinweise, wie ich meinen vierbeinigen Begleiter dann zu einer scharfen Waffe umfunktionieren könne.

Die vertrauensseligen Rechten

Die Menschen, die mir dort begegnen, sind überraschend offen. Sofort werde ich von allen akzeptiert und integriert, obwohl ich fremd bin. Ich meine: ich erzähle euch hier von Menschen, die Angst vor Ausländern haben und sich nicht mehr unbewaffnet auf die Straße trauen. Und diese Menschen erzählen mir – einem Katzenprofilbild mit Deutschlandflagge und Menschennamen – sofort unglaublich private Details. Von sich aus. Ohne, dass ich nachgefragt habe. Es ist die regelrechte Erleichterung: juhu, wieder eine von uns. Eine wie wir. Wir sind das Volk! Wir sind viele! Und wir sind alle Freunde.


Anja* erzählt mir, dass ihr Sohn bei der Bundeswehr sei. Wir sprechen über das Loslassen von Kindern, die Leere, die zurückbleibt, wenn sie aus dem Haus sind. Dass man dann oft einsam ist. Dass man Angst allein im großen Haus hat. "Als er nach Mali musste, hatte ich große Angst", schreibt sie mir. Ich fühle mich ein bisschen schuldig. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass sich mir die Menschen so schnell so naiv und blauäugig öffnen. Sie schwanken irgendwo zwischen Angst vor allem Fremden und einer grenzenlosen Gutmütigkeit Menschen gegenüber, die Deutsch sind.


Landsleute. Patrioten, wie man selbst. Anja schickt mir Fotos von ihrer Familie und ihren Hunden. Ich stelle fest: diese Frau ist mir nicht unsympathisch. Vom Gefühl her ist sie jemand, den man kennt. Sie könnte eine Freundin meiner Mutter sein – sie mag lustige Facebooksprüche und -spiele. Sie scheint ein netter, harmloser Mensch zu sein, der ein bisschen Angst hat. Dennoch: Ihre Facebook-Seite ist voll mit rechten Verschwörungstheorien, ihre öffentliche Gruppenliste ist einschlägig. Die versteckten, gewalttätig rechten Gruppen sind es ebenfalls, doch die sieht man nicht auf ihrem Profil.


Ich halte mich zurück. Ich möchte nicht, dass diese Leute mir vertrauen und denken, wir seien Freunde. Ich möchte sie nicht emotional betrügen, ich möchte nur wissen, was in diesem dunklen Bereich Facebooks abgeht. Daher konzentriere ich mich auf Gruppen und meine Timeline – private Konversation meide ich. Die Facebook-Gruppen haben einschlägige Namen: HeimatliebeMerkel muss weg, Volksabstimmung, Absetzung Bundesregierung, Deutschland den Deutschen, Wir sind das VOLK und so weiter. Es gibt tausende von ihnen, und die meisten haben auch tausende Mitglieder. Melanie ist passiv. Melanie liest, statt zu posten. Und was sie findet, rangiert von milde abgedreht bis zum gewalttätigen, rechten Rassismus. Ihre Freundin Anja liebt Russland und Putin. Und: sie hasst Angela Merkel. Diese ist die Gallionsfigur des Hasses – ein Feindbild, in dem sich all die Wut und der Abscheu einer großen Gruppe Enttäuschter, Verlierer und Abgehängter bündeln. Anjas und meine gemeinsamen Freunde wünschen der Kanzlerin teilweise den Tod.


Der Hass schlaucht mich langsam

Ich merke, wie ich es schon ab dem zweiten Tag immer anstrengender finde, mich in Melanies Account einzuloggen. Meine über 100 Facebook-Freunde posten wie im Wahn Artikel um Artikel, Bild um Bild. Das Thema ist immer dasselbe: die AfD ist toll, Merkel muss weg. Private Themen posten sie fast gar nicht, es geht immer nur um den Hass gegen die Bundesregierung.

 

Ich fühle mich zunehmend niedergeschlagen beim Scrollen durch die Timeline. Diese Menschen sind nur damit beschäftigt, Angst zu erzeugen und aufzuwiegeln. Und es sind viele. Sie versuchen, mich als neues Lämmchen in der Herde einzunehmen und aufzuputschen. Es zieht mich emotional runter, es nagt an mir, es schafft mich. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so nahe gehen wird. Ich mag Anja. Ich würde ihr gerne erklären, dass die meisten ihrer Ängste nicht nötig sind, dass sie sich diese Sorgen gar nicht machen müsste. Ich kann jedoch nicht aus meiner Rolle fallen – auch, weil ich denke, dass viele dieser Menschen tatsächlich gefährlich sind. Anja vielleicht nicht, aber Klaus*, der gerne mal einen Flüchtling verprügeln würde und Messer sammelt. Ich möchte nicht auffliegen.

 

Meinungsfreiheit existiert nicht! Man darf nicht einmal mehr zehn kleine Negerlein singen! Merkel ist wie Hitler, sie unterdrückt das Volk! Meinungsdiktatur! Gutmenschengeklüngel! Merkeldiktatur! Gesinnungsterror! Frau Petry for Kanzlerin!

 

Ich bekomme Kopfschmerzen.

Der organisierte Widerstand

Widerstand. Noch so ein Wort, das dauernd fällt. Widerstand gegen die Merkeldiktatur. Widerstand gegen den "linksgrünversifften Gutmenschenterror durch die BRD GmbH". Ganz vorn dabei ist mein Facebookfreund Peter*. Auf einer Skala von 1 (besorgte Omi auf Pegida Demo, wegen der Rentenkürzung) bis 10 (NSU Morde) ist dieser Mann auf jeden Fall irgendwo zwischen 8 und 9 anzusiedeln. Das Gewaltpotential ist da. Ein Mensch, dem man nicht im Dunkeln begegnen will. Eigentlich will man ihm nie begegnen. Er macht mir Angst.


Peter postet circa 40-50 Mal am Tag auf Facebook und engagiert sich aktiv im "Widerstand".

Er scheint außerdem die gestrige rechte Demo vorm Reichstag irgendwie mit organisiert zu haben. "Sturm auf den Reichstag" nannte er es. Die zuständigen Beamten waren überrascht von der hohen Teilnehmerzahl – das hat mich gewundert. In den einschlägigen Gruppen wurde alles im Voraus sehr groß angekündigt.


Ich dachte eigentlich, dass die Polizei ebenfalls in diesen Gruppen unterwegs ist. Man hätte es wissen können, hätte man da einen Blick hineingeworfen, denke ich beim Scrollen.

 

Ich weiß nicht, wo alle diese Energie für ihren Hass hernehmen, verstehe nicht, woraus er gespeist wird. Betrachte ich meine neuen Facebook-Freunde, sind es Menschen aus eher ländlichem Raum mit tendenziell geringer Bildung. Ein Arzt ist dabei. Geldnot scheinen die meisten nicht zu haben – viele besitzen ein Eigenheim und ein bis zwei Autos. Fotos von Carports und Jägerzäunen werden in meine Timeline gespült. Aber wie es eben so mit dem Besitz ist: diesen kann man verlieren. Sobald man etwas hat, ist man genau so verletzlich wie in dem Moment, wo man vor dem Nichts steht. Arbeitslose und "Okayverdiener" reichen sich hier die Hand, verbunden im Hass. 

 

Und dann ist da eben noch die Sache mit den Frauen. Das Bild des vergewaltigenden und überpotenten Moslems hält sich hartnäckig. Man findet Fotos in den Gruppen, in denen hellhäutige und blonde Frauen mit Männern mit afrikanischen Wurzeln tanzen. Die Bildunterschriften lauten "Rassenschande", "Das ist keine Frau, sondern eine Schlampe" und so weiter. Das kleine Schwarze des Rassismus: Die Angst, dass fremdländische Männer uns die deutschen Frauen wegnehmen.

 

Das alles ist so absurd, genau so, wie die kruden Verschwörungstheorien. Ich massiere mir die Schläfen, ich habe keine Lust mehr. Ich möchte zurück in meine Welt, in meine Filterbubble aus Journalisten und toleranten, weltoffenen Menschen, eine Filterbubble aus Künstlern, Politikern und meinen Freunden. Menschen, vor denen ich keine Angst habe.

Das wahre Gesicht der AfD? Eine Verschwörung

Heute sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Drei Bindestrichländer. Das Land ist nervös – es werden hohe Ergebnisse für die Rechtspopulisten der AfD erwartet.

 

In meinen Facebook-Gruppen macht sich schon seit Tagen freudige Erwartung breit. Endlich kann man es den Altparteien mal zeigen! Abseits der Flüchtlingspolitik ist den ganzen AfD-Fans das Wahlprogramm jener Partei nicht bekannt. Ist auch egal, Merkel muss weg, wer hat denn da Zeit für Details?

 

Das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECT!V hat gestern auf seiner Facebook-Seite das noch unter Verschluss gehaltene Wahlprogramm der AfD veröffentlicht. Ich möchte jetzt nicht übertreiben, aber glaubt mir, wenn ich euch sage, dass sich manche Passagen wie Stellen aus Hitlers "Mein Kampf" lesen. Als kleinen Vorgeschmack zitiere ich hier ein paar Passagen der Zusammenfassung durch CORRECT!V:


Die AfD will eine Art Polizeistaat einführen. Kinder ab zwölf Jahren sollen strafmündig werden. Zugleich sollen Tatverdächtige – also dann auch Kinder – direkt in Untersuchungshaft wandern können. Schon ein Verdacht soll ausreichen, um in den Knast zu kommen. Die Justiz soll gewalttätig vorgehen. Resozialisierung ist unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich. Die Kriminalitätsrate würde in Deutschland explodieren. Alkoholkranke, Drogenabhängige und psychisch Kranke will die AfD nicht mehr therapieren, sondern in Lager stecken.
(...)
Die Rolle der Frau und der Familie erinnert an die 1960er Jahre. Frauen sollen wieder daheim bleiben und ihre Kinder versorgen. Scheidungen will die AfD erschweren, wie auch immer das funktionieren soll. Eine angebliche staatliche Finanzierung des “selbstgewählten Lebensmodells Alleinerziehend” lehnt die AfD ab. “Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Organisationen, Medien und Politik, Alleinerziehende als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf zu propagieren.” Gleichzeitig will die AfD Abtreibungen verbieten.

Liest sich für mich jetzt ziemlich schlimm. Meine neuen Freunde kennen dieses Programm zum Großteil nicht, und falls doch, verstünden wir es entweder falsch oder seien der "Merkel-Propaganda" komplett verfallen. Wenn wir jetzt nichts täten, wachten wir bald in der Scharia auf. Dass diese Thesen der AfD mehr an die Scharia als an das deutsche Grundgesetz und die europäischen Werte erinnern, merken diese Leute nicht.

 

Ich bin müde. Melanie ist auch müde, wir haben beide keine Lust mehr auf den Hass. Ich schaue zu meinem Hund – ich habe nämlich schon einen. Keinen Kampfhund, sondern eine Schäferhündin. Sie mag weder Flüchtlinge, noch Deutsche – sie ist traumatisiert und hat Angst vor allen Menschen. Sie ist universal in ihrem Knurren: es ist ein weltoffenes Knurren, das nicht nach Hautfarbe oder Religion unterscheidet. Vor dem Knurren meines Hundes sind alle Menschen gleich.

