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Aufstehen

20. Januar 2020

Wenn du morgens aufwachst, welches Körperteil spürst du als Erstes, ist es vielleicht die linke Hand oder dein Schlüsselbein oder dein großer Zeh? Über welches Körperteil freust du dich dann am meisten? Vielleicht über die Wirbelsäule, weil sie dich aufrecht hält? Oder über die Arme, die du ausstreckst, als wolltest du durch die Zimmerdecke nach den Wolken greifen? Mit welchem Fuß stehst du zuerst auf, wenn du das Bett verlässt, links oder rechts und kann ich da vielleicht mal zuschauen, bei dieser Aufstehensache? Gehst du erst ins Bad oder erst in die Küche oder ganz woanders hin, reibst du dir die Augen ausführlich oder wäschst du direkt das Gesicht, und was macht eigentlich der Rest deines Gehirns? Hast du morgens mal an mich gedacht, aus Versehen? Denkst du morgens eher an Dinge oder an Menschen, an Kaffee oder Umarmungen, schaust du morgens eilig auf dein Handy um zu sehen, ob dir jemand geschrieben hat und falls ja, wessen Buchstabenkombinationen erwartest du so sehnlich? Was ist eigentlich dein Lieblingsbuchstabe, und wenn wir dabei sind: Lieblingwort? Was ziehst du morgens zuerst an, vielleicht die Socken oder den Pulli oder die Unterhose oder ist das immer unterschiedlich? Wie oft rubbelst du dir mit der Hand verschlafen über den Kopf und machst du eher Pläne oder geschiehst du einfach in den Tag hinein? Schaust du auf eine Uhr oder auf dein Smartphone, wenn du es morgens eilig hast? Wie oft drehst du den Schlüssel im Schloss, wenn du deine Wohnung abschließt? Gehst du die Treppe eher langsam herunter oder ganz schnell? Oder fährst du Aufzug oder kletterst aus dem Fenster wie eine kleine Eidechse? Bist du morgens froh, wenn du aufwachst oder macht dich das eher mürrisch? Findest du mürrisch ein gutes Wort (ich: ja!)? Wie viele Fragen darf man dir morgens eigentlich stellen, so viele wie ich hier oder vielleicht lieber keine? Sag mal.

Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber ist ursprünglich Biologin, mittlerweile Autorin und lebt in Frankfurt am Main inmitten hunderter Zimmerpflanzen und unerhört vielen Tierarten.

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3 Discussion to this post

  1. Nils sagt:

    Es ist toll, dass du wieder in deinem Blog schreibst! Freue mich auf mehr.

    Grüße,
    Nils

  2. Inke Meier sagt:

    Freue mich auch sehr, hierhergefunden zu haben.

  3. Konrad sagt:

    Soll ichs mal versuchen?
    Die Hand, die nach dem Wecker greift | Die Augen, die das erste Tageslicht einfangen | Links, aber eher beide Füße zur gleichen Zeit. Und ja, klar. | Nach nebenan ins Wohnzimmer, wo ich nach ein paar Armkreiseln und Kniebeugen Liegestütze mache und wach werde. Erst dann gehts ins Bad. | Nope, aber das ging wohl auch nicht an mich. | Wohl eher an Dinge, z.B. an den Kaffee, den ich ihr mahlen und filtern kann, dann noch den Milchschaum. Also irgendwie doch an Menschen, also zumindest an sie. | Der Blick aufs Handy ist leider zum Automatismus geworden, obwohl fast nie eine konkrete Erwartung damit verbunden ist. | A. Oder doch lieber D? | Lichtermeer (?) | Unterhose | Meistens laufe ich im Park in den Tag. | Uhr. Also eher kleiner langweiliger Wecker, den ich mir besorgt habe, um nicht gleich beim Aufwachen aufs Handy zu schauen. | 2x | fix | klassisch: Tür | Mürrisch ist grandios, aber ich bin doch meistens ziemlich abenteuerlustig.

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