Mein Hund, eine Schnur und die Scham

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Seit vier Jahren lebe ich mit meiner Hündin zusammen. Dabei bin ich mir manchmal nicht sicher, wer von uns beiden eigentlich die Vernünftigere ist. Sie oder ich? Ein paar Betrachtungen zu unserer seltsamen und ungleichen Alien-Alien-Beziehung.

Ich liege im Bett und schaue in die Augen meiner Hündin. Sie sieht mich ebenfalls an. Wir sind füreinander Aliens, die aus Versehen irgendwie zusammen wohnen. Oft denke ich: Sie ist meine Gefangene. Dann fühle ich mich schuldig und überschütte sie mit Karotten oder Knochen, mache alle Türen auf, damit sie herumlaufen kann (was sie gar nicht will), um ihr zu zeigen: Du bist frei! Ein bisschen. Quasi. Tierhaltung finde ich prinzipiell absurd, und hätte ich sie nicht retten müssen, hätte ich mir nie einen Hund angeschafft. Alle meine letzten Haustiere habe ich gerettet. Vor dem Tod, vor Misshandlungen. Zum Züchter gehen und ein Tier erwerben? Nein.

Oft frage ich mich, was sie so denkt, wenn sie an der Fensterbank liegt und mich still ansieht. Ob sie überhaupt irgendwas denkt, und wie sie die ganze Situation so einschätzt.

Laufe ich mit ihr durch die Stadt, fühle ich mich oft wie eine Idiotin. Ich halte einen Griff an der Hand, aus dem eine ausziehbare Schnur kommt, an deren anderen Ende meine Hündin angebunden ist. Das muss man sich mal vorstellen. So laufen wir durch die Gegend; sie total beschäftigt, ich hilflos und überflüssig. Stumm folge ich ihr und betrachte sie dabei, wie sie ihre „Tasks“ erledigt. Dabei hält sie ihre Rituale ein – die braucht sie ganz dringend. Wenn wir zum Hundepark gehen, können wir links oder rechts herum gehen. Meist gehen wir rechts herum, weil sie links herum auf dem Hinweg beim Überqueren der Ampel bellen muss. Wieso, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es sein MUSS. Es MUSS sein. Anders geht es nicht. Weil es mir unangenehm ist, wenn sich Leute angebellt fühlen (sie bellt an der Stelle auch, wenn wir allein sind), gehen wir meist rechts herum. Wenn wir zurücklaufen, müssen wir aber links herum gehen, da sie auf dem Rückweg nämlich RECHTS bellen MUSS. Ihr seht schon: Es ist sehr kompliziert.

Oft nimmt sie schon auf der anderen Straßenseite eine Spur auf, dann geht es an den rechten Busch. Ebenfalls: immer. Sie kennt den Weg und prescht vor, 68 Kilo hilflosen Mensch im Gepäck, während sie anscheinend ein ganz klares Schedule hat. Pischi vor dem abgestorbenen Busch, dann ins Laub, Häufchen machen. Ich nestle schon eine Gassi-Tüte hervor und beuge mich hinunter, während mich das Tier aus einem Meter Entfernung irritiert beobachtet. Ihr ist es bis heute nicht geheuer, dass ich ihr so kompliziert errichtetes Werk einfach kaputt mache. Häufchen machen ist ja nicht IRGENDWAS. Häufchen machen ist Kunst. Durch komplizierte olfaktorische Messungen plus haptischen Präferenzen wird auf umständlichste Weise der perfekte Platz für die Hinterlassenschaft ausgewählt. Es wird circa 30 Mal test-gescharrt und der Ort doch noch verworfen, bevor sich der Rücken krümmt, um diese (vor allem für den Hundehalter) sehr wichtige Handlung zu vollziehen. Anschließend kommt dieses Alien-Wesen (ich), mit dem man zusammenlebt, und macht alles wieder weg. Ihre schwarzen Augen sehen mich ruhig an. Du hast echt nen Schatten, scheinen sie zu sagen. Ich schäme mich ein bisschen und halte die nun gefüllte Tüte vom Körper weg.