 

Es ist Sonntag und ich muss zwei Vorträge vorbereiten. Ich logge mich aus. Tschüss Melanie. Tschüss Anja. Tschüss Peter. Ich sehe eure Kreuzchen dann bei den Ergebnissen der Landtagswahlen, aber abseits davon brauche ich erst einmal meine Ruhe.

 

 

(*Anmerkung: Ich habe die Namen der erwähnten Personen geändert.) 


Update 16.03.2016

Der Artikel ist ja ziemlich durch die Medien gegangen. Ich habe 5 oder 6 Radio-Interviews gegeben und auch eine Fortsetzung geschrieben. Hier also ein kleines Presse-Echo zu dem Thema:

  • Der Artikel ist ebenfalls auf bento.de erschienen, das junge Format des SPIEGEL Verlags. Zum Artikel >>
  • Ich habe mit dem preisgekrönten alternativen Radiosender detektor.fm über diese Aktion gesprochen. Reinhören >>
  • Auch mit Deutschlandradio Wissen habe ich ein Gespräch geführt. Dort erkläre ich, wieso ich AfD-Wähler nicht mehr pauschal als Rechte aburteile. Reinhören >>
  • Für das junge Format des ZEIT Verlages, ze.tt, habe ich eine Fortsetzung geschrieben und mir angeschaut, wie in der Szene der Wahlsieg der AfD aufgenommen wurde. Zum Artikel >>
  • Die Berliner Zeitung hat das Thema ebenfalls aufgegriffen. Zum Artikel >>
  • Ebenso hat der SWR3 berichtet. Zum Artikel >>

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Jasmin Schreiber

Hurra, Hurra, so nicht!

Illustratorin, Biologin & Texterin aus Hamburg | Politisch | Journalismuswelpe bei der Lügenpresse | schreibt Geschichten 



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Kommentare: 88
  • #1

    Mister Bond (Sonntag, 13 März 2016 13:45)

    Klingt schlimm. Meine Eltern wählen leider auch AfD. Diskutieren bringt bei ihnen nichts....

  • #2

    sylvia d. (Sonntag, 13 März 2016 15:03)

    danke, wirklich gut gemacht

  • #3

    Bob (Sonntag, 13 März 2016 15:06)

    Tapferer Selbstversuch, Respekt dafür.

    Unterfüttert werden die besorgten Bürger allerdings immer wieder vom Medienmainstream,
    den sie selber als "Lügenpresse" abtun. Dabei sind gerade die einschlägigen Talkshows tendentiell AfD freundlich, laden fleißig Petry und Co. ein und übernehmen die rechte Rhetorik sogar in ihren Fragestellungen:

    Illner (ZDF): Frau Aslan trägt Kopftuch. Ist die Integration in Ihren Augen da gescheitert oder darf sie das?

    Strobl (CDU): Selbstverständlich darf sie das. Es gibt Menschen die tragen ganz schicke Hüte.

    https://machtelite.wordpress.com/2016/03/12/die-wegbereiter-des-afd-wahlerfolgs-bei-den-landtagswahlen/

  • #4

    Kathrin (Sonntag, 13 März 2016 15:23)

    Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Mir bleibt's grad echt im Halse stecken. Das ist maßlos ekelhaft. Also, dass es schlimm ist, ist ja bekannt aber in der eigenen Filterbubble denkt man ja dann doch immer irgendwie "So schlimm wird's nicht".
    Der Text ist super, das Experiment, so hart es vermutlich für dich war, auch. Aber das Ergebnis ist zum Kotzen. Ich möchte echt jeden einzelnen in diesen Gruppen schütteln :-(

  • #5

    Wolfgang G Wettach (Sonntag, 13 März 2016 15:27)

    Danke für diese mühsame Recherche. Und ja, es macht Sinn, mit den Menschen zu reden, die nicht Überzeugungstäter sondern nur verunsichert sind. Ihnen Alternativen aufzuzeigen zur sogenannten "Alternative" und die Grausamkeiten, die jene auch gegen Deutsche planen - macht Sinn.

    Ich war fasziniert zu was für Blut&Boden Veranstaltungen ich nach sehr kurzer Zeit bei meinem eigenen Einblick in die Szene eingeladen wurde (auch offline): "5.000 Jahre Deutschland" zum Beispiel... Nun ja, es bleibt zu hoffen, dass die AfD heute nicht 3x zweistellig wird.

  • #6

    Jonathan Seyfried (Sonntag, 13 März 2016 15:36)

    Glaube das Grundproblem ist dass wir die Dummen nicht mitgenommen haben. Davon gibt es in jeder Gesellschaft 20-30 % (je nach Definition von Dummheit, sh. auch Gaussche Intelligenzkurve). Die Dummen nicht mitzunehmen ist aber eine Spezialdiszipin des globalisierten und in gewisser Weise mit dem Rücken zur Wand stehenden Kapitalismus. Die einzige Lösung liegt auf der Hand: nicht nachlassen im Kampf gegen dieses kannibalistische System. Alles imho.

  • #7

    R.G.Kooper (Sonntag, 13 März 2016 15:37)

    Super Sache, gut gemacht! Einziger Wermutstropfen: Die Sache mit den RFID-Chips (gibt's beispielsweise bereits in diversen Nachtclubs in Spanien als Zahlungsmittel für Getränke und vielen Amerikanischen Firmen/Büros als "Sicherheitseinrichtung") vor allem als "RECHTE Verschwörungstheorie" abzutun, ist meiner Meinung auch nicht klüger als die Denkweise der ewig Gestrigen, nämlich ein bisschen Engstirnig. Dieselben wurden nämlich nicht erst von der Pegida (u.ä.) erfunden.

  • #8

    Political interest (Sonntag, 13 März 2016 15:52)

    ....Sehr guter Text...wirklich sehr gut....

  • #9

    Kroomi (Sonntag, 13 März 2016 15:59)

    Ein sehr interessanter Beitrag. Ich mag deinen Schreibstil.

  • #10

    Hagen (Sonntag, 13 März 2016 16:06)

    Spannend. Sie sie nun naiv oder gutgläubig, die AfD-Wähler, Politik-Verschwörungstheoretiker? Oder einfach nur nett und Mensch?
    Spannend. Sind sie nun rechts, rechtsextrem oder sogar selbstdenkend?
    Ebenso spannend: Warum braucht man eine Melanie?
    Weil links und rechts nur aufgebauscht, mit Hass erfüllt, werden. Statt miteinander zu reden, wird übereinander geredet. Statt Diskussion gibt es "Pack" "Mischpoke" "Nazi". Was fehlt: die demokratische Grundhaltung statt des diabolischen Eifers. - Und ja: Rechts und Links gehören zur Demokratie.

  • #11

    Robert Sch (Sonntag, 13 März 2016 16:16)

    Gut geschrieben.

  • #12

    tom (Sonntag, 13 März 2016 16:24)

    Schöner Artikel, allerdings würde ich da auf jeden Fall 3 Dinge hinzufügen:
    - Es ist bekannt, dass es u.a. bezahlte Hetzer gibt, d.h. einige der Accounts sind womöglich auch (russische) Fakes, die halt nicht nur beobachten sondern die Sache "vorantreiben" und natürlich "echte" Leute wie Meanie herzlichst begrüßen.
    - Warum sollte die Polizei diese Gruppen aktiv überwachen? Abgesehen von der fehlenden Manpower ist das nicht Aufgabe der normalen Polizei, jedenfalls nicht solange keine Anzeige erstattet wurde. Und selbst dann hat das eher mir Beweissicherung zu tun. Ansonsten ist natürlich jeder Bürger wie auch Polizisten dazu angehalten, Straftaten zu melden wenn man welche sieht. Davon abgesehen wäre das Überwachung und auch nicht mit dem Datenschutz vereinbar. Selbst ein Jobcenter darf keine Infos aus einem Facebookstream verwerten wenn die da nachschauen was jemand so macht - wegen Datenschutz und das ist auch gut so. Vorratsdatenspeicherung ist ja schon der größte Mist, aber aktive Überwachung geht gar nicht! Allerdings werden schon seit Jahren die sozialen Netzwerke von Geheimdiensten beobachtet, also den Ämtern für Verfassungsschutz und ziemlich sicher auch MAD, BND eher weniger. Und diese werten die Informationen aus und die Infos spielen dann eine Rolle wenn z.B. eine Demo von XY mitorgnisiert wird zur Gefahreneinschätzung. Allerdings ist die Polizei und vielmehr die Ämter auch politisch, d.h. bewusste Falscheinschätzung zur Größe einer Demo hat zu wenig Polizisten vor Ort zur Folge und die Demo kann leichter ausarten, was dann schnell gewünschte Bilder gibt. Andererseits Agent Provocateurs. Sprich so leicht ist alles nicht einzuordnen, weil auch...
    - ... weil auch spätestens seit NSU bekannt ist, dass deutsche Beamte beim Morden (z.B. im Internetcafe) zuschauen. Oder führende Köpfe bestimmter Organisationen (z.B. KKK) Spitzel oder Polizeibeamte selbst sind. Oder aber ein rechter Spitzel eine Internetplattform einrichtet und mit einem anderen Spitzel darüber diskutiert, ob es Spitzel gibt weil sie beide nicht wussten, dass sie denselben Arbeitgeber (Verfassungsschutz) hatten. Und wir vom NSU wissen, dass es immer wieer Grenzüberschreitungen gab. Dass die Aufklärung massivst behindert wird und führende Aufklärer abgesägt werden (Edathy) oder Zeugen ermordert werden (mittlerweile mindestens 5).
    Mit all diesen Fakten würde ich den Artikel nicht als naiv bewerten, denn es ist ja eine Tatsachenbeschreibung. Aber es wäre naiv zu glauben, dass das alles reale Menschen sind, die aus voller Überzeugung handeln. Ich erinnere da an den Polizist Simon Brenner, der rechtswidrig alles und jeden bespitzelte und auch bei der Organisation einer Castorblockade beteiligt war. Jeder kann sich einen Account machen mit eigener Legende.

  • #13

    Mathias S. (Sonntag, 13 März 2016 16:31)

    Was Du da gemacht hast war gut, gut für uns "Normalos", die die AfD und ihre Anhänger jetzt vielleicht nicht mehr nur als Protestpartei und vorübergehendes Phänomen sehen, sondern selber Kopfschmerzen bekommen und Angst.

    Ich habe mich immer wieder über dumme und fremdenfeindliche Einträge geärgert, den Hass, den Du beschreibst, habe ich nie gesehen. Es ist die Fratze des Bösen, des Bösen in uns, dass auch im Jahr 2016 zur Gruppenbildung und Gruppenausgrenzung neigt, dass die evolutionäre Bindung an den "Clan" noch nicht verloren hat und das sich aus einer jahrmillionenalten Xenophobie speist.

  • #14

    ulrike (Sonntag, 13 März 2016 16:31)

    ich finde frauke petry gut, aber irgendwie macht mich das jetzt unsicher, mit dem text über die lager, wo behinderte hin sollen. wenn das wirklich stimmt was soll man denn dann noch wählen. ich will natürlich nicht dass jemand in lager kommt, ich will nur nicht mehr so viele flüchtlinge wie bisher

  • #15

    RidinGiants (Sonntag, 13 März 2016 16:44)

    Solche aufklärerischen Kampagnen sind leider viel zu selten. Ich ziehe meinen Hut. Vielen Dank.

  • #16

    senfdazu (Sonntag, 13 März 2016 17:13)

    @ Jonathan Seyfried
    "Glaube das Grundproblem ist dass wir die Dummen nicht mitgenommen haben. "

    wow! das ist unfaßbar arrogant und selbstherrlich. denn - wie eigentlich immer bei solchen Aussagen - ich gehe natürlich davon aus, daß Sie sich damit auf keinen selbst meinen.

  • #17

    senfdazu (Sonntag, 13 März 2016 17:16)

    @ ulrike
    "ich will natürlich nicht dass jemand in lager kommt, ich will nur nicht mehr so viele flüchtlinge wie bisher"

    im Grunde sind die "großen" Parteien alle bestrebt, den Flüchtlingsstrom zu verringern (Unterschiede gibt es da höchstens in den Lösungsansätzen) - Sie könnten also bspw. auch ganz beruhigt CDU wählen.

    (und das Tolle dabei ist: Sie würden damit eben nicht eine Partei unterstützen, deren Mitglieder zumindest zu einem nennenswerten Teil Bestrebungen jenseits unserer Verfassung haben)

  • #18

    Ben (Sonntag, 13 März 2016 17:59)

    Wow, ich hätte das nicht ausgehalten. Ganz ganz großes Kino!

  • #19

    NT (Sonntag, 13 März 2016 19:12)

    also wer die afd heute wält, hätte 1932 auch die NSDAP gewählt...

  • #20

    Steffi (Sonntag, 13 März 2016 19:22)

    Im Grundansatz eine tolle Idee und der Artikel ist zweifelsfrei gut geschrieben. Allerdings finde ich es immer sehr grenzwertig, AfD "Mitläufer" in die rechte Ecke zu stellen. Diese suspekte "Alternative" macht es eben sehr clever im Sinne von "Mit Speck fängt man Mäuse". Selbstverständlich kann kein Artikel neben dem Leitthema auch die (manchmal notwendigen) Randthemen abdecken. Allerdings hätte ich es spannend gefunden, wäre hinterfragt worden, wie es möglich ist, dass so eine an sich sicher harmlose "Anja" in den Braun-Sog hineinziehbar ist, wenngleich Erklärungen auf solche Fragen so alt sein dürften, wie die Menschheit selbst. Wohl aber geht es um abhanden gekommenes Vertrauen. Und da scheint der Hase gewaltig im Pfeffer zu liegen, wenn jetzt quasi schon "das Muttchen von nebenan" in solchen Ecken umherdümpelt. Ich bin aus Deutschland ausgewandert, dies hatte seine Gründe und ich wähle garantiert nicht AfD oder derartiges. Ich wähle gar nicht, weil es für mich überhaupt keine Partei gibt, die ich guten Gewissens wählen könnte. Was die Damen und Herren aus den Reihen der Politik teilweise absondern, hat für mich mit einem modernen und offenen Weltbild nichts gemein und da ich seit über einem Jahrzehnt Menschen ehrenamtlich unterstütze, deren Menschenrechte in Deutschland verwehrt werden. Die etablierten Parteien schauen genauso weg, wie die kleinen. Was aber noch schlimmer ist: Die Menschen schauen weg. Weil das Leben in der Spaßgesellschaft so selbstverständlich und unkompliziert ist. Interessant ist immer, wie der Erstkontakt sich mit Betroffenen gestaltet. "Hätte man mir das vorher gesagt, dass es sowas in Deutschland gibt - ich hätte es niemals geglaubt!" - Dieser Satz fällt in jedem Erstkontakt. So ging es mir vor über 10 Jahren selbst. Zwischen damals und heute liegt eine Steigerung um 100 % vor. Mich schockiert die Entwicklung mit dem so genannten "Rechtsruck" - verwunderlich finde ich ihn jedoch nicht.

    Steffi

  • #21

    Sascha Berger (Sonntag, 13 März 2016 19:36)

    Vielen lieben Dank dass du dir diesen Dreck angetan hast!
    Vielleicht hilft es... Ich habe Hoffnung aber leider nicht mehr so viel!
    Wo sind denn die Normaldenker geblieben?

  • #22

    Diana (Sonntag, 13 März 2016 19:46)

    Furchtbar... aber ein sehr mutiges Experiment.
    Drück deine Hündin von uns. Nicht alle Menschen sind schlecht..
    Aber was da abgeht macht einem Angst...

  • #23

    Vergleiche: (Sonntag, 13 März 2016 19:47)

    http://www.zeit.de/2016/12/alternative-fuer-deutschland-waehler-profil-afd-uwe-junge/komplettansicht

  • #24

    La Vie Vagabonde (Sonntag, 13 März 2016 19:54)

    Moin Steffi,

    danke für deinen Beitrag.

    Ein paar Gedanken von mir dazu:

    "Allerdings finde ich es immer sehr grenzwertig, AfD "Mitläufer" in die rechte Ecke zu stellen."

    Die Sache ist ja: Wenn man eine rechte Partei wählt, steht man in der Ecke. Man wird da nicht reingestellt, man stellt sich selbst da rein. Wenn man nicht mit rechtem Gedankengut assoziiert werden möchte und das nicht teilt, dann wählt man diese Partei eben nicht. Aber dennoch tun sie es. Wenn ich jetzt mit ner Gruppe Leute unterwegs bin und die verprügeln jemanden mit Baseballschlägern und ich trete nur 2 Mal zaghaft gegen das Bein, war ich dennoch mit einer Prügelbande unterwegs und habe jemanden verletzt. Das ist Fakt. Und da muss mich niemand in eine gewalttätige Ecke stellen: ich habe mich dazu entschlossen, das zu tun, also habe ich mich selbst dahin gestellt.

    "Ich wähle gar nicht, weil es für mich überhaupt keine Partei gibt, die ich guten Gewissens wählen könnte. "

    Das ist mit das Problem. Früher sagte man immer "wer nicht wählt, wählt braun" und genau so ist es. Wenn du die AfD zwar nicht wählen würdest, dann aber gar nichts wählst, verschiebt sich der Stimmanteil zugunsten der AfD. Wählst du hingegen dennoch eine andere Partei, verliert die AfD an Kraft. Kann dein Gewissen damit umgehen, dass du rechte Parteien durch das Nichtwählen stärkst?

    "Mich schockiert die Entwicklung mit dem so genannten "Rechtsruck" - verwunderlich finde ich ihn jedoch nicht."

    Ja, mich schockiert er auch. Verwundert bin ich jedoch auch nicht – doch aus ein bisschen anderen Gründen, vermute ich.

    Jedenfalls hilft es nicht, die AfD zu relativieren oder Sympathien mit dieser Partei zu rechtfertigen. Egal, wie unfair die Altparteien die Bürger*innen in deinen Augen behandeln: das rechtfertigt noch nicht, eine menschenfeindliche rechte Partei zu unterstützen – es sei denn natürlich, man ist rechts. Aber wenn man sich, wie du es tust, außerhalb des rechten Spektrum positioniert, kann es eigentlich nur eine Null-Toleranz gegenüber diesen Ideen geben.

    Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Wenn man der etablierten Politik eins auswischen möchte, kann man deshalb dennoch nicht einfach rechts unterstützen.

    Liebe Grüße

  • #25

    La Vie Vagabonde (Sonntag, 13 März 2016 19:56)

    Ja, der ZEIT Artikel ging heute zeitgleich mit meinem Blogbeitrag online. Finde ich sehr bemerkenswert, da der Autor die Leute sogar besucht hat und das eine lang angelegte Reportage ist. Kann ich als schnöde Bloggerin natürlich nicht, wäre aber sehr spannend, solche Leute mal zu treffen.

  • #26

    Thomas (Sonntag, 13 März 2016 20:00)

    Das Ganze ist doch recht einseitig dargestellt. Man nimmt die extremen Mitglieder einer Gruppe immer am Stärksten wahr und denkt dann oft, alle anderen vertreten dieselbe Meinung. Sicher sind AFD-Anhänger in den Gruppen, aber das Benehmen in diesen Gruppen definiert keinen AFDler. Die AFD ist nun einmal die einzige Partei, die nicht nur für Reiche, Genderlose, Migranten usw. einsteht, sondern für das Volk. Die großen Parteien sind schon lang keine "Volksparteien" mehr. Anderenfalls würde es nämlich allen Deutschen sehr viel besser gehen, weil das Geld gerecht verteilt wäre. CDU und SPD arbeiten für die Industrielobby, bei den Grünen wird es auch immer schlimmer.

    Natürlich will kein klar denkender Mensch eine Partei wie die AFD in der Regierung haben. Als Oppositionspartei zwingt sie allerdings die Regierenden, endlich wieder etwas für die eigenen Leute zu tun.

    Übrigens mal ein Gedanke nebenbei:
    Hätte es zu den Zeiten, als die Grünen sich bildeten, schon Facebook in der heutigen Form gegeben und wäre der Allgemeinheit im Vorfeld bekannt geworden, wie brutal und extrem die Anhänger auf Demos waren (sind sie ja jetzt noch), dann hätte es vermutlich ebensolche Aufschreie gegeben wie jetzt gegen die AFD. Gegen die Linken wurde genauso gehetzt. Jede neue Partei wird zuerst einmal abgelehnt. Aber mit der AFD werden wir in Zukunft leben.

  • #27

    Peter Schmidt (Sonntag, 13 März 2016 20:17)

    Fuck off AfD - Rücksichtsvolle Hundehalter gegen die AfD ‪#‎RüsiHugediAfD‬

  • #28

    Wolfgang Köhler (Sonntag, 13 März 2016 20:45)

    Leider kann man nicht darauf setzen, dass die AfD-Anhänger /-Wähler kluge Schlüsse aus dem Programm (-Entwurf) der AfD ziehen werden, wenn sie es denn überhaupt können, sofern ihre Text-Interpretationsfähigkeiten es überhaupt zulassen.

  • #29

    Klaus Walter (Sonntag, 13 März 2016 23:01)

    Die AfD ist die fleischgewordene "German Angst". Es ist eine Schande.

  • #30

    Sara S (Sonntag, 13 März 2016 23:18)

    Wow, das klingt wirklich krass... vorallem der Text von CORRECT!V macht mir echt Angst. Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber wenn die AfD dann auch noch alle "Behinderten" und sogar Kinder, die vielleicht sogar ohne nachzudenken kleinere Straftaten begangen haben aus der Gesellschaft eliminieren will, dann ziehe ich lieber weg aus Deutschland. Es bräuchte einen Aufstand gegen diesen Aufstand. Gerade die jungen Erwachsenen müssen echt über so etwas informiert werden, damit sie bewusst wählen gehen und sich gegen die AfD entscheiden!

  • #31

    Ariane (Sonntag, 13 März 2016 23:40)

    Thomas: Die AfD ist nicht für das Volk. Lies das Wahlprogramm. Mindestlohn aufheben, gleicher Steuersatz für alle (arm und reich), Einfluss auf Kunst, Kultur und Medien, Gegen andere Familiensystem als Mann, Frau, Kind, Hartz4 durch Bürgerarbeit zu Minilohn ersetzen.... WO bitte steht die AfD für das Volk? Sie steht für eine Machtorientierte Politik, die die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert.
    Das ist das problem, dass von den Wählern sich kaum einer das Wahlprogramm durchliest, sondern sie genauso auf Parolen und Propaganda hereinfallen, wie sie es allen anderen vorwerfen.