Meine Hündin bestand zu 80% aus Ängsten, als ich sie bekam. Streicheln? Undenkbar. In den ersten Nächten schlief sie nicht, sondern saß oder stand im Raum und starrte mich an – weshalb ich auch nicht schlief. 30 Kilo fremdes Fleisch mit Zähnen im Dunkel meines Zimmers. Nicht sehr entspannend. Sie hat mich zwar ausgesucht (und nicht ich sie), jedoch wollte sie auch nicht wirklich bei mir leben. Sie wollte eigentlich gar nichts. Nicht spielen. Nicht schwänzeln. Auf keinen Fall gestreichelt werden. Eigentlich stand sie einfach gern herum und knurrte.

DIE ERSTEN MONATE WAREN EINE HÖLLE AUS PELZ

Die ersten Wochen waren schrecklich. Meine Tage und Nächte bestanden aus Kräftemessen und Zorn – auf beiden Seiten. Sie war so wütend, dass ich existierte. Dass sie existierte. Dass die ganze Welt existierte. Sie ertrug es kaum, dass sie jetzt hier sein musste. Ich war Anlaufstelle 13 nach ihrer schlimmen Zeit auf der griechischen Straße und dem Unfall. Nichts machte ihr Spaß, nichtmal essen. Nach 3 Wochen schaffte ich es, sie zumindest bis zum Bauch streicheln zu dürfen. Nach 5 Wochen durfte ich alles bis auf die Pfoten anfassen. Diese folgten dann im 3. Monat.

Wir haben 1,5 Jahre gekämpft. Als sie dann zum ersten Mal schwänzelte und mir in die Augen sah (das tat sie NIE), musste ich weinen. Im zweiten Jahr unserer Zweck-WG fing sie langsam an, das Streicheln zu genießen. Meine Hündin lebt jetzt seit 4 Jahren bei mir und wenn ich sie streichle, dreht sie sich auf den Rücken – auch das ist neu, circa 3 Monate alt. Mittlerweile ist sie ein lebendiger, aufgeweckter Hund. Sie findet sogar Duschen mittlerweile ganz gut, dabei mussten wir sie in den ersten 2 Jahren zu dritt in der Wanne halten. Damals hätte ich nie gedacht, dass sie mal so wird.

Unsere zufällige Allianz hat sich in Liebe umgewandelt. Dass ich sie liebe, kann ich ziemlich sicher sagen. Ehrlich gesagt liebe ich sie so sehr, dass es schon wehtut. Bei ihr weiß ich es nicht. Oft denke ich, dass sie mich auch „liebt“, was auch immer das in Hundeversion ist. Manchmal glaube ich, dass sie mich einfach nur als gottgleiches Wesen sieht. Voller Ehrfurcht schaut sie mir zu, wie ich Essen herbeizaubern kann. Und voller Unverständnis registriert sie, wie ich die Kühlschranktür zumache, obwohl da noch Essen drin ist. Aber ich bin ja eben nur ein Mensch – was weiß ich schon vom Leben?

Sie erwartet von mir, dass ich alle Probleme löse. Alle. Wenn ihr schlecht ist, kommt sie winselnd angetaumelt, um mir (während ich im Bett liege) ins Gesicht zu kotzen und mich dann erwartungsvoll anzusehen. Mit gequältem Blick, Mitleid heischend. Gestern kam sie dreibeinig hinkend aus dem Gebüsch – ebenfalls wieder winselnd – und hielt mir eine Pfote hin. Besorgt beugte ich mich herunter, um die Verletzung zu sehen, die sie vermutlich hatte. Als ich das Beinchen in die Hand nahm, griff ich in Hundescheiße. Der Hund ist in einen Haufen getreten und erwartete nun, dass ich dieses Problem löse. SOFORT. Egal, welches Problem sie hat: sie weiß, dass ich es löse. Schließlich bin ich die Sonne, um die sich ihre Hunde-Existenz dreht.

IM SONNENSYSTEM MEINES HUNDES STEHE ICH IM ZENTRUM

Sie ist so eng mit mir verbunden, dass sie alles, was in der Welt passiert, mit mir in Verbindung setzt. Ich bin der absolute Chef. Nie würde sie mir widersprechen. Sie zeigt nichtmal an, dass sie auf Toilette muss. Ich entscheide, wann sie ihre Körperfunktionen ausübt – ob ich will, oder nicht. Hat sie nachts Durchfall, werde ich vom leisen Klackern ihrer Krallen auf Laminat wach. Sobald ich das Licht anschalte, sehe ich sie zitternd in der Mitte des Raumes liegen, während sie mit aller Kraft einhält, was unbedingt raus will. Aber mich wecken? Unter keinen Umständen. Schließlich geht es erst Gassi, wenn ich es sage. Es einzufordern ist in ihrer Welt unlogisch – was schon zu vielen sehr knappen Situationen geführt hat.

Alles, was ich mache, macht Sinn – auch, wenn sie vieles nicht versteht. Je mehr ich entscheide, umso entspannter ist sie. Manchmal steht sie verloren in der Wohnung und weiß nicht, was als nächstes kommt. Ihre komplette Existenz hat sich aufgehängt, nie ist sie ängstlicher, verwirrter, verletzlicher. Dann sage ich leise „ab auf deinen Platz“: ein Angebot. Sie schwänzelt, ist froh, und geht auf einen ihrer Plätze. Nun macht das Leben wieder Sinn. Das Sein hat wieder eine Richtung. Ab auf deinen Platz. Alles ist gut.

KOMMUNIKA-WAS?

Meine Hündin kommuniziert nicht wie der klassische Hund; Labradore schaffen noch so 9 Gesichtsausdrücke, Schäferhunde 26, Alaskan Malamutes 60. Meinen Hund verorte ich irgendwo bei 40. Ihre Art der Kommunikation führt oft zu Missverständnissen – bei Mensch und Hund. Wenn sie jemanden als Bedrohung wahrnimmt, ziehen sich ihre Augenbrauen kaum sichtbar an einer bestimmten Stelle zusammen und ihr Kiefer entspannt sich ganz leicht. Dann weiß ich: gleich geht sie drauf. Unser Umfeld denkt: Guck mal, wie lieb und entspannt der Hund ist. Ihre Sprache zu lernen, hat lange gedauert. Meine Sprache lernte sie nie. Sitz, Platz, Komm? Fehlanzeige. Mehr als ein verwirrtes Schieflegen des Kopfes habe ich nie erreicht. Mittlerweile kommuniziere ich mit ihr in einer Mischung aus Mimik, Körpersprache und ein bisschen Stimme. Hier muss man aber sagen, dass meine Hündin durchaus versteht – nur eben sehr selektiv. Ein „Platz“ einer Person, die nicht ich ist, wird gern mal ignoriert und dann verhandelt. Wenn jedoch irgendwo in Russland eine Chipstüte raschelt, buddelt sie sich bis dahin durch. Kein Problem.