  • #32

    Richard (Montag, 14 März 2016 05:30)

    Allein schon die andere Meinung als dunkel Facebook zu bezeichnen spricht Bände. Bei dem Artikel wuerde ich lieber noch die NPD wählen bevor ich zur Linken Antifa gehe. Oder nich schlimmer dummer total verblödeter bunter Gutmensch bin. Nein keine sorge die NPD wird es nicht. Aber die AFD nach diesem Hetzartikel ganz bestimmt. Mir ist gerade schlecht geworden von so viel Bosheit.

  • #33

    Der Blutgott (Montag, 14 März 2016 06:50)

    Salut!

    Im Facebook "AK DEUTSCH FÜR FPÖ-ANHÄNGER (und RINNEN)"
    kümmert man sich, mit einer Heerschar von knapp 3.000 beherzten ehrenamtlichen Lehrkörpern, seit gut 3 Jahren, diesem Phenomen auf die Schliche zu kommen,
    analysiert und dechiffriert so manch haarsträubendes Posting und dringt nebenbei in die Abgründe menschenverachtender rechtsextremer Angstbürger und deren oftmal strafrechtlich relevanter Äußerungen vor, bzw. diese schon auch mal zur Anzeige.

    Solle also Bedarf an mehr "Dunkelfacebook" bestehen, freuen wir uns über Ihren Besuch, bzw. auch über Ihre Mitarbeit, um noch mehr Licht in die sinistre Sache zu bringen.

    Hochachtungsvoll,
    Blutgott MJB
    Institutsdirekor AK Deutsch für FPÖ-Anhänger (und Rinnen)

  • #34

    Dorothea Menges (Montag, 14 März 2016 08:06)

    Seltsam, diese Koinzidenz

    "Das milliardenfach gleichzeitige Vorkommen von Operationen mit impliziter oder expliziter Selbstreferenz darf nicht als Chaos aufgefasst werden. Schon im Übergang von nur okkasionellen Selbstbeobachtungen zur Fixierung von Texten liegt ein erster Korrekturschritt, und dieser Schritt wird bereits in den Erzähltraditionen oraler Kulturen getan. Texte werden für Wiedererkennung und für Mehrfachgebrauch geschaffen und koordinieren dann die zu ihnen passenden Selbstbeobachtungen. Wir wollen, wenn immer es um solche bewahrenswerten Sinnvorgaben geht, von 'Semantik' sprechen. Das System erleichtert sich mithin das Selbstreferieren in oft ganz heterogenen Situationen, indem es dafür eine Sondersemantik bereitstellt. Diese kann dann, eine weitere Unterscheidung generierend, richtig oder falsch verwendet werden. Mit dieser Bifurkation entsteht ein Bedarf für Interpretationsexperten, die den richtigen 'orthodoxen' Gebrauch des Textes überwachen und ihr Sozialprestige aus der Qualität des Textes herleiten. Der richtige Sinn des Textes nimmt dann sehr leicht eine normative Qualität an. Das heißt nichts weiter, als dass er notfalls kontrafaktisch aufrechterhalten wird. Was richtig ist, wird diesen Charakter nicht dadurch verlieren, dass Fehler oder Irrtümer oder missbräuchliche Verwendung vorkommen. Im Gegenteil, Fehler fallen ja gerade dadurch auf, dass man sie am Abweichen vom richtigen Sinn erkennt. In den folgenden Analysen werden wir diesen Trend zur normativen Fixierung mehrfach bestätigt finden, zum Beispiel am alteuropäischen Begriff der Natur und dann wieder im modernen Kontext von Ideologien"
    Niklas Luhmann, "Die Gesellschaft der Gesellschaft", S. 887 f, Suhrkamp Verlag 1998

    Ich bin müde, lasst uns lieber in und mit Zahlen sprechen. Das sind "hard facts" Da weiß man doch wenigstens ganz eindeutig und klar, wo man steht und was Sache ist.

  • #35

    petra maxein de barbero (Montag, 14 März 2016 08:35)

    Ich bin 55 und wähle weder afd noch schreibe ich hasskommentare. Ich danke dir.

  • #36

    Sabine (Montag, 14 März 2016 09:25)

    Eine sehr gute Recherche für diejenigen, die größtenteils die anständigen Menschen in ihrer Facebook Freundesliste haben. Ich bin selbstständig und habe infolge dessen mehr als 1200 "Freunde" in meiner Liste. Ehrlich gesagt befinden sich darunter auch Menschen, die ich maximal vom Sehen kenne. So sind die Beiträge, die ich auf meiner Startseite vorfinde ein Spiegel dessen, was wir gestern bei der Wahl erleben durften. Wie oft hat es mir in den Fingern gejuckt all diese Menschen, die fremdenfeindliche Parolen von sich gaben, aus meiner Freundesliste zu entfernen. Doch ich habe mir hier wirklich auch Zeit genommen: Mit vielen habe ich diskutiert, habe Fake-Meldungen widerlegt, habe an den gesunden Menschenverstand appelliert usw. Es war anstrengend und es war sehr deprimierend und sehr oft war ich einfach nur fassungslos. Möglicherweise habe ich den Ein oder Anderen überzeugen können, zumindest jedoch zum Nachdenken bewegt. Die Schlimmsten habe ich inzwischen jedoch aus meiner Freundesliste entfernt. Es zieht gewaltig runter und mitunter hat mich auch meine Kraft verlassen. Wie ich jedoch beobachtet habe, war ich eine der ganz Wenigen, die sich überhaupt äußerten, die Aufklärungsartikel teilten und sich mit den Rechtspopulisten auseinander setzte. Erst vor wenigen Wochen habe ich dann beobachten können, dass auch andere sich an solchen Aktionen beteiligen. Aus meiner Liste an über 1200 "Freunden" waren es vielleicht eine Handvoll! Ich denke, dass viele die Gefahr einfach herunter gespielt haben, vom Tisch gewischt: Es wird schon nicht so weit kommen... Ich habe das von Anfang an viel kritischer betrachtet. Was jetzt getan werden muss ist viel Aufklärungsarbeit und zwar von jedem! Ich weiß, dass ich mit meinen Aktionen ziemlich sicher potentielle Kunden verloren habe, aber auf diese Art Kunden kann ich dann auch gerne verzichten. Ich schaue jedenfalls nicht zu. Auch die Politik hat lange geschlafen, genauso wie die Medien. Mir kommt es tatsächlich so vor, als hätten die Meisten diese Stimmung wirklich nicht ernst genug genommen.

  • #37

    Angst vor Braun (Montag, 14 März 2016 09:37)

    Danke für diesen Bericht.
    Ich hatte in den letzten Wochen auch sehr viel Zeit damit verschwendet mit möglichst vielen AfD Anhängern im Netz zu diskutieren, argumentieren oder nur zu hinterfragen ob sie denn wüssten was sie da wählen. Es ist erschreckend wie verbohrt diese Menschen sind nur das zu glauben was sie glauben wollen: zum Teil apokalyptische Wahnvorstellungen eines vom bösen Islam vernichteten Abendland.
    Man kann nur hoffen daß das schnell wieder abebbt, sonst haben wir bald eine weitere Flüchtlingswelle, nämlich die aus Deutschland raus.

  • #38

    Ullrick (Montag, 14 März 2016 10:04)

    Keine Ahnung, ob es sich so abspielt, wie beschrieben. Interessant wäre ein vergleichender Einblick in das andere politische Ende. Ich vermute mal, dass sich dort Vergleichbares findet. Allenthalben ist es mir lieber, die Menschen finden ein Ventil sich verbal auszukotzen, als die Waffe in die Hand zu nehmen. Gewaltbereite Extremisten beider Lager stellen in Deutschland zusammen ein Potential von etwa 50.000. Menschen. Bundesweit, nicht nur in Sachsen wie man der Presse folgend meinen könnte. Aber wovor haben die "Rechten" eigentlich tatsächlich Angst? Das wird hier leide rnicht offenbart.
    Islam in Deutschland, eine Studie des BMI sprich von 1etwa 14% gewaltbereiten bzw. erzkonservativen Muslimen. Eingentlich schon ein unpassende Verniedlichung derer, die die freieheitliche, pluralistische Geselslcahft ablehnen. Also etwa 630.000 Personen unter denen, die bereits im Land waren plus eine unbekannte Zahl von Religionsfaschisten der jüngsten Einwanderungswelle. Nähme man auch dort milde 14% an, sprechen wir über eine Million Menschen mit einem undemokratischen, menschenverachtetenden Weltbild. Ich gebe zu, da wird auch mir komsich. Alleine diese Zahlen zeigen bereits, dass hier über das Symptom und nicht über die Ursachen berichtet wurde. So wichtig ich das auch finde, noch wichtiger wäre es investigativ in den Kern des Problems vorzustoßen. Auch und gerade, weil es bekennenden Linken so schwer fällt.
    Ein plattes "Wir schaffen das" ist nicht die Antwort.

  • #39

    Daniel Killy (Montag, 14 März 2016 10:44)

    Hervorragender Text, ich hätte allerdings die Identität der zitierten Leute nicht verheimlicht.

  • #40

    Sigrid (Montag, 14 März 2016 12:16)

    Danke!!!!!
    Excellent recherchiert...
    Grossartig geschrieben
    Danke!!!!

  • #41

    Enrico (Montag, 14 März 2016 12:25)

    Viel schlimmer finde ich dass man nun als Christ bei Facebook diskriminiert wird.
    Mir hat man dort nun eine Sperrzeit von einem Monat für das Kommentieren in Öffentlichen Medien aufgebrummt.
    Obwohl ich NICHTS gegen Flüchtlinge schreibe sondern PRO Flüchtlingshilfe eingestellt bin und dies auch in den Kommentaren so schreibe.
    Ich rufe also in den Medien diese bei Facebook sind, in den Kommentaren zur Solidarität im Umgang mit Flüchtlingen auf und trotzdem versucht man mich zum schweigen zu bringen.

    und überdies dürfen bei Facebook, wo Kinder und Jugendliche, auch angemeldet sind und frei für alle zugänglich sind, dürfen dort Pornos veröffentlicht werden.

    Ich hatte so einen Fall bei Facebook dann gemeldet gehabt, aber als Antwort kam zurück dass dies OK sei.

    http://www.talkme.eu/facebook_meldung.jpg

    Ich habe die schwarzen Zensurbalken selbst eingebaut, leider veröffentlicht Facebook diese Bilder ohne schwarzen Balken.

  • #42

    Anne (Montag, 14 März 2016 12:45)

    @Senfdazu
    "Sie könnten also bspw. auch ganz beruhigt CDU wählen.

    (und das Tolle dabei ist: Sie würden damit eben nicht eine Partei unterstützen, deren Mitglieder zumindest zu einem nennenswerten Teil Bestrebungen jenseits unserer Verfassung haben)"

    Ach, dann waren es nicht die Gesetzesvorlagen der CDU-Regierung, die immer wieder von Verfassungsgericht kassiert werden? Wie z.B. die Vorratsdatenspeicherung, die Hartz IV Regelsätze für Kinder, die gekürzte Pendelerpauschale. Erbschaftssteuer...

  • #43

    Ghost666 (Montag, 14 März 2016 13:09)

    Merkel muss weg, aber nicht aus den Gründen die die AfD propagiert. Das ging schon viel früher los, nicht erst mit "Wir schaffen das".
    Schon alleine das Bankendebakel war Grund genug. Da ist wohl schon jedem der Kamm geschwollen. Und wegen dem ganzen Lobbyismus "da oben".
    Weil für die Banken auf einmal Milliarden da waren, für alles andere nicht.
    Und weil die Merkel nachweislich Zensur im Rundfunk übt. Sowas darf nicht sein.
    Im Prinzip ist sie daran Schuld, daß die AfD jetzt so groß wird.

  • #44

    Achim Wichtel (Montag, 14 März 2016 13:28)

    Nach den Ergebnissen vom Sonntag kann man nur hoffen, dass die AfD sich durch ihre unerfahrenen neuen Abgeordneten oder ihre bisher wenig beachteten Inhalte schnell selbst entzaubert. Hoffentlich geht das Wut-Potential der Wähler dann aber in eine produktive Richtung auf, anstatt dass sich dann noch mehr von der Politik und Demokratie verabschieden.

  • #45

    Ivonne (Montag, 14 März 2016 13:33)

    Vielen Dank für deinen Artikel! Es ist wirklich schockierend, aus welchen Richtungen man teilweise rechtes Gedankengut um die Ohren gehauen bekommt. Und teilweise helfen die besten Argumente nicht, dass die Menschen verstehen, dass es eben wirklich rechtes Gedankengut ist :-(

    @ Richard (Montag, 14 März 2016 05:30): Wo haben Sie Boshaftigkeit gelesen? Ich nicht in einer Zeile. Vielmehr Bestürzung, Angst, Verwirrung, aber kein bisschen Boshaftigkeit.

  • #46

    Matthias (Montag, 14 März 2016 13:39)

    Hey, finde deinen Artikel wahnsinnig packend und spannend geschrieben!
    Hat mich sehr beeindruckt dass du einen Selbsttest gewagt hast und dir diese Welt mal gegeben hast. Ich hatte durch alte "Schulfreunde" Kontakt in diese Facebook Blasen und konnte emotional auch schwer damit umgehen. Im Endeffekt musste ich Sie löschen!
    Das bedeutet halt auch, dass diese Facebook blasen auch kaum andere Informationen erhalten - diese aber vermutlich auch nicht glauben würden.
    Beeindruckender Text mit einer guten Message - gern gelesen

  • #47

    Synas (Montag, 14 März 2016 13:57)

    Guter Artikel. Schon beängstigend was in den Köpfen so vorgeht, vor allem wenn Menschen alleine an ihren Weltbildern basteln und unreflektiert immer weiter von der Realität abdriften. Das Internet macht es einem einfach zu leicht nur Bestätigung zu finden ohne auch nur einmal mit kritischem Denken oder Zwischenmenschlichem in Kontakt zu kommen. Dass dann auch noch soziale Netzwerke ein Gefühl von Geborgenheit geben macht das ganze vermutlich zu einer in sich schlüssigen Sache. Glaube das wirkliche Problem dahinter sind einsame Leute die so zwar Bestätigung bekommen, aber sonst leider niemanden haben der ihrem Leben einen echten Inhalt geben kann.

  • #48

    Heike (Montag, 14 März 2016 14:37)

    Danke für deinen Bericht.
    Mich erschrecken schon die Kommentare unter Facebookposts ohne in diversen Gruppen zu sein. Ich kann deine Angst völlig nachvollziehen, denn allein das Lesen deines Artikels macht mir Angst. Und ich finde die momentane Situation mehr als gefährlich und sehe, wie du, einige Gemeinsamkeiten mit 1933.
    Liebe Grüße, Heike

  • #49

    Mela (Montag, 14 März 2016 14:51)

    Gut, solche Feinheiten entgehen AfDlern und anderen aus dem Dunkelnetz, somit war das Pseudonym wohl eher nicht in Gefahr, aber als Trägerin des Namens kann ich sagen, dass 'Melanie' für eine 54 schon eher ungewöhnlich wäre. Im Geburtsjahrgang 62 war Melanie als Vorname in Deutschland weitgehend unbekannt und auf jeden Fall eher ungebräuchlich.

  • #50

    Steffi (Montag, 14 März 2016 17:03)

    Hi, das ist sehr einseitig und nicht weit genug gedacht; das hast du nun nochmals bestätigt. Auf einen sehr spannenden Punkt bist du nicht eingegangen. Nämlich jener, dass es in Deutschland tagtäglich zu schweren Menschenrechtsverbrechen kommt, die unter den klassischen Parteien überhaupt erst möglich wurden und sich in den letzten 10 Jahren alleine in meinem Fachgebiet verdoppelt haben. Das ist auch nicht "in meinen Augen" - sondern das ist Fakt, der international im Übrigen sehr kritisch beobachtet wird, den in Deutschland lebenden Menschen aber nicht ins Auge fällt. Die Tatsache, dass es Deutsche gibt, die in anderen Ländern offiziell Asyl gewährt bekommen, passt nicht in das heile Weltbild des schönen Landes. Doch gibt es genau diese Fälle - jedoch wird jegliche Öffentlichkeit im Keime erstickt.

    Warum dies möglich ist? Weil man den Betroffenen den Mund verbietet, Zensur übt und sie auf allen Ebenen systematisch (!sic) zersetzt. Ordentliche Bürger werden regelrecht in ihrer Existenz vernichtet, ohne, dass sie sich jemals etwas hätten zu Schulden kommen lassen. Indem man sie mit Unterlassungserklärungen, Strafprozessen bis hin zu Gefängnis bedroht und durch Durchführung solcher Sanktionen bestraft, so dass die meisten von ihnen verständlicherweise schweigen. Spinnerei? Nein. Siehe durchgeklagte Urteile bis EGMR, das letztlich diese Fälle bestätigt.

    Fasst man dies mit dem zusammen, was sich z. B. in den letzten 5 oder auch 10 Jahren zum Nachteil verändert hat, erklärt sich, wieso es überhaupt möglich wurde, dass Menschen immer mehr zu "rechts" wählend tendieren oder Nichtwähler auf einmal zu Wählern werden. Weil sie nämlich jegliches Vertrauen in die klassischen Parteien verloren haben. Ich finde Parteien auch nicht menschenfreundlicher, wenn sie Menschenrechtsverbrechen zwar hinter vorgehaltener Hand, aber wissentlich zulassen.

    Es bringt meiner Auffassung nach nichts, den Zeigefinger zu erheben und auf gut 1/5 der Wähler zu schimpfen, ohne das 'Warum' zu hinterfragen und diese dann auch noch als "braun" auszubuhen. Das lässt sich im Übrigen auch nicht mit meiner Auffassung von Rechtsempfinden in Einklang bringen, da die AfD nun einmal eine zugelassene Partei ist und in einer Demokratie, in der das Wahlrecht als Aushängeschild hervorgehoben wird, jedem freigestellt ist, diese Partei zu wählen - weil es sie geben darf. Und auch deshalb, weil jedem Mensch seine Meinung zusteht - ob sie dir passt oder nicht.

    Diese ewige Anprangerung von Nichtwählern ist genauso kontraproduktiv und auch noch der falsche Weg. Ich muss mich nicht zwischen Pest und Cholera entscheiden, nur, um der Ruhr keine Chance zu geben. Verstehen kann ich auch nicht, warum nicht die gleiche Empörung gegen Grün-Wähler gerichtet wird, wenn ich doch sehe, was die teilweise für Vorhaben auf dem Programm haben. Ich schreib es mal nicht im Klartext, um die Google-Bots nicht auf deine Seite negativ aufmerksam zu machen - aber: Kinder sind TABU!

    Diese Wahlergebnisse kann man nicht als alleiniges Ereignis betrachten, sondern man muss zwingend auf das 'Warum' eingehen - und da hast du dich leider nicht drum gekümmert. Somit bleibt dein Artikel für mich leider nur ein gut gemeinter Versuch, der im Wesentlichen neben der Sache vorträgt.

    Dennoch liebe Grüße aus Frankreich

    Steffi

  • #51

    Annett (Montag, 14 März 2016 17:23)

    Wieder ein Beitrag der auf eine Seite basiert. Wenn man bei Facebook mal die Antifa-Seiten verfolgt, da wir öffentlich zu Gewalttaten aufgerufen. Das ist Hass aller erster Klasse, komisch darüber berichtet keiner. Oder habe ich den Beitrag darüber verpasst?

  • #52

    Gudrun (Montag, 14 März 2016 17:39)

    Hallo undercover auf dunkel-facebook: ist das ernst gemeint oder "jounrnalstisch?
    Viel Mut gehört nicht dazu, seine Spitzelmethoden unter einem Decknamen öffentlich zu machen. Es ehrt die "undercover", dass sie zumindest ein bißchen schlechtes Gewissen denen gegenüber hat, die sie bespitzelt und die ihr "naiv" so vieles anvertrauen. Wie bitte kann "undercover" denn erfahren, erspüren, aus welchen unterschiedlichen Motiven und Erfahrungen heraus sie ausgerechnet in diese inhomogene Gruppierung geraten sind, vllt. auch sich bewusst angeschlossen haben. "Undercover" will sich ja eben emotional gar nicht einlassen, sonst hätte sie den direkten Kontakt mit persönliochen Austausch und ganz persönlichen Fragen gesucht. - in meinem Kommentar dazu über die Seite von Beate Wedekind habe ich schon drauf hingewiesen, dass auch das Zeigen mit dem Finger auf eine bestimmte Gruppe immer bedeutet, dass wenigstens 3 Finger auf uns selbst zeigen. Wie wär`s denn mal mit einer Prise mehr Selbserkenntnis und ein gerüttelt Maß weniger an arrogantem Ausschluß aus dieser ach so "demokratischen" Helldeutschen-Gruppe - klingt so blond, oder? Naja, die Dialektik ist eben tricky.
    Gamnz nebenbei bemerkt: mein KOmmentar zwischen 9 und 10 Uhr heute morgen ist so einfach mal "verschwunden": sowohl auf meiner Seite als auch auf der Seite der Beate Wedekind??? Hat sie`s gelöscht oder wer sonst??? Noch dazu gab`s genau heute vormittag wieder mal einen klassischen Absturz auf meinem Computer. Ein Schelm, wer Böses denkt.
    Achtung: killroy ist watching you - I mean all of us.....

  • #53

    Johanna (Montag, 14 März 2016 17:52)

    Ich habe mich letztes Jahr
    auch mit einem Fakeprofil angemeldet, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass Menschen wirklich so voller Hass sind. Ich hatte in kürzester Zeit über 100 Freunde und war über ihre Naivität überrascht. Sie hatten solche Angst vor allem was "ausländisch" war, aber mir haben sie sofort blind vertraut. Ich kann somit bestätigen, dass deren Welt nur aus Angst und Hass besteht und sie gleichzeitig sehr naiv sind. Und das Spektrum reicht von Tierärzten bis zu arbeitslosen Jugendlichen. Tierliebe scheint übrigens mit diesem Weltbild zu korrelieren. Es ist eine Art Türöffner für viele. Ich bin froh, dass das FB-Profil nicht mehr existiert, aber schockiert unter was für Menschen man in Deutschland lebt...

  • #54

    Marc (Montag, 14 März 2016 18:29)

    AfD Wähler = ländlich und von eher geringer Bildung, und der Bekanntenkreis der Schreiberin besteht aus Künstlern, Politikern, weltoffenen Menschen... schwule Bekannte und natürlich viele Freunde mit Migrationshintergrund fehlen ganz sicher auch nicht. Oh wie billig.

    Aber wie sagte Frl. Roth ja schon: Köln war das Ergebnis der sexuellen Zurückweisung der Migranten durch deutsche Frauen.
    Dann mal ran da!