Unsere Beziehung ist geprägt von ihrem Willen, sich bedingungslos in meine Hand zu geben und meiner Scham darüber. Wenn sie nicht zufrieden ist, ist es meine Schuld. Der Leistungsdruck ist enorm. Sie lebt nur 12-15 Jahre, und wie diese Zeit aussieht, liegt seit 4 Jahren in meiner Hand. Sie kann nicht über ihr Leben entscheiden, weil sie ein Haustier ist. Ich versuche, ihr möglichst wenige Befehle zu geben. Sitz? Platz? Soll sie entscheiden. Wenn ich gerade Lust habe, zu stehen, will ich auch nicht zum Sitzen gezwungen werden. Aber dennoch ist es das, was sie von mir will. Und dilettantisch versuche ich, ihr das zu geben. Also binde ich sie an eine Schnur und gehe mit ihr raus, damit sie die Sachen machen kann, die Hunde eben so machen und die ich nicht verstehe. Und wenn sie rumsteht, gebe ich ihr eine Aufgabe, damit sie wieder funktioniert. Wenn sie mit anderen Hunden spielen will, kommt die Schnur eben ab und ich wundere mich jedes Mal, dass sie nicht wegläuft. Dass sie nicht sagt: Sorry, großes Alien-Wesen, aber ich bin dann mal weg, es macht einfach keinen Sinn mit uns – du bist zu seltsam. Freiheit ist für sie die Möglichkeit zu haben, in geschlossenen Räumen möglichst nicht mehr als 1-2 Zentimeter Platz zwischen uns zu lassen, im freien Feld erhöht sich der Radius auf 50-100 Meter.

Permanent habe ich den Drang, mich bei ihr zu entschuldigen. Für meine menschlichen Eigenarten. Für die Situation. Ihre Gefangenschaft. Dafür, dass ich manchmal mit ihr Gassi gehen muss, obwohl es windig ist – dabei hat sie doch solche Angst vor Wind. Dass ich fremde Menschen in unsere Wohnung lasse, ohne an ihren Hintern zu schnüffeln – unverantwortlich, ich weiß. Dafür, dass ich sie aus dem Schritt meiner Besucher ziehe, wenn sie das dann übernehmen möchte. Haustiere halten ist schräg. Man lebt eng beinander und beide Seiten nehmen irgendwie hin, dass der andere total seltsam aussieht und die eigene Sprache nicht spricht. Dabei geben wir „Besitzer“ uns unserer eigenen Lächerlichkeit preis, heben Haufen auf, misten Käfige aus und geben Unsummen für Tierarztbesuche aus, nur, damit unser Alien-Gegenüber mit einem tiefen Blick in unsere Augen sagt: hä? Und doch ist meine Hündin das einzige Lebewesen, das ich wirklich dauerhaft um mich herum ertrage. Vielleicht, weil ich mich auch dauernd über Menschen wundere. Keine Ahnung. Aber sie ist mittlerweile auch immer mehr zu meiner Sonne geworden, um die ich mich langsam kreise.

Bei jedem Gassigang denke ich an Loriot.

Verdient ihr Geld mit Schreiben, Zeichnen und Social Media in Berlin | ursprünglich Biologin | Irgendwas mit Harry Potter & einem Hund
  • KOMMENTARE (IMPORTIERT)

    Kommentare: 30
    #1
    Jens (Montag, 28 März 2016 19:21)

    So sympathisch! Jaja, der Mensch und sein Getier, grins

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    #2
    Mo (Montag, 28 März 2016 22:48)

    Wie süß! 🙂 die Fotos sind auch herzig!!

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    #3
    Mario (Dienstag, 29 März 2016 13:03)

    <3

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    #4
    Sascha Roterberg (Dienstag, 29 März 2016 16:25)

    Ein wirklich sehr lesenswerter Artikel der in etwa unsere aktuelle Gefühlswelt wiedergibt.
    Sollen wir uns einen Hund ins Haus holen oder nicht. Für die Kinder fänden wir es toll, für uns bedeutet es mehr Arbeit und ein weiterer Zwang, den man sich auferlegt.
    Den Zwang Gassi zu gehen, Urlaub auf bestimmte Weise zu verbringen und der Zwang bedingungslos zu lieben…

    Danke für die Spritzigkeit deiner Zeilen!

    Viele Grüße,
    Sascha

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    #5
    Sabrina Boos (Dienstag, 29 März 2016 18:29)

    Das hast du so wundervoll geschrieben, dass mein Herz richtig aufgegangen ist

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    #6
    Anwolf-Unterwegs auch mit Hund (Dienstag, 29 März 2016 22:11)

    Hallo Jasmin,
    toller Artikel, wunderbar geschrieben! Aus jedem Satz spricht Liebe zu deinem Hund. Ich werde bestimmt öfter mal bei dir vorbei schauen. Herzliche Grüße! Andrea

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    #7
    Britta (Dienstag, 29 März 2016 22:13)

    So ähnliche Gefühle habe ich auch schon oft gehabt, am anderen Ende der Leine. Du hast es wundervoll ausgedrückt.