  • #55

    Klausi (Montag, 14 März 2016 18:44)

    Was war denn nun hart an dieser so genannten Recherche?
    Es wimmelt überall an Trolls, das ist schon ein Volkssport und oft sehr lustig.
    Diese besorgten sind schon etwas langweilig, interessant wird es bei Überzeugungstätern, da kommt man nicht ohne weiteres rein, die äußern sich selten Persönlich.
    Religionsfaschisten sind auch Hasser, die zu Morden und Folter auf, für sie andersartigen aufrufen ... Aber das wird ignoriert, auch wenn sich Tausende jubelnd beteiligen.


    Enrico, was willst du eigentlich mit deinem Beitrag aussagen?
    Was ist den so schlimm an diesem Bild?
    Was hast du denn geschrieben?

  • #56

    Tom (Montag, 14 März 2016 19:54)

    Danke! Dein Artikel zeigt wieder sehr deutlich, dass der Kampf gegen Rechts nicht aufgegeben werden darf.

    Habe dazu heute auch einen Artikel verfasst. Werde Dich dort gleich noch verlinken!
    http://www.die-pflegefamilie.de/aufgeben-kommt-nicht-in-frage/

    Mit Herz und Seele,

    Tom

  • #57

    Sassy Caro (Montag, 14 März 2016 20:38)

    Vielen, vielen Dank Dir! Nur nicht aufgeben und immer wieder Energie tanken in der Filterbubble ;). LG

  • #58

    Gerhard S (Montag, 14 März 2016 22:20)

    Hallo Frau Schreiber, ich habe 2014 AfD gewählt bei den Landtagswahlen in Sachsen. Ich habe ihre letzten 3 Artikel über die AfD gelesen, jetzt schäme ich mich. Ich habe nicht gewusst dass diese Partei solche Grundsätze hat. Danke für die Aufklärung. Bei der Bundestagswahl wähle ich CDU. Danke nochmals. Auch dass sie uns AfD Wähler nicht als Monster darstellen sondern auch Verständnis zeigen, das habe ich in ihren anderen Artikeln gesehen. Danke Auch von meiner Frau. Und weiter so. Nicht aufgeben!

    Gerhard S., Sachsen

  • #59

    Toby Miles (Montag, 14 März 2016 23:56)

    Gelungener (Undercover-)Einsatz. Die genaue Berichterstattung zu den Geschehnissen online ist verblüffend. - Und das nicht im positiven Sinne..
    Trotz all des Hasses ein sehr gelungener Beitrag, der doch ein wenig Aufklärung verschafft und vielleicht den ein oder anderen motiviert, bei den Wahlen doch einmal einen genaueren Blick in die Wahlprogramme der aufgestellten Parteien zu werfen.

  • #60

    Anna (Dienstag, 15 März 2016 06:46)

    Vielen Dank für den Artikel und die Recherche.

    Ich beobachte seit Monaten voller Sorge die Entwicklung in Europa. Haben die Menschen denn alles schon vergessen? Vor mehr als 70 Jahren gab es auch Hetze, Hass und Angst gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, gegen die damalige Regierung, der Rest ist bittere Geschichte mit Millionen von unschuldigen Toten.

    Ich bin in Polen aufgewachsen und 1990 mit meinen Eltern nach Deutschland übersiedelt. Bin mit einem deutschen Mann verheiratet, habe mich integriert, bin von offenen und freundlichen Menschen umgeben, aber ich merke auch in meinem Umfeld Stimmungswechsel. Noch traut sich keiner es zuzugeben, dass er vielleicht doch die AfD wählt, noch nicht...

    Ich habe so eine Angst, dass sich die Geschichte wiederholt.

  • #61

    Astrid Krampe (Dienstag, 15 März 2016 07:53)

    Die Wahlen haben gezeigt, wie groß die Bevölkerungsgruppe ist, die sich offensichtlich wehren möchte. Wogegen? Sicher nicht gegen die Flüchtlinge, die eingeschüchtert und traumatisiert hier ankommen, denn die stellen zumeist keine Gefahr (Ausnahmen gibt es natürlich immer).
    Viel mehr sind die besorgten Bürger überfordert - so meine These. Menschen, die die Komplexität der Welt nicht verstehen und auch noch nie verstanden haben. Menschen, die durch das weltverbindende Internet, TV usw aber ständig mit Informationen zugedröhnt werden, die sie weder kontrollieren noch nachvollziehen können. Der beschauliche kleine Kosmos aus ihrer Kindheit existiert nicht mehr, denn das, was schon immer ihre Welt beeinflusst hat - die Weltpolitik - kommt nun geballt auf allen Kanälen bei ihnen an. Sie stehen ohnmächtig davor und suchen eigentlich nach einer Möglichkeit, endlich diese Informationen, die damit verbundene Verantwortung zum Mitdenken wieder abgeben zu können. Würde jemand nur endlich wieder klare Regeln aufstellen, an die man sich problemlos halten könnte. Würde nur endlich der permanente Entscheidungsdruck wegfallen.
    Meiner Ansicht nach der Grund, warum diese Menschen auch bei sachlicher Argumentation strikt bei ihrer Auffassung bleiben.
    Wie die Lösung aussieht? Ich weiß es nicht.

  • #62

    Heimrath (Dienstag, 15 März 2016 09:42)

    Vielen Dank für den guten Artikel. Leider haben die Wahlen meine schlimmsten Befürchtungen in puncto AfD übertroffen. Das macht mir wirklich Angst. Wir wissen aus unserer Geschichte, dass gerade die Ängste der Menschen und ihre persönliche Unzufriedenheit sehr gut geeignet sind, gegen "Andere" zu mobilisieren und braunes Gedankengut zu forcieren. Und unsere Regierenden scheinen den Kontakt zu ihrem Volk irgendwie verloren zu haben. Sie erreichen es nicht mit ihren Programmen und Taten.

  • #63

    Kai (Dienstag, 15 März 2016 09:50)

    @ Ulrick (#38):
    "Islam in Deutschland, eine Studie des BMI sprich von etwa 14% gewaltbereiten bzw. erzkonservativen Muslimen. Eingentlich schon ein unpassende Verniedlichung derer, die die freieheitliche, pluralistische Geselslcahft ablehnen. Also etwa 630.000 Personen unter denen, die bereits im Land waren plus eine unbekannte Zahl von Religionsfaschisten der jüngsten Einwanderungswelle. Nähme man auch dort milde 14% an, sprechen wir über eine Million Menschen mit einem undemokratischen, menschenverachtetenden Weltbild."

    Gerade hier sollten solche Behauptungen und rechnerischen Taschenspielertricks unwidersprochen stehen bleiben. Also:

    Die genannte Studie ist auf der Homepage des BMI nicht zu finden.

    Die aktuellsten Zahlen des Bundes sind die für das Jahr 2014 und relativ leicht zu ermitteln: So gibt der Verfassungsschutz das "islamistische Personenpotential" mit knapp 44.000 an. Bezogen auf die laut der "Deutschen Islam Konferenz" ca. 4 Millionen Muslime in Deutschland sind das nicht 14%, sondern knapp 1,1%.

    Der "unbekannten Zahl" kann man sich, allerdings etwas spekulativ, nähern, wenn man weitere offizielle Zahlen heranzieht: So betrug lauf BAMF der Anteil der Muslime unter den Asylbewerbern in 2014 63,3% (die zweitstärkste Gruppe waren Christen mit 24,6 %). Nimmt man eine ähnliche Verteilung auch für die allgemein kommunizierten 1 Mio. Flüchtlinge aus 2015 an, wären darunter 633.000 Musime. Und angenommen, auch unter diesen wären tatsächlich 1,1% Islamisten (was fragwürdig ist, weil ja viele gerade vor dem IS fliehen ), wären das weniger als 7.000.

    So schnell werden aus einer Million Islamisten knapp 51.000, von denen wiederum laut Verfassungsschutz der weit überwiegende Anteil sog. "legalistische" Islamisten sind, die ihre Ziele auf legalem Weg und ohne Anwendung von Gewalt durchsetzen wollen. Der Verfassungsschutz beschäftigt sich überhaupt mit ihnen, weil diese Ziele "mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar" sind. (Zur Dimension: Der Verfassungsschutz listet für 2015 weltweit 4 schwere islamistisch-terroristische Anschläge mit insgesamt 20 Toten auf, für 2014 einen einzigen mit 4 Toten).

    Wer mir nicht glaubt, hier meine Quellen:
    http://www.bmi-bund.de
    https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-islamismus-und-islamistischer-terrorismus/zahlen-und-fakten-islamismus (mit Unterseiten)
    http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/EN/Magazin/Lebenswelten/ZahlenDatenFakten/ZahlMLD/zahl-mld-node.html
    https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Broschueren/bundesamt-in-zahlen-2014.pdf?__blob=publicationFile, S. 25

  • #64

    Stefan Zimmer (Dienstag, 15 März 2016 10:43)

    Da legt man sich nun ein Fakeaccount zu und heult mit den Wölfen. Wenn es wenigstens neue Erkenntnisse gebracht hätte, aber nicht einmal das. Es reicht völlig, sich einmal auf den einschlägien Seiten im Netz einzulesen.

  • #65

    Michael (Dienstag, 15 März 2016 11:37)

    Ich empfehle jedem, sich ein eigenes Bild, möglichst aus Primärquellen, über die AfD zu verschaffen, da die Berichterstattung über diese Partei größtenteils unseriös ist.
    Bestes Beispiel ist die hier im Blogbeitrag zitierte, völlig verzerrte Darstellung des (inoffizillen) Parteiprogramms durch "CORRECT!V". Ohne Zweifel vertritt die AfD diverse Ansichten, die höchst diskutabel sind. Aber die Zusammenfassung von CORREKT!V ist teilweise tendenziös, teilweise schlicht faktisch falsch und teilweise sogar geradezu verleumderisch.
    Um nur ein Beispiel zu nennen: Laut CORREKT!V will die AfD "Alkoholkranke, Drogenabhängige und psychisch Kranke ... nicht mehr therapieren, sondern in Lager stecken." Das hat auch hier im Kommentarstrang - völlig zurecht - Bestürzung ausgelöst. Blickt man aber ins Parteiprogramm, stellt man fest, dass dort (im Abschnitt "Opferschutz statt Täterschutz") in Wirklichkeit steht: "NICHT THERAPIERBARE alkohol- und drogenabhängige sowie psychisch kranke TÄTER, von denen ERHEBLICHE GEFAHREN für die Allgemeinheit ausgehen, sind nicht in psychiatrischen Krankenhäusern, sondern in der Sicherheitsverwahrung unterzubringen."
    Derartige Beispiele könnte man in fast beliebiger Zahl bringen. Mag jeder für selbst entscheiden, ob momentan in Deutschland "Hetze" nur von rechten Gruppierungen ausgeht...

  • #66

    Zora (Dienstag, 15 März 2016 12:42)

    Guter Artikel - aber eine Konsequenz daraus müsste doch eigentlich sein, die Namen nicht zu schwärzen bzw. zu verpixel, oder?
    Wenn Menschen so offen Hass und Volksverhetzug betreiben...nun ja.

  • #67

    Daniel (Dienstag, 15 März 2016 13:00)

    Ich war auch da und habe es gesehen. Es ist wahr... Alles! Und ich bin mir auch sicher, dass einige dieser Leute so kranke paranoide Wahnvorstellungen haben, dass man es schon als "Klappsmühlenreif" bezeichnen muss. Da macht man sich kein Bild von, was diese Leute "glauben". Aber es ist auch genau die selbe Gruppe von Menschen die sehr anfällig für Kaffeefahren und andere abzockereien ist. Jedem der wilde Theorien über das Leben hat, wird direkt und blind geglaubt. Genau solche Leute sind es auch, die sich auf der anderen Seite "für den Islam" opfern. Genau das selbe Spiel ... Lemmige die Hasspredigern hinterherlaufen. Weil nur ihre Wahrheit die einzig richtige ist. Verstörend.

  • #68

    Sandra (Dienstag, 15 März 2016 13:17)

    Ein wunderschöner Beitrag.

    Nachdem Facebook mich mehrfach auf eine Gruppe hingewiesen hat, deren Inhalte nicht nur extrem rechts, sondern auch nachweislich Lügen waren, habe ich mich selbst mit einem falschen Profil dort umgesehen. Doch im Gegensatz zu Ihnen habe ich gleich in mehreren Gruppen unter den betroffenen Posts kleinere Fragen zu den Angelegenheiten gestellt. Ich habe die Posts damit noch nicht einmal in Frage gestellt, sondern tatsächlich nur Details nachgefragt. Das Ergebnis: Innerhalb von zwei Stunden wurde ich in insgesamt 12 Gruppen gesperrt. Eine Antwort oder einen weiteren Kommentar bekam ich indes nicht zu Gesicht.

    Ich denke deshalb, dass es um Anja und ihresgleichen (also tatsächlich einfach verängstigte Menschen) noch viel schlimmer steht als es den Anschein hat. Denn wenn ich betrachte, wie schnell man sich um mich "gekümmert" hat, so halte ich es für wahrscheinlich, dass Anja solche Kommentare nie zu Gesicht bekommen hat. Das führt wiederum dazu, dass sie tatsächlich alles glaubt, was sie liest, denn es wird nie in Frage gestellt.

    Und hier sehe ich ein ganz großes Problem: Man soll offen mit den Ängsten der Menschen in diesen Gruppen umgehen, aber jedes nicht konforme Wort wird augenblicklich zensiert. Hier bildet sich meines Erachtens eine Parallelwelt. Und vor dieser Welt habe ich Angst.

  • #69

    Regina Schulze (Dienstag, 15 März 2016 14:47)

    Tja, Félice, nettes Experiment und wenigstens Du hast es möglichst neutral beschrieben. Ein bisschen viel emotionale Betulichkeit, aber sonst ziemlich objektiv.

    Das kann man von vielen Kommentaren hier dann aber schon nicht mehr sagen. Sie klingen den Kommentaren der AfD-Sympathisanten doch furchtbar ähnlich.

    Da gibt es also die einen Hater und die anderen Hater und da gibt es Deine Filterbubble und es gibt meine Filterbubble.

    Und damit haben wir ein vollkommen normales Volk - pluralistisch, werterkämpfend.
    Demokratie verlangt halt Kraft.

  • #70

    Chris (Dienstag, 15 März 2016 14:56)

    Nun ja, man lässt einen Teil der Gesellschaft alleine im Regen stehen, spielt staatlich gewollt arm gegen arm aus (natürlich erzeuge ich Neid und Hass, wenn ein jahrelanger Beitragszahler mit ALG2 auf ähnlichem Niveau endet wie ein frischgebackener anerkannter Asylbewerber). Dazu hinterlässt die aktuelle Politik größtenteils eine leicht verwundbare Flanke, da braucht man keinen großen Hebel, um dort anzusetzen: TTIP, Verstoß gegen Maastricht-Abkommen, Verstoße gegen Dublin-Abkommen, Abwirtschaften der Infrastruktur bei stetig hoher Steuerlast. Die Liste liese sich endlos fortführen.
    Persönlich mag ich die AfD nicht, da "dagegen sein" eben keine Alternative ist, solange keine anderen Perspektiven geboten werden. Für schnelle Antworten an besorgte und wenig reflektierte Bürger ist das aber augenscheinlich eine Option. Emotionen sind ohnehin das Problem der aktuellen Politik. Diskutieren will niemand mehr, es endet in der bornierten Ablehnung der Gegenseite. Da tun sich auch das rechte und linke Lager nicht viel, auch links greift man schnell zu Diffamierungen, wenn man keine konforme Meinung hat. Ich z.B. halte - nachdem ich eine zeitlang in muslimisch geprägten Ländern/Kulturen gearbeitet habe - persönlich sehr wenig vom Islam. Dabei handelt es sich um meine persönliche Meinung, basierend auf Erfahrungen, kann auch Vergleiche ziehen zu diversen anderen Ländern/Kulturen anderer religiöser Prägung. Dieses zu äußern, ohne ein "Rechts"-Stigma zu bekommen: Unmöglich. Auch eine Aussage, dass Flüchtlinge absolut das Recht auf eine sichere Unterkunft haben, dieses aber nicht gleichbedeutend ist mit einem Aufenthaltsrecht in Deutschland, ist nicht "rechts", sondern nur ein Ausdruck, dass man die Last der Welt nicht auf wenigen Playern abladen kann, da es sonst eine Gesellschaft überfordert (die dann z.T. eben AfD wählt)

    Wenn wir aber nicht bald wieder anfagen normal zu diskutieren und dazu gehört auch Streit und permanentes Hinterfragen, wird das grundsätzlich kein gutes Ende nehmen.

  • #71

    Jürgen Matoni (Dienstag, 15 März 2016 15:46)

    Und damit Sie nicht als einseitig Hass schürender Linker diffamiert werden, jetzt den gleichen Rechercheaufwand auf den linken Hass-Seiten

    Viel Spass dabei

  • #72

    OMG (Dienstag, 15 März 2016)

    also alle die gegen die Merkel und EU Diktatur und für Frieden sind sind also Nazis ? Das sind schon krasse Theorien, könnte auch vom Spiegel oder Focus kommen ;-)

  • #73

    Wolfgang Pietsch (Dienstag, 15 März 2016 17:35)

    Die Wahlergebnisse der AfD erschüttern mich, und siie machen Angst wenn die etablierten Parteien nicht endlich den Arsch hoch bekommen, zusammenstehen und endlich Geschlossenheit im Umgang mit diesen Rechtspopulisten zeigen!!
    Die meisten der sogenannten "besorgten Bürger", die sich um die bürgerlichen Grundrechte sorgen, müssen sich fragen lassen warum sie das Grundrecht auf Bildung nicht stärker in Anspruch genommen haben??

  • #74

    Horst (Dienstag, 15 März 2016 18:18)

    Warum ist es bitte schlimm Abtreibungen zu verbieten? Also in meinen Augen ist Abtreibung gleich Mord! Ohne wenn und aber. Hat sich das Spermium mit der Eizelle "verbunden", ist das als "Leben" zu werten. Zwar ist dieses Leben noch nicht eigenständig, aber es ist vorhanden. Wir/Ich rede von menschlichem Leben. Dieses durch eine Abtreibung zu beenden ist Mord! Und als Mord sollte die Tat mit aller Härte des Gesetzes geahndet werden! Sicherlich gibt es medizinische Gründe FÜR eine Abtreibung, wenn z.B. das Leben der Mutter in Gefahr ist. Aber selbst in diesem Fall gild es abzuwägen: Ist das Kind zu retten auf kosten der Mutter?
    Eine Abtreibung aus Gründen wie: Ich wollte nie ein Kind; Ich kann kein Kind ernähren; Ich habe zur Zeit andere Interessen....... ist bedingungslos abzulehnen! Es ist ganz einfach: "Vögelt" nicht rum, dann bekommt ihr auch keine unerwünschten Kinder! Auch eine durch eine Vergewalltigung enstandene Empfängnis gehört dazu. Es ist Leben, egal wie man es erhalten hat! Denn: Leben geht VOR die Gefühle eines eventuellen Opfers! Leben ist das wichtigste überhaupt!
    Gruß
    Horst, der stark davon ausgeht, dass sein Kommentar gelöscht wird...

  • #75

    Gägge (Dienstag, 15 März 2016 19:46)

    Danke für diese Studie.
    Ich bin 1980/81 nach Frankreich ausgewandert, weiss also nicht gut Bescheid über was in Deutschland passiert, ausser über Internet.
    Ich habe kein Urteil, will mir nur eine einigermaßen Meinung machen, also suche ich verschiedene Gesichtpunkte und mache einen Mix draus, ganz grob diagonal. Will einfach nur verstehen.
    Was ich von AfD lese, erinnert mich irgendwie an die Front National hier. Frau Marine Le Pen hat gut guten Wind machen, rhetorisch ist sie erfolgreich ! Jedoch haben scheint's nur wenige das Programm der FN gelesen. Das ist auf deren Website frei verfügbar. Mir kam da's kalte Grausen.
    Schon in Deutschland noch hörte ich Ansichten wie "Wir bräuchten einen kleinen Hitler, nur für kurze Zeit, um Ordnung zu schaffen". Das Problem ist, dass es "kleine Hitler" nicht gibt. Wenn man eimal einen hat, wird man ihn nicht wieder los :-( .
    Genau diesen Irrtum hatte von Hindenburg begangen, als er ihn als Kanzler einstetzte.

  • #76

    Chris (Dienstag, 15 März 2016 22:46)

    Danke für deinen einfühlsamen Beitrag. Mir wird in den letzten Monaten auch regelmäßig schlecht wenn ich mich durch die Nachrichtensender zappe – und ich frage mich auch oft: woher kommt dieser Hass? Oft ist es wohl einfacher sich auf eine imaginäre Bedrohung von aussen zu konzentrieren als sich mit dem eigenen leben und der eigenen Unzufriedenheit zu beschäftigen.

  • #77

    Julian Emmel (Mittwoch, 16 März 2016 07:52)

    Was ein unsinniger Beitrag. Keine Quellen, nur ein Screenshot und ein romanhafter Schreibstil: Setzen, sechs!
    Ja es gibt einige dummen Rechte, genauso wie es dumme Linke gibt - alles was "extrem" rechts / links ist, ist extrem scheiße aber wie sagen die Gutmenschen so gerne: Einzelfälle!
    Finde es schlimm wenn man es wie hier einfach alles pauschalisiert - laut Beitrag gibt es keine Mitte, nur die bösen Rechten mit Hass gegen jeden außer gegen Melanie die eine Deutschlandflagge als Hintergrundbild und ein Katzenbild als Profilbild hat. Und genau hier sollte man sich fragen warum Melanie so schnell akzeptiert wird: Weil es den meisten Menschen die sie hier in den rechten Bereich schiebt scheißegal ist wer sie ist, ob ihre Eltern Deutsche oder nicht sind (hat nämlich scheinbar keiner der angeblichen Rassisten gefragt) - für die Leute mit denen sich die Journalistin unterhalten hat war ausschlaggebend das sie sich als Deutsche fühlt und Angst um ihr Land hat und nein das ist nicht rassistisch, das ist tatsächlich Angst und Patriotismus den viele sich nicht mehr trauen zu äußern weil sie genau von leuten wie "Melanie" als Rechts dahingestellt werden. Ich habe hier nicht eine Aussage gelesen in der die Angst ausgenutzt wird sondern nur bestätigt und das ist kein Extremismus.
    Also noch schlimmer als diese Hetzer und Hassmenschen, ob links oder rechts, die in Facebook ihren Blödsinn verteilen sind Leute wie die "Journalistin" hier die mit solchen Blogs die Bevölkerung weiter teilen und noch mehr Hass schüren anstatt zu vermitteln oder einen gemeinsamen Nenner zu finden. Leute wie sie sollten sich schämen Mitbürger zu pauschalisieren und sie in eine Schublade zu stecken!