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    #8
    mickey (Dienstag, 29 März 2016 22:47)

    soooo herzig…..wuff

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    #9
    Chris (Mittwoch, 30 März 2016 10:40)

    Ist das herrlich. Danke für die tollen Geschichten in der Geschichte. 🙂
    Und ich dachte ich komme mit so bescheuert vor, wenn ich mit meinem Wusel an der Leine rumlaufe. Danke.

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    #10
    Birgit (Mittwoch, 30 März 2016 11:00)

    Das hast Du wundervoll beschrieben. Genau so geht es mir auch. Sie (meine kleine Zwergpinscherin) macht ALLES richtig und ich denke immer, ich müsse noch viel besser für sie sein und dennoch scheint sie völlig zufrieden mit mir und ihrem Leben zu sein.
    Ich wollte nie einen Hund. Und lieb sie wie doof. Danke für Deine Worte!

    —-

    #11
    Charlotte (Mittwoch, 30 März 2016 11:52)

    Danke für deinen wunderbaren Text. Ich musste eine Tränen verdrücken und auch schmunzeln müssen. Beim Lesen liegen meine 7 kg Liebe aus Fell neben mir auf dem Sofa und ich denke an unsere erste Zeit gemeinsam in der sie vor allem Angst hatte und ständig total orientierungslos vor mir stand. Und doch bin ich total überzeugt davon, dass sie mich hinter ihren großen dunklen Augen versteht.

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    #12
    Caro (Mittwoch, 30 März 2016 12:26)

    ein wirklich wunderschöner Artikel! 🙂
    Und so wahr!

    Liebe Grüße
    Caro

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    #13
    Silke Schippmann (Mittwoch, 30 März 2016 14:38)

    Super Beitrag, herzlichen Dank! Ich kenne das Gefühl sooo gut! 🙂

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    #14
    Sabine Dreßler (Mittwoch, 30 März 2016 15:25)

    Wunderbar geschrieben, doch eines möchte ich ergänzen: Wir stehen nicht dumm rum, während unsere Fellnasen ihre Tasks draußen absolvieren: Draußen ist "Facebook für Hunde", inkl. Geschäfte erledigen, doch wir können eine Menge lernen: Leben im Augenblick, genießen von Kleinigkeiten, Neugierde, bedingungslose Liebe. Und genau dafür kommen sie in unser Leben, denke ich. Auf meiner Seite findest Du ein paar Einträge zu Filou, als er verstarb.
    Er war 10 Jahre an meiner Seite und ging, als ich endlich begriffen hatte, was er mich lehren wollte; aber auch, nachdem die lange Schmerz-Zeit, in welcher er das beste Antidepressivum der Welt war, vorüber war.
    R.I.P. Filou; danke für diesen tollen Artikel!

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    #15
    mrs.a (Mittwoch, 30 März 2016 15:35)

    zum heulen schön wahr
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    #16
    Sabrina mit Bella (Mittwoch, 30 März 2016 18:00)

    Hach. Seufz. Schnief.
    So schön geschrieben und so wahr. Die Liebe zum Hund und der Egoismus, ihn bei sich zu haben, und dem Tier doch alles geben zu wollen… So schwierig!

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    #17
    kathleen (Mittwoch, 30 März 2016 18:21)

    ich wusste nicht, dass noch jemand so denkt, so viel denkt über sich und den hund, sich auch oft so fühlt…so schmerzhaft versucht alles aber auch wirklich alles richtig zu machen – damit es dem hund gut geht, er ist doch so abhängig…diese verantwortung…und was ist überhaupt "richtig"…? toll geschrieben. danke.