  • #78

    Cecilia (Mittwoch, 16 März 2016 09:22)

    Die Entwicklung macht mir Angst. Ich bin so eine Schlampe die von einem Neger weg geschnappt wurde. Seit vielen Jahren glücklich, mit Kindern. Wie soll ich unseren Kindern erklären was gerade passiert? Ich verstehe es selbst nicht. Im Haus wohnt ein Herr von 67 Jahren, sein Vater war Afroamerikaner. Wenn es nicht mehr geht, denkt selbst er noch an auswandern. Nur wohin?
    Ich fühle mich in meinem Land zunehmend unwohl und mache mir Sorgen um meine Kinder. Es gibt bereits seit Jahren Bundesländer, die wir meiden. Jetzt noch viel mehr.

  • #79

    Ursula (Mittwoch, 16 März 2016 10:36)

    War es nicht schon immer so,alles was nicht mit dem Strom schwimmt ,schwimmt dagegen.?
    Ist man nicht für die etablierten Parteien,dann ist man Rechts. Ist man gegen angeblichen Frieden,dann liebt man den Krieg. Ist man Weiß,dann mag man kein Schwarz,usw...

    Um sich Klarheit zu verschaffen,taucht man also in die Anonymität ab,aha.,Vielleicht solltest Du einfach mal öfters "genauer" Nachrichten schauen,denn dann wird einem auch schnell bewusst von welchen Personen solche Behauptungen,immer und immer wieder indoktriniert werden.
    Man muss auch kein Einstein sein,um Wiedersprüche und Propaganda zu entlarven,man muss es einfach nur wollen.

  • #80

    Micha (Mittwoch, 16 März 2016 11:38)

    https://correctiv.org/blog/2016/03/14/das-afd-programm-entschluesselt/

    "Aufklärung ist der Weg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten (!) Unmündigkeit." (Immanuel Kant)

    ...oder anders gesagt: wer die Welt nicht (mehr) versteht, wählt AfD.

  • #81

    Christian (Mittwoch, 16 März 2016 23:54)

    Liebe Felice,

    vielen Dank und Anerkennung für deine tolle Idee und die dazu erforderliche unermüdliche Recherchearbeit.
    Als pollitisch leicht desillusionierter Mitt50er ( im Kopf jünger ) hat es mir einmal die Augen geöffnet, wie bitter es wirklich um Deutschland "bestellt" ist. Dafür muß ich mich schon fast fremdschämen.
    Ich wünsche mir, daß noch möglichst viele deinen Blog lesen, zum Nachdenken angeregt werden und dir persönlich alles Gute für dein Vorankommen im Journalismus !

  • #82

    Dany (Freitag, 18 März 2016 22:09)

    Es war richtig das die alt Parteien eins auf den Deckel bekommen haben. Dort oben herrscht nur noch Geld und die Lobbyisten. Aber AfD ist nicht die richtige Wahl. Im Moment gibt es keine Partei mit der ich mich identifizieren könnte. Die Tierschutzpartei ist das nahe liegste für meine Ansichten. Eine volle Übereinstimmung denke ich werde ich nicht finden. Mit was die AfD Recht hat ist, daß die aktuelle Flüchlingspolitik nicht hin nehmbar ist. Allerdings ihre gesamte Einstellung zu diesen Thema lehne ich strikt ab. Wir müssen an unseren System ansetzen. Ehrliche Frage: wo wollen sie die ganzen Leute menschenwürdig unterbringen ? Es gibt immer weniger bezahlbare günstige Wohnungen. Stattdessen werden Luxuswohnungen gebaut. Warum ? Arbeitsplätze. Um die Leute zu intregieren werden sie früher oder später hier eine Arbeitsstelle annehmen müssen. Durch die Dumpinglöhne können sich viele Familien nur mit 2-3 Jobs halten. Durch mehr Arbeitnehmer auf den Markt werden die Löhne wiederum niedriger. Wann stoppen sie also dieses Lohndumping ? Wann bringen sie den Suchenden Chancen auf eine Arbeit von der sie Leben können. Ich rede jetzt nicht von einem ungelernten der 3000 auf die Hand bekommt, aber zb meine Schwester arbeitete als Stellv. Filialleiterin in einen Billigbekleidungsgeschäft. Jeden Tag von Mo. - Sa. von 8 - 20 Uhr. Und was bekam sie auf die Hand ? 800 Euro und musste noch Aufstocken. Sowas kann nicht sein. Sowas darf nicht sein ! Wer arbeitet muss davon Leben können. Weg mit der Profitmaximierung und wieder mehr Festanstellungen und generell wieder Stellen schaffen um die Leute unterzubekommen.

    Was ich allerdings auch anprangern muss, ist das ohne Kontrollen herein gelassen wurde. Kriminelle sollten gleich an den Grenzen abgefangen werden. Straffällige Ayslbewerber müssen schneller abgeschoben werden können. Ausnutzen muss sich Deutschland nicht. Da würde ich eine Grenze ziehen. Auch diese völlig übertriebene Politicial Correctness. Müssen wir wirklich auf unsere Kultur verzichten weil sich Zugewanderte dadurch gestört fühlen ? Ich war erschrocken das sie die Kreuze in den Schulen abgehängt haben. Zwar bin ich Agnostiker, aber dennoch habe ich mich nie durch diese gestört gefühlt da sie einfach zu unseren Land gehören. Wenn ich heute in die Türkei auswandern würde, würde ich mich auch nicht durch den Koran in Schulen stören, da es die Kultur ist und ich in dieses Land gewandert bin. Oder den Christkindlsmarkt in Weihnachtsmarkt umbenennen wollen ist eine falsche Richtung in der wir uns bewegen. Wir haben unsere Kultur und die sollten wir behalten. Das alternatives Essen in Schulen und Kindergärten angeboten wird, ist eine sinnvolle Änderung. Jedoch nicht die komplette Umstellung für alle Schüler /Kinder. Und ich seh es schon kommen. Nur weil ich diese Meinung habe kommt gleich die Nazikeule. Es gibt einen Unterschied zwischen Nazis und Patroiten/ Nationalstolz. Ich werde doch auf meine Kultur und meine Bräuche stolz sein dürfen und dennoch kann ich es befürworten das man Asylanten / Einwanderern eine Tür öffnet. Und ich werde auch erwarten dürfen das diese sich integieren. Sie sollen nicht aufgeben was sie sind, aber unsere Werte akzeptieren. Spätestens wenn jemand bei den Leuten mit der Nazikeule ein Gast in ihrer Wohung zu besuch ist, werden sie diesen irgendwann zur Tür verweisen wenn ihnen der Geduldsfaden geplatzt ist. Das kann mir keiner erzählen das er alles ruhig akzeptieren wird.

  • #83

    sanno (Samstag, 19 März 2016 01:00)

    sehr bezeichnendes experiment! find ich super ! :D

  • #84

    Deprifrei-Blog (Sonntag, 20 März 2016 17:35)

    Ein sehr gut geschriebener Beitrag. Sie wollen die Parallelwelt der SchariaFans bekämpfen,aber Mauern sich in ihre eigenen Welt ein. Manche der AfD Anhänger kommen mir wie Sektenmitglieder vor, die jede Kritik an ihren Parolen als Bestätigung der eigenen Sichtweise sehen. Sie haben eine ausgesprochene Opferhaltung, was auch eine bequeme Haltung ist, um sich nicht mit anderen Meinungen zu befassen. Auf FacebookSeiten der AfD werden kritische und höfliche Meinungsäußerungen oft gelöscht und die Nutzer gesperrt. Für Demokratie und den Streit um die besten Argumente haben diese islamophoben Menschen keinen Sinn. Sie wollen Ihre eigene käseglocke schaffen ohne den Einbruch anderer Gedanken.

  • #85

    Deprifrei-Blog (Montag, 21 März 2016 20:27)

    Ich finde du hast Dunkelfacebook gut ausgeleuchtet. Ich denke der Rechtsextremismus ist anscheinend auch ein Zeichen dafür, dass die Menschen sich nach Gemeinschaft und Orientierung sehnen. Viele der Rechten waren ja gegenüber Deutschen sehr freundlich und zuvorkommend. Leider fehlt es ja in der realen Welt an solche Heimeligkeit. Ich denke, dass macht diesen Extremismus so attraktiv. Wir gegen die Anderen. So kann man sich als Gruppe definieren. So funktionieren ja auch viele Sekten und sie finden ihre Bestätigung darin, dass die Außenwelt sie ablehnt. Viele AfD-Fans haben schon etwas sektiererisches. Sie sind sachlichen Argumenten nicht mehr zugänglich. Dies stellt für die Demokratie eine Gefahr dar. In meinem Blog http://deprifrei.twoday.net/stories/1022552299/ beschreibe ich wie mir ein AfD-Anhänger nicht glauben will, dass seine Partei das Renteneintrittsalter erhöhen will. Alles was nicht in meine Welt reinpasst wird ausgesperrt.

  • #86

    Marc Sterlitz (Montag, 21 März 2016 21:08)

    Ich besitze ein Toleranz- und Weltbild, welches ich alternativlos als Norm zementiere. Mit Nulltoleranz wird jedem begegnet, der nur einen Fußbreit von meiner Norm abweicht. Pluralistische Gesellschaften sind ein Mythos, es kann nur Gut und Böse geben. Wer sagt, die Willkommenskultur ist nicht sein Ding, ist klar fremdenfeindlich. Wer sagt, dass er froh ist, dass sein Sohn nicht schwul ist, weil er das klassische Familienbild schätzt, ist homophob. Wer sagt, Gender ist eine Pseudowissenschaft, der feministische Versuch einer neuen religiös-orientierten Evolutionstheorie, aufgebaut auf Ungleichheit und Intoleranz, ist ein Frauenhasser. Wer sagt, der Islam ist ein archaisches Relikt, wie alle Abrahamitische Religionen, leidet unter einer Islamophobie, oder schlimmer, ist ein Antisemit. Wer sagt, die Klima- und Umweltbewegung ist keine Bewegung für etwas, sondern gegen etwas, ist ein Sportwagenfahrer. Wer sagt, vegane- und vegetarische Ernährung belasten das Ökosystem und die Tierwelt weit mehr als die industrialisierte Tierhaltung, ist ein Leichenfresser. Was ich sagen möchte, ich möchte nicht alle Menschen gleichschalten, ich möchte nur, dass alle Menschen so sind wie ich! Gut!

  • #87

    Nicht Anja (Dienstag, 22 März 2016 17:40)

    Für diesen Artikel klatsche ich keinen Beifall. Ich finde deine Aktion schäbig! Punkt.

  • #88

    Herr Nansen (Mittwoch, 23 März 2016 10:24)

    Danke für diesen tollen Beitrag. Ich schreibe gerade meiner Masterthesis zu Thema Soziale Medien im Zusammenhang mit rechten Gedankenwelten (Schwerpunkt: Jugendliche,,,Affinität zu einfachen Welterklärungsmodellen usw.). Ich möchte diesen Selbstversuch dort mit aufgreifen und beschreiben (selbstverständlich mit Quellenangabe:). Vorab herzlichen Dank! Gern sende ich die Thesis im Nachgang mal zu wenn gewünscht.
    Viele Grüße.