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    #18
    Renate Blaes (Mittwoch, 30 März 2016 18:39)

    Was für ein wunderbarer Artikel! Danke! Ich habe zwar keinen Hund, dafür lebe ich seit über 30 Jahren mit Katzen zusammen. Und ich mache mir auch oft Gedanken über diese Lebensgemeinschaft und ich freue mich immer wieder, wenn sie (die Freigänger) zu mir zurückkehren. Liebe zwischen Tier und Mensch ist ein ganz besonderes Geschenk …

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    #19
    Niköllsche (Mittwoch, 30 März 2016 22:51)

    "Und doch ist meine Hündin das einzige Lebewesen, das ich wirklich dauerhaft um mich herum ertrage". Ja, da sprichst du mir komplett aus der Seele. Auch wenn meine Hündin ein kastrierter Rüde ist. Ein wundervoller Artikel, vielen Dank dafür!

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    #20
    Franzi (Donnerstag, 31 März 2016 00:03)

    Wunderbar

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    #21
    Haldemann/Niederhäuser (Donnerstag, 31 März 2016 01:22)

    genau so sollte es sein, sich zeit nehmen für den Hund, man weiss ja nie was sie schon alles erlebt haben, zum teil durch die Hölle gegangen sind, aber wenn man Geduld und Verständnis für einen Hund aufbringt, werden sie es mit jedem Tag einem Danken. Es freut uns sehr zu sehen das du nie aufgegeben hast. andere möchtegernhalter geben den neu erworbenen Hund schon am ersten tag wieder zurück, nur weil er vielleicht bei der Ankunft im neuen zuhause reingemacht hat. Es ist schön so einen bericht zu lesen, und das gibt doch einem noch Hoffnung für eine bessere Zukunft für alle Tiere. Unser Rex D.Schäfi haben wir auch aus einer Tötungsstation, in Spanien. Wir würden Rex nie mehr hergeben, Rex ist mittlerweile unser dritter Hund, wir könnten nicht mehr sein ohne, ohne Hund sind wir einfach nicht komplett.
    Nochmals danke für diese wunderschönen zeilen, das wir alle einen Einblick in eurer leben haben durften
    MfG Moni u. IV mit Anhang=Rex-Sunny-Jessy und Samira unsere Büsis

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    #22
    phil (Donnerstag, 31 März 2016 13:03)

    schön geschrieben.. lese ja selten soviel "Hundetext".. aber dieser Text laß sich sehr gut. Und ne tolle Geschichte ist es auch…. Ich habe vor gut 1,5 Jahren von "Tiersymphonie Anou" eine ältere Dame aus Portugal übernommen… kann viel nachvollziehen. Aber ich bin absolut froh sie zu haben… ob sie das ist? Ich denke JA! 😉

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    #23
    Patrick (Donnerstag, 31 März 2016 15:14)

    Bei all den schönen Momenten zwischen den beiden "Aliens" sollte nie vergessen werden, dass die Schnur nichts ist, wofür es sich zu schämen gilt. Falsche Scham hat schon genug Hunde getötet, weil ihre Herrchen/Frauchen dachten, die Freiheit sei das einzig Wahre. Die Freiheit findet sich aber eben nicht unter Autoreifen und sie findet sich auch nicht in Feldern, in denen Wildtiere ihr Vorrecht haben und wo kein Kitz von einem Haustier zerrissen werden möchte.

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    #24
    Jenny (Donnerstag, 31 März 2016 19:49)

    Ein fantastischer Artikel, sehr humorvoll, voller Charme und sehr emotional. Danke für's Teilen mit den anderen Aliens (mich eingeschlossen) ;).

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    #25
    Julia (Donnerstag, 31 März 2016 22:47)

    Ach herrje, leider die Spezies Hund komplett falsch verstanden . Bitte guten Hundetrainer suchen damit die Hündin ein bisschen von der menschlichen Psyche entlastet wird. Ps: wenn sie an der Leine gehen muss läuft eh schon was falsch…."freie" Hunde folgen nämlich "frei"willig

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    #26
    La Vie Vagabonde (Freitag, 01 April 2016 10:45)

    @Julia:

    1. Ich bin Hundetrainerin und habe Verhaltensbiologie studiert 🙂

    2. Ist das ein literarischer Text, keine How-To-Anleitung.

    3. Kommt die Hündin aus Griechenland (Text nicht gelesen?). Sie ist nicht sozialisiert und hat Wolfs-Anteile in ihrem Erbgut. Bis heute versteht sie Straßenverkehr nicht, trotz 4 Jahren Trainings. Sie steigt in jedes fremde Auto ein (sie liebt Autofahren) und rennt vor jedes fahrende Auto, um es zu "begrüßen". Ich leine sie nicht an, weil sie nicht folgt – ich leine sie an, weil sie sonst hier in der Innenstadt schon längst tot wäre.

    Vielleicht kurz nachdenken und reflektieren, bevor man was postet 🙂

    LG

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    #27
    Julia (Montag, 04 April 2016 07:52)

    *sooo verliebt* 😀
    Ich hatte in meinem Leben nie wirklich mit Hunden zu tun. Aber dieses Verhältnis – einer ist der Gott, der alles bestimmt und der andere dreht sein Leben um diesen Gott und freut sich über jeden Befehl – kenne ich von BDSM. 😀 Ich glaube, das schönste, was ich letztes Jahr erlebt habe, war als mich mein Herr an die Leine genommen hat und wir so zu zweit über ein größeres Festivalgeländer gelaufen sind. Ich bin eigentlich ein ziemliches Quasselmaul, aber ich konnte – wenn wir dieses Positionen eingenommen haben – nicht einfach reden, sondern habe immer erst gefragt "Darf ich reden?". Ich hab ihm dann z.B. mitgeteilt, dass ich demnächst mal aufs Klo müsste und er hat das dann eingerichtet, dass das geklappt hat. Ich musste mich nicht darum kümmern. Dafür durfte ich ihm z.B. ein Bier holen, wenn er eines wollte. 😀 Für mich war das wunderwunderwunderschön. Und seither beneide ich häufig die Hunde an der Leine ihrer Besitzer… und jetzt gerade auch Deine Hündin. 😉 Alles Liebe Euch! <3

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    #28
    Julia von #27 (Montag, 04 April 2016 07:57)

    … weil ich gerade gesehen habe, dass kurz vor mir noch eine andere Julia gepostet hat: Nicht wundern, wir sind nur Namensverwandte und nicht dieselbe Person. 😉
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    #29
    Christine (Dienstag, 19 April 2016 16:45)

    Wie sehr habe ich mich doch in der Beziehung zu meinem Hund wiedergefunden. Danke für diese Geschichte. Habe sie auch noch einem anderen Hundefreund lesen lassen, der ebenso begeistert war. Ich wünsche euch beiden alles Gute.
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    #30
    Ingrid Cat (Mittwoch, 20 April 2016 23:29)

    Oh Gott, wie wundervoll du schreibst! Ich möchte nur stundenlang deinen Text lesen.. Wieso finde ich so selten Blogs wie deinen? Mit "so selten" meine ich, dass es mir gerade erst zum zweiten mal passiert ist.
    Ich bin zwar eine Katze, aber vielleicht können wir trotzdem Freunde werden. ^^
    Liebe Grüße <3

  • Angela

    heute nach einem Jahr wurde mir dieser Artikel als „Erinnerung“ angezeigt und den Text zu lesen war auf’s Neue wunderbar …. So eine schöne Liebeserklärung 🙂
    Und wenn ich das nächste Mal ein Häufchen von einem meiner Hunde aufsammle, werde ich schauen, ob sie mich auch verständnislos ansehen – da habe ich, ehrlich gesagt, noch nie drauf geachtet 🙂

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